Do, 13:59 Uhr
11.02.2016
Platz für neue Ansiedlungen
Knauf reißt Gipswerk ab
Der Rückbau des früheren Gipswerkes in Niedersachswerfen läuft. Bis Jahresende soll die große Industrieanlage verschwunden sein. Susanne Schedwill war Anfang der Woche vor Ort...
Knauf lässt abreißen (Foto: S. Schedwill)
Niedersachswerfen. Wie ein übergroßes Skelett ragt das alte Silogebäude jetzt über die Bauwipfel am Kohnstein. Die Verkleidung des Werksgebäudes auf dem Gelände des Niedersachswerfer Steinbruchs ist teilweise abgebaut.
Die Asbestsanierung ist abgeschlossen. Jetzt läuft der Betonabbruch, erläutert Robert Tandler die aktuellen Abrissarbeiten. Tandler ist bei der Firma Knauf Deutsche Gipswerke KG in Rottleberode für das Flächen- und Umweltmanagement zuständig. Seit Jahresbeginn lässt das Gipsunternehmen das einstige Wildgruber-Anhydrit-Werk in Niedersachswerfen abreißen und zurückbauen.
Die Arbeiten im Tagebau und an der eigentlichen Industrieanlage im Gewerbegebiet laufen parallel. Hauptauftragnehmer ist die Firma Leis Abbruch & Recycling aus Walldüren in Baden-Württemberg, die für das Unternehmen Knauf bereits andere Industrieanlagen zurückgebaut hat. Für Spezialarbeiten hat die Firma Lies wiederum Subunternehmer verpflichtet, sagt Tandler. So wie die Firma Eckert Industrieabbruch, deren Mitarbeiter seit Mitte Januar die Anfang der 1990er Jahre gebaute Anhydritverarbeitungsanlage nun wieder abbauen.
Der Abbruch verläuft konventionell, gesprengt werden die Industriehallen nicht. Bei Knauf rechnet man mit rund 5000 Tonnen Metallschrott. Dieser wird hauptsächlich mit Lkw abtransportiert und fachgerecht entsorgt, unter anderem in einem speziellen Zentrum in Salzgitter. Bereits zum Jahresende soll die riesige Industrieanlage verschwunden sein. Bis dahin rechnet man bei Knauf mit Abrisskosten in sechsstelliger Höhe. Denn auch der Schrottverkauf wird die Kosten für Abriss und Entsorgung nicht komplett aufwiegen können. Weitere Erlöse erhofft man sich durch den Verkauf des rund 3,2 Hektar großen Grundstücks.
Doch nicht alles landet auf dem Müll: Ein Teil der alten Anlagen wurde ausgebaut. Der Stillstand der vergangenen Jahre hat der Technik kaum geschadet. Überarbeitet kommen die Maschinen, wie eine alte Mühle, in anderen Knaufwerken wieder zum Einsatz.
Wenn zum Jahresende die letzten Bagger abfahren, dann wird von der einstiegen Industrieanlage wohl nichts mehr zu sehen sein.
Möglicherweise bleibt nur eine Nebenhalle stehen, eine Entscheidung dazu steht noch aus. Mit dem Verschwinden des riesigen weißen Industriebaues verändert sich nicht nur die Ortsansicht von Niedersachswerfen. Auch die Möglichkeit neue Industrie anzusiedeln, wird es dann auf der rund 3,2 Hektar großen Fläche geben. Darauf setzt Harztor-Bürgermeister Stephan Klante, der genau mit dieser Vorstellung vor gut zwei Jahren mit dem Unternehmen in Rottleberode Kontakt aufgenommen hatte.
Nach mehreren Gesprächen mit Vertretern des Werkes sowie dem technischen Direktor des Familienunternehmens, Carlo Knauf, wurde Klante die Bereitschaft zum Rückbau zugesagt. Knauf hatte das Anhydritverarbeitungsanlage vor über zehn Jahren von der Firma Wildgruber gekauft, als diese in Insolvenz ging. Für uns bedeutete die alte Anlage, vor allem deren Sicherung, natürlich auch laufende Kosten, erläutert Tandler. Denn zur Produktion braucht Knauf das Werk mit Blick auf den Industriestandort in Rottleberode nicht.
Parallel dazu führte die Gemeinde Harztor Gespräche mit der Landesentwicklungsgesellschaft zur künftigen Vermarktung des Industriegebietes, das als eines der wenigen in der Region auch über eine Schienenanbindung verfügt.
Susanne Schedwill
Die nnz hatte bereits Anfang Januar über den bevorstehenden Abriss berichtet.
Autor: red
Knauf lässt abreißen (Foto: S. Schedwill)
Niedersachswerfen. Wie ein übergroßes Skelett ragt das alte Silogebäude jetzt über die Bauwipfel am Kohnstein. Die Verkleidung des Werksgebäudes auf dem Gelände des Niedersachswerfer Steinbruchs ist teilweise abgebaut.
Die Asbestsanierung ist abgeschlossen. Jetzt läuft der Betonabbruch, erläutert Robert Tandler die aktuellen Abrissarbeiten. Tandler ist bei der Firma Knauf Deutsche Gipswerke KG in Rottleberode für das Flächen- und Umweltmanagement zuständig. Seit Jahresbeginn lässt das Gipsunternehmen das einstige Wildgruber-Anhydrit-Werk in Niedersachswerfen abreißen und zurückbauen.
Die Arbeiten im Tagebau und an der eigentlichen Industrieanlage im Gewerbegebiet laufen parallel. Hauptauftragnehmer ist die Firma Leis Abbruch & Recycling aus Walldüren in Baden-Württemberg, die für das Unternehmen Knauf bereits andere Industrieanlagen zurückgebaut hat. Für Spezialarbeiten hat die Firma Lies wiederum Subunternehmer verpflichtet, sagt Tandler. So wie die Firma Eckert Industrieabbruch, deren Mitarbeiter seit Mitte Januar die Anfang der 1990er Jahre gebaute Anhydritverarbeitungsanlage nun wieder abbauen.
Der Abbruch verläuft konventionell, gesprengt werden die Industriehallen nicht. Bei Knauf rechnet man mit rund 5000 Tonnen Metallschrott. Dieser wird hauptsächlich mit Lkw abtransportiert und fachgerecht entsorgt, unter anderem in einem speziellen Zentrum in Salzgitter. Bereits zum Jahresende soll die riesige Industrieanlage verschwunden sein. Bis dahin rechnet man bei Knauf mit Abrisskosten in sechsstelliger Höhe. Denn auch der Schrottverkauf wird die Kosten für Abriss und Entsorgung nicht komplett aufwiegen können. Weitere Erlöse erhofft man sich durch den Verkauf des rund 3,2 Hektar großen Grundstücks.
Doch nicht alles landet auf dem Müll: Ein Teil der alten Anlagen wurde ausgebaut. Der Stillstand der vergangenen Jahre hat der Technik kaum geschadet. Überarbeitet kommen die Maschinen, wie eine alte Mühle, in anderen Knaufwerken wieder zum Einsatz.
Wenn zum Jahresende die letzten Bagger abfahren, dann wird von der einstiegen Industrieanlage wohl nichts mehr zu sehen sein.
Möglicherweise bleibt nur eine Nebenhalle stehen, eine Entscheidung dazu steht noch aus. Mit dem Verschwinden des riesigen weißen Industriebaues verändert sich nicht nur die Ortsansicht von Niedersachswerfen. Auch die Möglichkeit neue Industrie anzusiedeln, wird es dann auf der rund 3,2 Hektar großen Fläche geben. Darauf setzt Harztor-Bürgermeister Stephan Klante, der genau mit dieser Vorstellung vor gut zwei Jahren mit dem Unternehmen in Rottleberode Kontakt aufgenommen hatte.
Nach mehreren Gesprächen mit Vertretern des Werkes sowie dem technischen Direktor des Familienunternehmens, Carlo Knauf, wurde Klante die Bereitschaft zum Rückbau zugesagt. Knauf hatte das Anhydritverarbeitungsanlage vor über zehn Jahren von der Firma Wildgruber gekauft, als diese in Insolvenz ging. Für uns bedeutete die alte Anlage, vor allem deren Sicherung, natürlich auch laufende Kosten, erläutert Tandler. Denn zur Produktion braucht Knauf das Werk mit Blick auf den Industriestandort in Rottleberode nicht.
Parallel dazu führte die Gemeinde Harztor Gespräche mit der Landesentwicklungsgesellschaft zur künftigen Vermarktung des Industriegebietes, das als eines der wenigen in der Region auch über eine Schienenanbindung verfügt.
Susanne Schedwill
Die nnz hatte bereits Anfang Januar über den bevorstehenden Abriss berichtet.





