Fr, 10:35 Uhr
25.07.2003
Anzeige gegen Ex-EGN-Macher
Nordhausen (nnz). In der letzten Sitzung vor der Sommerpause beschlossen die Mitglieder des Nordhäuser Kreistages die Fusion der EGN und der Service-Gesellschaft. nnz hatte damals bereits einen Rückblick gewagt. Jetzt beschäftigt sich die Mühlhäuser Staatsanwaltschaft mit einem Fusionspartner.
Es ist die Entwicklungsgesellschaft des Landkreises Nordhausen (EGN). Sie wurde erst beerdigt, dann abgewickelt und nun fusioniert. Die nachhaltigen Probleme mit der EGN sind damit allerdings nicht aus der Welt, Wie nnz bereits mehrfach berichtete, konstruierten führende EGN-Mitarbeiter ein Geflecht aus Firmen. Eine davon war die Industrie-Sanierung-Entwicklung Beteiligungs GmbH, kurz ISEG. Das Unternehmen soll unter anderem die Buchhaltung für die EGN und die Bearbeitung von Pflegschaften für kreiseigene Grundstücke übernommen haben. Geschäftsführerin war unter anderem eine Frau Kämmerer, die gleichzeitig auch Gesellschafter (38.000 DM am Stammkapital) gewesen sein soll.
Was erst jetzt bekannt geworden ist war die Tatsache, dass auch andere EGN-Macher stille Teilhaber an der ISEG gewesen sein sollen. Da fällt in diesem Zusammenhang der Name Ullrich Fiedler, damaliger Geschäftsführer der EGN. Und da geht es um Transaktionen im großen Stil. Mal waren es 500.000 DM als Anleihe, welche die Service Gesellschaft der EGN zur Verfügung gestellt haben soll, mal waren es 375.000 DM, die seitens der EGN von der ISEG gefordert worden waren.
All diese Transaktionen wurden nach nnz-Informationen ohne jegliche Beschlüsse des Kreistages durchgezogen, obwohl eigentlich Landrat Joachim Claus (CDU) und der damalige Finanzdezernent der Kreisverwaltung, Günther Uebner zumindest als Gesellschafterversammlung agierten und doch bei Aufsichtsratssitzungen zugegen gewesen sein müssen. Die kollektive Unwissenheit im Kreistag wundert, schließlich war der Kreis zu dieser Zeit Gesellschafter beider Unternehmen, also der EGN und der Service.
Aber auch ein Herr Kowol soll Anteile bei der ISEG besessen haben. Wolfgang Kowol war bis Ende Juni Geschäftsführer der Service-Gesellschaft des Landkreises Nordhausen GmbH. Nun nicht mehr. Es ist von seinen Aufgaben als Geschäftsführer entbunden worden, darf keinerlei Unterschriften mehr tätigen. Wie nnz jetzt erfuhr, soll bereits im vergangenen Jahr gegen Barbara Kämmerer, Wolfgang Kowol und Ulrich Fiedler eine Anzeige bei der Mühlhäuser Staatsanwaltschaft erstattet worden sein.
Die nnz-Redaktion wird sich in einem weiteren Beitrag sowohl mit den Erstattern der Anzeige als auch mit dem Geflecht der Beteiligungen, Firmen und vor allem mit den stillen Teilhabern beschäftigten.
Autor: nnzEs ist die Entwicklungsgesellschaft des Landkreises Nordhausen (EGN). Sie wurde erst beerdigt, dann abgewickelt und nun fusioniert. Die nachhaltigen Probleme mit der EGN sind damit allerdings nicht aus der Welt, Wie nnz bereits mehrfach berichtete, konstruierten führende EGN-Mitarbeiter ein Geflecht aus Firmen. Eine davon war die Industrie-Sanierung-Entwicklung Beteiligungs GmbH, kurz ISEG. Das Unternehmen soll unter anderem die Buchhaltung für die EGN und die Bearbeitung von Pflegschaften für kreiseigene Grundstücke übernommen haben. Geschäftsführerin war unter anderem eine Frau Kämmerer, die gleichzeitig auch Gesellschafter (38.000 DM am Stammkapital) gewesen sein soll.
Was erst jetzt bekannt geworden ist war die Tatsache, dass auch andere EGN-Macher stille Teilhaber an der ISEG gewesen sein sollen. Da fällt in diesem Zusammenhang der Name Ullrich Fiedler, damaliger Geschäftsführer der EGN. Und da geht es um Transaktionen im großen Stil. Mal waren es 500.000 DM als Anleihe, welche die Service Gesellschaft der EGN zur Verfügung gestellt haben soll, mal waren es 375.000 DM, die seitens der EGN von der ISEG gefordert worden waren.
All diese Transaktionen wurden nach nnz-Informationen ohne jegliche Beschlüsse des Kreistages durchgezogen, obwohl eigentlich Landrat Joachim Claus (CDU) und der damalige Finanzdezernent der Kreisverwaltung, Günther Uebner zumindest als Gesellschafterversammlung agierten und doch bei Aufsichtsratssitzungen zugegen gewesen sein müssen. Die kollektive Unwissenheit im Kreistag wundert, schließlich war der Kreis zu dieser Zeit Gesellschafter beider Unternehmen, also der EGN und der Service.
Aber auch ein Herr Kowol soll Anteile bei der ISEG besessen haben. Wolfgang Kowol war bis Ende Juni Geschäftsführer der Service-Gesellschaft des Landkreises Nordhausen GmbH. Nun nicht mehr. Es ist von seinen Aufgaben als Geschäftsführer entbunden worden, darf keinerlei Unterschriften mehr tätigen. Wie nnz jetzt erfuhr, soll bereits im vergangenen Jahr gegen Barbara Kämmerer, Wolfgang Kowol und Ulrich Fiedler eine Anzeige bei der Mühlhäuser Staatsanwaltschaft erstattet worden sein.
Die nnz-Redaktion wird sich in einem weiteren Beitrag sowohl mit den Erstattern der Anzeige als auch mit dem Geflecht der Beteiligungen, Firmen und vor allem mit den stillen Teilhabern beschäftigten.

