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Di, 08:57 Uhr
29.08.2017
Studie zum Thema Selbstständigkeit

Sicheres Anstellungsverhältnis wird immer beliebter

Seine Arbeitszeiten flexibel gestalten, sich seine Kollegen selbst aussuchen und sein eigener Chef sein berufliche Selbstständigkeit hat viele Vorteile. Die Herausforderungen scheinen derzeit aber deutlich zu überwiegen. Denn immer weniger Menschen wollen sich selbstständig machen und ziehen ein sicheres Anstellungsverhältnis der beruflichen Unabhängigkeit vor. Auch in Thüringen schwankt die Anzahl der Neugründer seit Jahren...



In puncto Selbstständigkeit waren die Jahre 2009 bis 2014 nicht gerade positiv für den Freistaat. Im Ranking der Anzahl jährlicher Existenzgründungen der Förderbank KfW belegte Thüringen den letzten Platz. Im Jahr 2014 gab es gerade einmal 12.700 Gewerbeanmeldungen, so die Zahlen des Bundes der Selbstständigen (BDS). Etwas erfreulicher war dagegen das letzte Jahr. Zwar lag Thüringen mit einem Selbstständigenanteil von 9,4 Prozent nach wie vor unter dem Bundesdurchschnitt von 10,5 Prozent, dennoch stieg die Zahl der Selbstständigen.

Der Gesamtblick zeigt allerdings, dass es um die Selbstständigkeit in Deutschland nicht gerade gut bestellt ist. Die staatliche Förderbank KfW beklagt derzeit zu wenige Registrierungen. Im vergangenen Jahr gab es gerade einmal 672.000 Neugründungen 91.000 weniger als im Vorjahr.

Die Beschäftigung befindet sich derzeit auf dem Höchststand und die Lage auf dem Arbeitsmarkt könnte kaum besser sein warum also selbstständig machen? KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner zufolge spielten Start ups aber eine wichtige Rolle für die Wettbewerbsfähigkeit.

Schattenseiten der beruflichen Unabhängigkeit

So verlockend berufliche Unabhängigkeit manchmal auch klingen mag, die damit einhergehenden Herausforderungen können enorm sein. So veröffentlichte der Anbieter einer Banking-App für Selbstständige, Kontis, eine Studie, die eine große Herausforderung genau unter die Lupe nimmt nämlich Bürokratie und Verwaltungsaufwand. Demnach soll ein Selbstständiger im Durchschnitt rund 24,6 Tage pro Jahre für Buchhaltung, Rechnungsausstellung, Reisekostenabrechnungen etc. aufwenden müssen.

Bei einem durchschnittlichen Stundensatz von 59,61 Euro hat damit jeder Selbstständige einen Verdienstausfall von rund 11.735 Euro diese würde er verdienen, wenn er sich seiner regulären Projektarbeit widmen könnte. Hinzu kommen kleinere Kosten für Papier, Verbrauchsmaterialien für den Drucker, Briefumschläge etc. Zwar sind die Einzelkosten für Geschäftsausstattung wie die genannten Briefumschläge in den unterschiedlichsten Ausführungen eher gering, aufs Jahr gerechnet kommt dennoch eine ordentliche Summe im Verwaltungsbereich zusammen.

Zu den größten Herausforderungen einer Selbstständigkeit gehört die soziale Absicherung, die Selbstständige selbst tragen müssen. Solo-Selbstständige aus Thüringen können zumindest auf eine baldige Entlastung bei den Kosten für den Krankenversicherungsschutz hoffen. Bereits Anfang des Jahres hat sich Thüringen dafür im Bundesrat stark gemacht. Rund 4.000 Menschen in Thüringen sind derzeit als Solo-Selbstständige tätig, nicht selten mit einem Einkommen von unter 800 Euro. Zur Berechnung der Kassenbeiträge wird aber nach wie vor ein Monatseinkommen von 1.300 Euro herangezogen. Eine Entlastung wäre in dem Fall also mehr als gerecht.
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