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Anwassern in der Zorge

Ab ins Wasser!

Freitag, 19. Mai 2017, 18:11 Uhr
Bei reichlich reißender Strömung begrüßten heute zwei Kindergärten und der Kneipp-Verein die schöne Jahreszeit. Groß und Klein wateten tapfer durch die frischen Fluten - für den Spaß und die Gesundheit. Und auch dem eigentlichen Ziel kam man wieder ein Stück näher...

Ab ins Wasser - in der Zorge hieß es heute wieder "Anwassern" (Foto: Angelo Glashagel)
Maienzeit ist Zeit zum Anwassern! An der Zorge tat man heute mehr, als nur den großen Zeh ins Wasser zu halten. Im Storchengang ging es durch den Fluß. Ein paar Meter durch das kalte Wasser und wieder rein in die warmen Strümpfe. Das soll den Kreislauf in Wallung bringen und das Immunsystem stärken.

Mit dabei waren wie immer die Kinder des Traumzauberbaums und des Johanniterkindergartens am Lohmmarkt. Für die Kleinen ist das alles nichts neues, beide Einrichtungen sind ausgewiesene "Kneipp"-Kindergärten und Verfahren nach den Methoden des Naturheilkundlers Sebastian Anton Kneipp.

Dabei spielt vor allem kaltes Wasser eine Rolle, aber nicht nur, erklärte heute Eva Maria Hermsdorf vom Nordhäuser Kneipp-Verein. Die 120 Mitglieder gehen nicht nur Wasser treten, sondern setzten sich auch mit Kräutermedizin, gesunder Ernährung, und möglichst viel Bewegung auseinander - vom wandern über Aquafitness bis zum gemeinsamen Tanz. "Das alles ist Teil der Lebensordnung und die gilt es zu erhalten", sagt Frau Hermsdorf. Und zu wirken scheint es auch - das älteste Mitglied im Verein hat ihren 90. Geburtstag schon hinter sich und steigt auch heute noch ins kalte Nass.

Ab ins Wasser - in der Zorge hieß es heute wieder "Anwassern" (Foto: Angelo Glashagel) Der Verein nutzt das inzwischen alljährlich stattfindende Anwassern auch, um mit Kuchen- und Bratwurstverkauf ein paar Einnahmen zu generieren. Schon bald, so hofft die Kneipp-Jünger, können sie sich einen lang gehegten Wunsch erfüllen: einen eigenen Kneipp-Brunnen. Ins Auge gefasst hatte man das Wasserspiel direkt am Badehaus, das wird sich aber technisch nicht realisieren lassen, der Brunnen gibt es nicht her.

Stattdessen will man jetzt auf die Natur ausweichen. Ein einfacher Handlauf in der Zorge, wie man ihn etwa aus dem Neustädter Stadtbild kennt, würde schon reichen. Bis jetzt fehlt es noch am nötigen Kleingeld und der Unterstützung. Mit jedem Anwassern komme ein bisschen mehr zusammen, sagte Hermsdorf. Vielleicht reicht es im kommenden Jahr. Das einfache Gitter, das heute als Stütze in der "reißenden" Zorge diente, wäre dann Geschichte und Nordhausen um ein kleines Stückchen Lebensqualtität reicher.
Angelo Glashagel
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