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Fr, 09:59 Uhr
27.10.2017
nnz-Forum

Nazi Schätze am Kohnstein?

Es gibt offenbar ganz unterschiedliche Gruppierungen, die am Kohnstein oder Himmelberg weiterhin Schätze vermuten. Und es soll weiter gebaggert werden. Und ein renommierter US Sender (history channel) will in der Gegend weitere Fernsehaufnahmen durchführen. nnz-Leser Tim Schäfer fragt: gibt es eine Sensation?

Gab es hier einst einen Eingang zu B3c (Foto: nnz) Gab es hier einst einen Eingang zu B3c (Foto: nnz)
Im heimathistorischem Kontext gibt es in der Tat eine kleine Sensation: Im Bernsteinzimmer- Internetforum bezog sich ein gewisser „Manganer“ auf einen Bericht des damaligen SS Generals Dr. Kammler, der große Chef für diese Geheimvorhaben 1944/45 in der Gegend. Der zeigt den Baustand eines soweit unbekannten Bauvorhabens auf, dem Objekt B3c im Himmelsberg bei Woffleben!

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Nebst einem Lageplan. Das scheint authentisch, wenn nicht gut gefälscht. Der Bericht Kammlers ist vor dem Hintergrund von Vergleichsberichten aber offenbar echt. Interessant ist, dass dieses hochgeheime Projekt, welches wiederum mit tausenden Häftlingen zumindest zum Teil noch ausgebaut worden war, dass dies für wiederum geheime Technologien der Reichspostforschungsanstalt vorgesehen war.

Die Reichspostforschungsanstalt vereinigte damals Spitzenforschung auf physikalischem Gebieten, die für die Waffen von größter Bedeutung waren. Beispiele dafür sind die Hochfrequenztechnik, Funkspionage, Radartechnik, Atomphysik und die Fernsteuerung von Raketen und Bomben. Zum Ende des Krieges für etwa Luftabwehrakten, die priorisiert worden sind, unabdingbar.

Die Baugroßvorhaben 3 (Himmelsberg) a und b sowie auch B12 gehören zu den Untertageverlagerungsprojekten mit gigantischem Ausmaß bei Nordhausen, unter dem Sonderstab Kammler. Insbesondere für die Luftfahrtindustrie (Jägerstab) oder deren Versorgung (Geilenberg Programm) unter Führung einer SS-Inspektion II, Sitz Bischofferode (SS-Hauptsturmführer Geißen), B3 unter Leitung von (SS-Ostuf. Bruno) und deren Bauleitungen unter massivem Zwangsarbeitereinsatz (Häftlinge, teils in Sonderlagern wie bei Woffleben oder Ellrich, Harzungen eingepfercht) schnell umgesetzt werden sollten.

Im Januar 1945 mit 10 Firmen am Ausbau, 920 deutsche Mitarbeiter, 110 Ausländer (Franzosen?), 3142 Häftlinge (in Schichten).

B3a (Hydra) Planung: 130.000 qm
  • Ab März 1944 neben dem Barackenlager mit 20 Stollen auf der Westseite und drei Stollen auf der Südseite angeschlagen
  • Kammern mit Breite von 12,5m und Höhe von 8,50 m
  • Schmalspurbahnanschluss
  • zunächst unter Leitung der Wifo, inklusive neuer Elektroenergieversorgungsanlage
  • seit August 1944 Leitung über Arge (Arbeitsgemeinschaft) mit Verträgen zum Rüstungsstab sowie der Sonderinspektion II
  • geplant auch soziale Einrichtungen wie ein Krankenhaus mit 50 Millionen Reichsmark
  • Untertaganlage zu etwa einem Viertel ausgebaut und auf der Südseite seit Februar 1945 von Industrie bezogen
  • 45.000 qm, bezogen davon 30.000 qm

B3b Planung 100.000 qm
  • Östlich von B3a (in der Nähe von Appenrode, Nordseite) im Herbst 1944 mit etwa zehn Stolleneingängen begonnen
  • Feldbahnanschluss nach Niedersachswerfen und Bischofferode
  • Anfang 1945 Baustop wegen SIII bei Ohrdruf
  • für B3b keine qm Angaben.
Und wem als Schatzsucher sollte jetzt nicht das Herz höherschlagen? Verfügte die Reichspost nicht auch über Wertgegenstände? Sollten diese etwa noch hier eingelagert sein? Das wird vermutet.

Der Autor mag sich nicht an den Schatzfantasien beteiligen, aber mit B3c und der Reichspostforschungsanstalt gibt es neue Ansätze oder Details zu Untersuchungen und die Heimatforschung. Die Reichspostforschungsanstalt war eines der wichtigsten Forschungszentren im „Dritten Reich“, mit starkem Bezug zur Kriegswirtschaft.

Vielleicht könne wir bald im Fernsehen die Öffnung von B3c miterleben. Vielleicht, aber wirklich nur vielleicht, findet man den Nazischatz und das Bernsteinzimmer.
Tim Schäfer
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare

27.10.2017, 10.29 Uhr
Leser X
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema
27.10.2017, 10.53 Uhr
Andreas Dittmar | Schätze??
An den sogenannten "Schätzen" klebt Blut und davon nicht wenig. Das sollte sich jeder verinnerlichen, der dort vorhat zu graben. Wenn es der Aufarbeitung der Geschichte, der Gewinnung von Informationen über den Stand der Technik und der Aufdeckung von Verbrechen dient, dann würde ich so etwas begrüßen, weil es auch mich interressiert und die Nachwelt ein Recht hat, die ganze Geschichte zu erfahren. Wer jedoch mit kommerziellen Hintergründen dort auf Schatzsuche ist oder dies außschließlich tut, um den moralischen Zeigefinger zu erheben, dem sei gesagt : "Fragt vorher die letzten noch lebenden Zeitzeugen was sie dort erlebt haben."

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