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Mo, 14:46 Uhr
28.08.2017
Bundestagswahl 2017

Für das Grundeinkommen auf den Brocken

Mit einer ausgefallenen Werbeaktion hat Heiko Windisch aus Niedersachswerfen auf das Bedingungslose Grundeinkommen aufmerksam gemacht…

Heiko Windisch auf dem Weg zum Brocken (Foto: privat)

Seit Herbst vergangenen Jahres ist Heiko Windisch Mitglied im Bündnis Grundeinkommen (BGE), einer Ein-Themen-Partei. Deren Ziel: Das Grundeinkommen in den Bundestag bringen.

„Kein Mensch weiß, dass wir zur Bundestagswahl am 24. September auch wählbar sind“, erläutert der 48-jährige Bäcker. Das will der Sachswerfer ändern und ist am Samstag mit seinem Fahrrad zum Brocken aufgebrochen. Auf dem Rücken ein großes Wahlplakat, das auf die Zweitstimme für das BGE verweist.

Nach dreieinhalb Stunden erreichte der Wahlkämpfer den 1142 Meter hohen Gipfel. „95 Prozent aller Reaktionen waren positiv“, berichtet Windisch von seiner Tour und von Autofahrern, die zustimmend hupten oder den Daumen nach oben zeigten.
Er habe sich in den vergangenen Monaten viele Gedanken über das Grundeinkommen gemacht.

„Ich arbeite in einer Großbäckerei. Viele meiner Kolleginnen stehen im Dreischicht-System am Band, arbeiten Vollzeit und werden trotzdem irgendwann eine so kleine Rente bekommen, von der sie nicht leben können. Auch privat vorsorgen ist kaum möglich“, sagt Windisch. Das Grundeinkommen könne vielen Menschen Druck nehmen, ist Windisch überzeugt. Sich auf die faule Haut legen, würden sich seiner Meinung nach trotz Grundeinkommens die wenigsten Menschen.

Ein bestimmtes Modell haben die BGE-ler nicht in der Tasche. „Uns geht es darum, dass die Idee im Bundestag ernsthaft aufgegriffen wird“, sagt Windisch. Denn wie genau das Grundeinkommen aussehen könnte, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten und Finanzierungsvorstellungen. Auch über eine mögliche Höhe gibt es verschiedene Auffassungen: „Wir halten 1050 Euro für eine ausreichende Grundversorgung“, sagt Windisch.

Um darauf aufmerksam zu machen, plant der Bäcker bereits eine weitere Aktion: Er will an der Wittenberger Schlosskirche seine zehn Thesen anschlagen.
Susanne Schedwill

Heiko Windisch auf dem Weg zum Brocken (Foto: privat)
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Kommentare

29.08.2017, 13.46 Uhr
Joerg B. | Anschlag auf Wittenberger Schlosskirche!–)
Meine Anerkennung an Heiko Windisch! Er zeigt durch sein Abstrampeln, dass das BGE nicht das Schlaraffenland für Couch-Potatoes zum Ziel hat. Eine Hollywoodschaukel vor dem Erfurter Centrum Warenhaus (Anger 1) erregt zwar erst mal großes Aufsehen, kann aber auf den zweiten Blick einen kontraproduktiven Beigeschmack erzeugen. Trotzdem okay!

Ich selbst bin kein Mitglied dieser Partei aber zu gefühlten 80 Prozent mit ihren Zielen einverstanden. Denn die Menschenwelt (die Welt des Homo-“sapiens“) steht schon in naher Zukunft vor dramatischen Veränderungen. Ich empfehle daher nochmals, sich Zeit zu nehmen, für die Dokumentation:

„Mensch.Macht.Arbeit - Industrie 4.0“ (z.B.: https://www.youtube.com/watch?v=v3kaUSp-mLA)

Die damals aktuellen Einblendungen zu einem Terroranschlag in Paris zeigen, wie sehr Anschläge von Wirrköpfen die nah bevorstehende Endzeit des „aufrecht gehenden Affen“ (Film „Ex Machina“) begleiten. Religiöse und politische (Ver-)Führer agieren dabei im Hintergrund und versuchen ihre egoistischen Karriereabsichten auf Kosten gutmütiger Menschen brachial durchzusetzen. Das erste Opfer in diesem Krieg ist wie immer die Wahrheit. Dieser „Fog of War“ soll die Menschen vom Wesentlichen ablenken, nämlich der Kostbarkeit ihrer kurzen Lebensspanne.

Die Doku „Arme Reiche“ von Franca Leyendecker und Daniela Hoyer zeigt ausführlich die ans Ekelhafte grenzende Dekadenz eines Völkchens, das sich in großen Teilen selbst nie ernsthaft angestrengt, sondern einfach nur geerbt hat. Aber der Film endet mit der Forderung, dass „zumindest der Traum vom Tellerwäscher zum Millionär“ lebendig bleiben müsse. Ja, es soll immer genügend Esel geben, die einer Karotte hinterher rennen, die sie niemals zu fressen bekommen werden. Und wenn diese Motivation nicht ausreichen sollte, muss eben mit dem Stock (oder der Drohung mit Hartz IV) nachgeholfen werden. Bis zu welchem Irrsinn das letztlich führen kann, illustriert z.B.
https://en.wikipedia.org/wiki/Carrot_and_stick#/media/File:Europe_Boardman_Robinson.jpg

Du weißt nicht mehr, wie Blumen duften,
kennst nur die Arbeit und das Schuften
so geh'n sie hin, die schönen Jahre;
und einmal liegst du auf der Bahre,
und hinter dir, da grinst der Tod:
"Kaputt gerackert - Vollidiot!"

Auf http://www.dohrendorf.de/pages/startseite/berufsleben/zitate-berufsleben.php findet man noch mehr Weis- bzw. Dummheiten zum Erwerbsleben.

Ich bin gespannt, wie die Kirche auf den geplanten Anschlag in Wittenberg reagiert!

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29.08.2017, 14.51 Uhr
BGE- Pirat | die Reformation geht weiter
steht überall an den kirchen
und geht es in der reformation von luther nicht auch um geld
also ist 500 jahre später das bedingungslose grundeinkommen
auch eine art neue reformation
und da finde ich das wittenberg es einen nicht übel nimmt
wenn wir da einen neuen anfang machen
mfg heiko windisch

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29.08.2017, 15.51 Uhr
tannhäuser | Kleben Sie lieber Herr Windisch!
Ich weiss ja nicht, ob es zu Luthers Zeiten Straftatenunterscheidungen wie Sachbeschädigung und Haus- oder Landfriedensbruch gab oder ob man gleich im Kerker, auf Schafott oder Scheiterhaufen landete.

Fragen Sie lieber vorher, ob Sie Hämmern dürfen. Auf die Antwort der Kirche bin ich aber auch gespannt!

Und danach vielleicht eine Moschee...so als Botschaft der glaubensüberschreitenden Gemeinsamkeiten mit der friedlichen Religion Islam?

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29.08.2017, 16.21 Uhr
ReconNDH | Herr Windisch...
@Herrn Windisch,

ich habe mal eine ernstgemeinte Frage zum BGE. Wie sieht der Kreis der Bezugsberechtigten Personen für das BGE aus? Sprich, wer soll laut Befürwortern das BGE kassieren? Und bitte speisen Sie mich bitte nicht mit Ihrer Lieblingsantwort "auf ein genaues Modell will sich das Bündnis Grundeinkommen nicht festlegen" ab. Es muss doch real existierende Überlegungen diesbezgl. geben.
Danke

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29.08.2017, 16.38 Uhr
BGE- Pirat | Martin Luther hat auch nicht gefragt
auf der wartburg war ich auch schon mit meinem plakat
da mußte ich leider wieder fahren.
mfg heiko windisch

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29.08.2017, 20.23 Uhr
BGE- Pirat | hallo Highvoltage mein für gutbefundenes modell
jeder deutsche vom arbeiter über Dr. bis promi und arbeitsloser 1050,-euro
und kinder die hälfte und den rest vom einkommen so versteuert das man bis zu einem einkommen von ca.3000,- euro mehr hat als vorher
ich lade sie gern am freitag um 19.00 uhr in die brandenburg zum infostammtisch ein.
mfg heiko windisch

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29.08.2017, 21.06 Uhr
N. Baxter | in 80 Tagen um die Welt
am besten mit dem Rad durch Afrika, bis ganz runter zum Kap und schön Werbung für das Deutsche Sozialsystem machen...

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29.08.2017, 23.11 Uhr
BGE- Pirat | @ N.Baxter vielleicht haben die in Afrika früher das Grundeinkommen
als wir und kommen dann nicht mehr nach europa

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30.08.2017, 06.47 Uhr
Jörg Thümmel | feuchter BGE Traum
mal kurz nachgerechnet... und nur mal von den ca. 8 Millionen Deutschen ausgegangen, die über die Grundsicherung leben bzw. aufstocken müssen.

8.000.000 x 1050€ = 8,4 Milliarden € im Monat
8,4 Milliarden € x 12 Monate = 101 Milliarden € im Jahr....

Ausgeweitet auf die ca. 25 Millionen erwerbstätigen Menschen in Deutschland, die unter der 3000€ Schwelle leben, diese 101 Milliarden € mal drei macht das 306 Milliarden €.

Zum Vergleich betrug der gesamte Bundeshaushalt in diesem Jahr gerade mal 329 Milliarden €.

In Deutschland gibt es derzeit ca. 19 Millionen Nettosteuerzahler, die den Karren ziehen. Dummerweise stecken diese in den 25 Millionen, die nach Ihren Modell bezugsberechtigt wären. Sprich deren Steuerbeitrag würde bei den 3000€ gen Null gehen.

Wie will der geneigte BGE ler diese 300 Milliarden € im Jahr finanzieren, ohne eine drastische Inflation zu erzeugen?

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30.08.2017, 11.35 Uhr
Mueller13 | @ Jörg Thümmel - falsche Zahlen
Ich denke Ihre Zahlen sind etwas optimistisch. Ich habe hier Zahlen des Statistischen Bundesamts von 2011, demnach kommen circa 10% der Erwerbstätigen über die 3.000Euro. Da wir circa 40Mio Arbeitsverhältnisse haben, sind das circa 4Mio Menschen, die nicht in den Genuss der 1.000 Euro kommen sollen.
Und weil ich keine Lust habe, mich über irgendwelche Nachkommastellen zu streiten, verdopple ich diese Zahl nochmal auf 8Mio.
D.h. rund 74Mio Bürger kommen in den "Genuss" des BGE, was Kosten von rund einer Billion verursacht oder auch dem dreifachen des jährlichen Bundeshaushalts - nur damit man eine ungefähre Vorstellung hat...

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30.08.2017, 11.46 Uhr
ReconNDH | @BGE-Pirat
"...jeder Deutsche vom Arbeiter über Dr. bis Promi und Arbeitsloser 1050,-euro
und Kinder die Hälfte..."

Nun, wie definieren Sie in diesem Modell "jeder Deutscher"? Laut meiner Definition wäre dies jeder Bürger, der (ausschließlich) eine deutsche Staatsbürgerschaft besitzt?!

"... den Rest vom Einkommen so versteuert das man bis zu einem Einkommen von ca.3000,- Euro mehr hat als vorher..."

verliert durch diese Anwendung das bedingungslose Grundeinkommen, nicht den Grundsatz der Bedingungslosigkeit?

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30.08.2017, 12.04 Uhr
DeWalter | Realistisch?
Die Befürworter eines Grundeinkommens sollten objektiv nachrechnen:
Es wird schnell vergessen, dass jeder Arbeitslose, der Leistungen nach SGB2 erhält den Staat monatlich weit über 1500,- kostet!
409 Regelsatz + ca 500 Maximale Miete + SV, RV und sonstige Versicherungen.

85 Millionen x 1000,- mtl x 12 Monate? = ca 1 Billion p a!?
Wer soll das Finanzieren?

Ein BGE würde die Lebensqualität drastisch senken!

Walter

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30.08.2017, 12.21 Uhr
N. Baxter | @BGE Radfahrer
ja tatsächlich, die meisten in Afrika Lebenden haben schon seit hunderten von Jahren das nach Ihrer Definition s.g. BGE, es nennt sich dort nur Subsistenzwirtschaft!

Eine Fata Morgana kann wirklich toll sein...

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30.08.2017, 13.34 Uhr
Joerg B. | Mit einem UMLAGEMODELL kann es funktionieren!
So funktioniert es allerdings überhaupt nicht:
Viele denken, dass es die hypothetischen 1.050 € zu ihrem bisherigen Einkommen einfach oben drauf gibt. Das ist generell falsch und würde selbstverständlich den sofortigen Staatsbankrott hervorrufen. (Außer wenn Mario der Zauberer aus dem Hause Draghi als absolutistischer König von Deutschland des Geld aus der Notenpresse schöpfen würde;–)

Ich bin der Meinung, dass die Idee nur funktioniert, wenn JEDER das, was er monatlich erhält, auch monatlich einzahlt. Auch der Minijobber zahlt seine 450 € erst mal an das Finanzamt, bekommt aber 1050 € „zurück“. Kinder können im Normalfall natürlich nichts einzahlen. Sie erhalten ein nach Alter gestaffeltes Grundeinkommen, das wesentlich niedriger ist als das für Erwachsene. Der „Topf“, aus dem das Grundeinkommen finanziert wird, ist also nach meinem Modell wesentlich größer als alle deutschen Staatshaushalte zusammen. Wichtig ist, dass die Mindestlöhne erhalten bleiben, damit bei den Arbeit-“gebern“ keine Aufstockermentalität einreißt.

Deutschland hat zur Zeit etwa 82 Millionen Einwohner.
(Wer davon einen deutschen Pass hat, ist leider schlecht zu recherchieren, mindestens 1,9 Millionen davon NICHT – Stoff für eine Verschwörungstheorie;–)

Würde jeder 1050 € Grundeinkommen erhalten, wären dies rund 86 Milliarden € monatlich oder rund 1 deutsche Billion, die jährlich vom Finanzamt zu überweisen wären. Dafür würden sämtliche deutschen Staatseinnahmen nicht ausreichen, zumal daraus noch vieles Andere zu finanzieren wäre.

Sehr wohl würde aber das deutsche VOLKSEINKOMMEN ausreichen, denn das betrug 2016 2.338,39 Milliarden € (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/161332/umfrage/entwicklung-des-volkseinkommens-in-deutschland/) also mehr als das 2,3fache der notwendigen Geldsumme!

Mein UMLAGEMODELL stützt sich nämlich letztlich darauf. Es würde sogar weitestgehend unabhängig vom Staatshaushalt sein. Lediglich Zusatzbedarfe, z.B. für teure medizinische Behandlungen, müssten weiterhin von den Krankenkassen bzw. aus Staatszuschüssen(?) finanziert werden. Ich würde einen Krankenkassenbeitrag von etwa 200 € von den 1050 € ansetzen. Extra Wohngeld gäbe es nicht!

Das ist natürlich KEIN Schlaraffenlandmodell. Eine weitere sehr wichtige Randbedingung wäre, dass nur Bürger mit deutschem Pass in den Genuss des Grundeinkommens kommen dürfen. Deutschland benötigt dringend ein Einwanderungsgesetz. Einwanderungen nach Artikel 1 der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 müssen auf ein Mindestmaß begrenzt bleiben, wenn unsere Gesellschaft politisch stabil bleiben soll.

Noch geht es ohne BGE, aber es kommt vielleicht schneller als wir es uns wünschen die „böse“ „Industrie 4.0“ auf uns zu. (Wer hat sich eigentlich die Doku angesehen?) Die deutsche Volkswirtschaft stützt sich stark auf den Verbrennungsmotor. Der weltweite Umstieg auf die E-Mobilität könnte gerade in Deutschland sehr schnell viele Arbeitsplätze kosten. Rechtzeitig Vorbeugen war schon immer besser, als später aus einer Sackgasse nicht mehr rauskommen. Nach der voraussichtlich letzten Merkeladministration könnte das politische Deutschland völlig anders aussehen.

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30.08.2017, 14.40 Uhr
ReconNDH | Jörg B.
"...Ich bin der Meinung, dass die Idee nur funktioniert, wenn JEDER das, was er monatlich erhält, auch monatlich einzahlt...."

entweder haben Sie sich äußerst unglücklich ausgedrückt oder Sie sind völlig verrückt!? Ballaballa


"...Ich bin der Meinung, dass die Idee nur funktioniert, wenn JEDER das, was er monatlich erhält, auch monatlich einzahlt. Auch der Minijobber zahlt seine 450 € erst mal an das Finanzamt, bekommt aber 1050 € „zurück“..."

weshalb sollte der Minijobber dann überhaupt noch Minijobben? Egal welches Modell ich lese, keines davon ist "bedingungslos"!

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30.08.2017, 14.53 Uhr
Mueller13 | Hihi, das Volkseinkommen soll als herhalten!
Das Volkseinkommen setzt sich zusammen aus den Arbeitnehmerentgelten und den Firmen-und Vermögenseinkommen.

Haben Sie schon mal bei den Beziehern des Volkseinkommens nachgefragt, ob die denn ihr Einkommen für Ihre Experimente zur Verfügung stellen wollen?

So als ausländischer Aktieninhaber stelle ich mir diese Anfrage recht lustig vor... und als Inländer verbitte ich mir weitere sozialistische Experimente.

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30.08.2017, 15.22 Uhr
Mueller13 | @ Highvoltage : noch besser wird das Modell bei Mindestlohnbeziehern
Stellen Sie sich vor, Ihr monatliches Entgelt beträgt rund 1.100Euro und dafür gehen Sie 40h die Woche arbeiten (natürlich zuzüglich Anfahrt).
Wenn sie dagegen nicht arbeiten, bekommen Sie "nur" 1.050Euro, müssen aber auch nicht mehr zur Arbeit fahren...

Lassen Sie mich kurz überlegen, was wohl 90% aller Mindestlöhner machen werden...

Oder wenn man nicht ganz so helle oder faul in der Schule ist... Sich für den Abschluss quälen? Warum? es gibt doch Mindestlohn oder BGE... Die Natur des Menschen wird völlig verkannt...

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30.08.2017, 15.28 Uhr
Jörg Thümmel | Jörg Birkefeld und die neue Linke
aka kommunistische Plattform...

und damit sollte dann eigentlich auch schon alles zum Beitrag von Herrn Birkefeld gesagt sein.

Es ist natürlich eine äussert clevere Idee, das Bruttoinlandsprodukt, welches sich wie bereits genannt aus dem erwirtschafteten Vermögen der Firmen in Deutschland UND vorallem dem Einkommen der arbeitenden Bevölkerung zusammensetzt zur Finanzierung des BGE heranzuziehen.

1. Gehe ich arbeiten um meinen Verdienst von 2300€ abzugeben um im Gegenzug ein staatliches Almosen von 1050€ zu erhalten.

2. Würde das ganze genau einmal funktionieren, denn im zweiten Jahr wäre schlicht keine Bruttoinlandsprodukt mehr vorhanden, welches der geneigte Linke umverteilen könnte.

Sprich, das Umlagemodell des Herrn Birkefeld ist schlichtweg volkswirtschaftlicher Unsinn.

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30.08.2017, 15.49 Uhr
Joerg B. | Notwendige Ergänzung:
Es muss bei diesem Modell natürlich immer netto mindestens so viel eingezahlt werden, wie netto entnommen wird.

Ein Minijobber würde 450 € EINZAHLEN, dem System aber monatlich 600 € ENTNEHMEN. Das müsste durch Netto-Einzahler ausgeglichen werden, die z.B. bei einem Einkommen von 4000 € (nach vorherigem Abzug anderer Steuern, die dann wesentlich niedriger wären) 600 € (von den 4000 €) in das System EINZAHLEN:

So müsste es sein, wenn das Verhältnis von „Einzahlern“ zu „Entnehmern“ 1 zu 1 wäre. Aufgabe des Staates ist es, durch seine Wirtschafts- und Steuerpolitik dafür zu sorgen, dass dieses Verhältnis mindestens immer ausgeglichen ist, also summa summarum immer mindestens ein Euro zu viel „im Topf“ ist.

In Sachen „Industrie 4.0“ wird es dann interessant:

Was passiert, wenn immer mehr Menschen „aus Fleisch und Blut“ durch „Silikon-Menschen“ ersetzt werden? Der Arbeit-“geber“ produziert jetzt vielleicht billiger und effizienter, denn er braucht für die Silikon-Sklaven ja z.B. keine anteiligen Sozialabgaben mehr zu zahlen.

Im obigen Modell gibt es jetzt aber eine steigende Anzahl von „ENTNEHMERN“. Das kann ausgeglichen werden, indem z.B. die Konstrukteure der „Teufelsmaschinen“ oder die Aktionäre mehr einzahlen müssen. Die dritte Variante wäre eine im Wirtschaftsraum einheitliche(!), durch Importsteuern geschützte, Maschinensteuer, bei der jetzt die „Silikon-Sklaven“ die Steuerausfälle übernehmen müssten.

Im jetzigen Repressionsmodell würde aber ein „positiver Rückkopplungsprozess“ einsetzen. Die sich jetzt auf dem Höhepunkt befindliche Kauflaune würde durch einen technologiebedingten Absturz der Massenkaufkraft in sich zusammenbrechen, was die Unternehmer zu einer weiteren Einstellung von billiger produzierenden „Silikon-Sklaven“ zwingen könnte. Ein „Teufelskreis“ würde in Gang kommen.

Darüber muss man sich aber VORHER Gedanken machen und nicht immer nur darauf aus sein, wieder für vier Jahre in den Bundestag zu kommen, vielleicht mit der späteren Aussicht auf einen gut dotierten Beraterposten.

Oder es droht wie im 19. Jahrhundert eine Neuauflage der Maschinenstürmerei, wenn nicht ein neuer Religionskrieg gegen muslimische Einwanderer, die dann als schwarze Schafe allein verantwortlich gemacht werden.

Aber wie sagte schon Goethe sinngemäß:

Dies' Völkchen spürt den (eigentlichen) „Teufel“ nie,
selbst wenn er's schon beim Kragen hätte.

@ „Highvoltage“: „Ballaballa“

Bitte erst mal selbst etwas Spannung von der Leitung nehmen! Oder als Anonymus die eigene geistige Isolation prüfen!

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30.08.2017, 23.27 Uhr
BGE- Pirat | an Mueller13 mindeslohn
hallo ich bin erst 22.00 uhr von arbeit gekommen
und ich kenne genug menschen die 1000 bis 1300 euro im monat haben
die würden dann nicht für 1050,- zuhause bleiben
sondern sich für ca. 1700,- ein wenig mehr leisten können
und jeder euro der mehr am monats ende da ist
würde auch wieder ausgegeben und die wirtschaft stärken.
mfg heiko windisch

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31.08.2017, 06.51 Uhr
Jörg Thümmel | nette, aber leider falsche Vorstellung...
vom funktionieren einer Volkswirtschaft.

Erstens würde jeder Euro zu vorderst entweder jemanden weggenommen und somit dem Wirtschaftskreislauf entzogen oder aber aus Luft neu geschaffen werden. Eine Entlohnung ist nichts anderes als die Teilhabe an einer Wertschöpfungskette.

und zweitens würde der von Ihnen beschriebene Kreislauf faktisch und folgerichtig zu einer Verteuerung führen, da für das umverteilte Geld der wirtschaftliche Gegenwert fehlt.

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31.08.2017, 11.33 Uhr
BGE- Pirat | Und wo kommen die 60 Miliarden her die Europa jeden Monat druckt
und außerdem brauchen wir ja die inflation da mit der kapitalismus funktioniert
mfg heiko

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31.08.2017, 11.39 Uhr
Mueller13 | @BGE-Pirat: Da fehlen ein paar Grundlagen
Ich bin ja bei Ihnen, dass unsere Wirtschaft nicht optimal läuft. Und ja, wir sollten darüber nachdenke, wie wir Ausuferungen beschränken können. Aber so wie Sie sich die Welt vorstellen funktioniert sie nicht.
Bitte setzen Sie sich mit grundsätzlichen Sachen auseinander. Z.B.
- wie entsteht Geld
- welchen Einfluss haben Steuern
- was bewirken zu hohe Steuern
- was ist das Volkseinkommen
- wie setzt sich das Volkseinkommen zusammen
- wer hat Zugriff auf das Volkseinkommen

Wenn Sie die Materie durchdrungen haben, werden Sie feststellen, dass wir erst andere Probleme lösen müssen, ehe wir Ihren Sozialismus einführen.

Und am Ende vom Prozess einigt Euch irgendwann mal auf ein Modell, weil sonst jeder etwas anderes erzählt...
Es ist müssig über die Form von Pudding zu diskutieren. Er wird stets die Form des Gefäßes haben, in dem er sich befindet...

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31.08.2017, 11.47 Uhr
Joerg B. | „Watt is en Dampfmaschin?“
… oder Watt is en Jrundeenkomm (Grundeinkommen)?

Ohne lange Vorrede:
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Ein Grundeinkommen ähnelt stark einem Pausch(al)betrag
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„Ein Pausch(al)betrag ist ein Mindestbetrag, der angerechnet wird, ohne Einzelbeträge z.B. durch Belege nachweisen zu müssen. Pauschbeträge dienen der Verwaltungsvereinfachung, da für die Finanzbehörde aufwendige Belegprüfungen vermieden werden können.“ (Wikipedia)

„Mindestbetrag“ wird hier durch das „soziokulturelle Existenzminimum“ ersetzt. Letzteres ist allerdings etwas höher als das, was ein Mitteleuropäer zur Befriedigung seiner elementaren Grundbedürfnisse benötigt.

Mein Fehler war es, mich zu sehr bei der Finanzierbarkeit aufgehalten zu haben, ohne zunächst auf das elementare Grundprinzip eingegangen zu sein.

Nein, @ Jörg Thümmel, es wird nichts „zu vorderst entweder jemanden weggenommen und somit dem Wirtschaftskreislauf entzogen oder aber aus Luft neu geschaffen“.

Auf die Gefahr hin, wieder missverstanden zu werden: Eigentlich sind es finanztechnisch bedingte „Luft-BUCHUNGEN“.
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Belastend für das Sozialsystem wirken lediglich die Beträge, die Gering- oder Nichtsverdienern bis zur fiktiven 1050-Euro-Grenze fehlen. Sonderfälle wären Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren, die ein Teil-BGE erhalten würden
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Die eine Billion ist nur ein "Durchlaufposten".

Dagegen wird der Sozialstaat entlastet bei:

• Arbeitslosengeld I (fällt weg oder muss durch freiwillige Beiträge risiko-finanziert werden.)
• Arbeitslosengeld II (fällt weg)
• Elterngeld, Kindergeld & Kinderfreibetrag (ist künftig im BGE für Kinder und Jugendliche enthalten. Der Kinderfreibetrag ist ohnehin nur ein Steuergeschenk für „Gutbetuchte“)
• Wohngeld (ist im BGE enthalten, Wer zu teuer wohnt, muss eben z.B. wegziehen oder sich das Geld beim örtlichen „Amt für Zusatzbedarfe“ erstreiten.)
• Mutterschaftsgeld (ist im BGE enthalten)
• Die Rentenversicherung ist Privatsache sollte aber weiterhin größtenteils freiwillig nach dem Umlageprinzip erfolgen.

Weiterhin fallen weg:

• Kündigungsschutz (Es muss dem Arbeit-“nehmer“ prinzipiell nur genug Zeit gelassen werden, z.B. seinen Schreibtisch zu räumen.) Arbeitsschutzregelungen bleiben selbstverständlich erhalten.
• Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall sind Verhandlungssache. (Die gesetzliche Krankenversicherung sollte nicht angetastet aber mit aus dem BGE finanziert werden.)
• Betriebliche Sozialleistungen sind Verhandlungssache.
• Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, 13. Monatsgehalt sind Verhandlungssache

Weiteres dazu siehe z.B.: http://wwwftp.uni-lueneburg.de/personal_fuehrung/index.php/Betriebliche_Sozialleistungen

Jetzt setzt es sicher Kritik von Seiten der Gewerkschaften. Diese werden aber nicht überflüssig. Sie müssen sich z.B. unbedingt weiter um die Einhaltung der gesetzlichen Mindestlöhne kümmern und deren Umgehung verhindern.

Das A & O bei der Sache sind die wirksame Reduzierung einer immer mehr ausufernden, stressigen und geldverschlingenden Sozialbürokratie bei gleichzeitiger „pflöcke-einrammender“ Vorsorge gegenüber den schwer zu kalkulierenden Herausforderungen der Zukunft (z.B. „Industrie 4.0“).

Weiteres siehe z.B.: https://wiki.piratenpartei.de/Bedingungsloses_Grundeinkommen/Umsetzung

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31.08.2017, 12.22 Uhr
Mueller13 | @ BGE-Pirat - Sie stellen die richtigen Fragen
Deshalb ja auch meine Empfehlung sich damit zu beschäftigen, wie Geld entsteht. Welche Auswirkungen das monatliche Drucken von 60Mrd (auf das Jahr betrachtet das doppelte des Bundeshaushalts) auf unsere Geldwertstabilität hat, muss man sicherlich nicht erklären.
Und nein, der Kapitalismus als Wirtschaftssystem braucht keine Inflation, das würde auch hervorragend ohne funktionieren. Nur einige Marktakteure (die zur Überschuldung neigen) brauchen Inflation.

Ganz nebenbei haben wir ein grundsätzliches Problem mit dem Geldsystem, das wir auch nicht repariert bekommen. Das wird im übrigen dazu führen, dass man keine Angst vor großen Vermögen zu haben braucht, die werden nämlich auf absehbare Zeit eingedampft.

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31.08.2017, 15.54 Uhr
ScampiTom | "Kommunismus ist, wenn es allen gleich schlecht geht."
Wie schon die eiserne Lady sagte, "Kommunismus funktioniert nur so lange, bis das Geld der anderen alle ist." Wenn der Mensch nicht gefordert wird wird das Geld fürs BGE schnell alle. es klingt verlockend, aber man könnte auch gleich die Grundversorgung kostenlos zur Verfügung stellen, denn der Markt wird das Geld abschöpfen wie eine Subvention. Kein Mehrwehrt, keine Freiheit wird entstehen.

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