eic kyf msh nnz uhz tv nt
Do, 06:42 Uhr
15.04.2004

Tradition und Moderne

Nordhausen (nnz). Ein ostdeutsches Unternehmen ein Jahrzehnt durch die schwierige Zeit der wirtschaftlichen Rezession, der Firmenpleiten und Insolvenzen erfolgreich zu führen, ist eine beachtliche Leistung und deshalb auch ein triftiger Grund zum Feiern. Kürzlich beging in Nordhausen ein Betrieb mit langjähriger Tradition dieses Jubiläum.


Die Macher Am 5. April 2004 bestand der Betrieb Graphischer Maschinenbau Nordhausen GmbH exakt 10 Jahre. Das Unternehmen hat sich auf die Entwicklung und Fertigung von Maschinen und Anlagen für Buchbindereien, für die Tapeten- und Papierkonfektion sowie für die Herstellung von Auto- und Industriefiltern spezialisiert und liefert seine Produkte sowohl über Fachhändler als auch direkt an anspruchsvolle Kunden im In- und Ausland, u. a. in die USA, nach Kanada, Kolumbien, Chile, China, Dubai, Tunesien, die Ukraine, nach Kasachstan, Ungarn und nach Tschechien.

An modernen CAD-Arbeitsstationen erfolgt im eigenen Betrieb die Projektierung und Konstruktion sowie hochgradig an CNC-Arbeitsplätzen die Teilefertigung. In der mechanischen Fertigung werden mehr als 80 Prozent aller Zeichnungsteile selbst gefertigt. Schweißen, Lackieren, die Maschinen- und Elektromontage, der Probelauf und meistens auch die Montage, Inbetriebnahme und die Einweisung beim Kunden gehören zum ständigen Leistungsspektrum.

Klebebindemaschinen, Messer- und Rotationsfaltmaschinen, Auf- und Abrollungen, Längs- und Querschneider sowie Rollautomaten, Prägemaschinen und komplette Anlagen für die Filterherstellung sind die Haupterzeugnisse des Unternehmens, das aber auch diverse Teile für verschiedene Anwendungen in Lohnfertigung für andere Kunden bearbeitet.

Die notwendigen praktischen Erfahrungen kommen nicht von ungefähr. Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis 1839 zurück, als Julius Fischer eine der ersten Maschinenfabriken in Nordhausen gründete. Hier wurden die ersten Tapetendruckmaschinen in Deutschland hergestellt. Diese Tradition setzte später der VEB Polygraph fort.

Als Ende 1993 der nunmehr Poygraph Nordhausen GmbH in einen Folgekonkurs ging und über 50 Arbeitnehmer ihren Job verloren, war schnelles Handel gefragt, wenn ein Neubeginn Aussicht auf Erfolg haben sollte. Am 5. April 1994 gründeten die Gesellschafter Herbert Unger, Rüdiger Ittner, Friedrich Forberger und Curt Weinrich das Unternehmen Graphischer Maschinenbau Nordhausen GmbH und stellten knapp zwei Wochen später die fünf Mitarbeiter Emil Widrich (Maschinenschlosser), Ingolf Krüger (Schweißer, Blechklempner), Hans-Peter Urban (CNC-Dreher), Frank Stamer (CNC-Bohrer-Fräser) und Peter Pforr (Konstrukteur) ein. Die erforderlichen Werkstattflächen, Maschinen und Ausrüstungen sowie Büros mietete man sich vom Konkursverwalter. Eigenmittel der Gesellschafter sowie Kundenanzahlungen dienten zur Vorfinanzierung der ersten Aufträge.

Zuerst wurden Lohnarbeiten ausgeführt und Ersatzteile gefertigt, bis dann ab Jahresmitte die erste Neuentwicklung ­ eine Klebebindemaschine BIC 600 für Sortimentsbuchbinder produziert und verkauft werden konnte. Der Verkauf des in Konkurs gegangenen früheren Hauptkunden von Polygraph Nordhausen GmbH in Leipzig an einen Wettbewerber ermöglichte dem jungen Unternehmen, das vorhandene Know how in der Entwicklung und Fertigung von Falzbogenanlegern für den Sammelhefter ab dem 2. Halbjahr 1994 wieder zu verwerten.

Technik und Erfahrung Das strategische Ziel, Anbieter von überwiegend kundenspezifischen Lösungen für Maschinen und Anlagen verschiedener Branchen zu werden, wurde mit der Entwicklung und Fertigung von Messerfaltmaschinen und später Rotationsfaltmaschinen sowie weiterer Komponenten und auch Anlagen zur Herstellung von KFZ- und Industriefiltern erfolgreich realisiert. Das Unternehmen wuchs. Aus den ursprünglich fünf Mitarbeitern wurden bis heute 30. Dazu kommen noch vier Lehrlinge, die zu Industriemechanikern ausgebildet werden.

„Die vergangenen 10 Jahre waren eine Erfolgsgeschichte. Jedoch haben beispielsweise die bis Ende 1996 nicht gewährten Kredite für dringend notwendige Investitionen und die seit dem 2. Quartal 2001 stark gesunkene Abnahme von Baugruppen durch den umsatzstärksten Einzelkunden erheblich die betriebswirtschaftliche Entwicklung behindert“, resümiert Rüdiger Ittner.

Um auch künftig dem guten Ruf auf dem Weltmarkt weiter gerecht zu werden, sind hohe Flexibilität, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit der gelieferten Maschinen und Anlagen sowie ein umfassender Service und günstige Preise die entscheidenden Kriterien. Daran arbeiten alle Mitarbeiter, die drei geschäftsführenden Gesellschafter Rüdiger Ittner, Friedrich Forberger und Curt Weinrich sowie die Auszubildenden täglich mit fachlichem Können und großem persönlichen Einsatz für eine gute und langfristige Zukunft des graphischen Maschinenbaus in Nordhausen.
Autor: rh

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)