Fr, 10:55 Uhr
05.11.2010
Bitte an Westerwelle
Aus der Politik tönt ab und zu die Forderung, das Praktikum junger Menschen in Unternehmen und Einrichtungen nicht zu missbrauchen. Komischerweise erhalten Praktikanten im Auswärtiigen Amt keinerlei Vergütung. Darum hat ein nnz-Leser dessen Chef einen Brief geschrieben...
Sehr geehrter Herr Dr. Westerwelle,
wie aus einer Mitteilung des Hamburger Abendblattes unter Bezug auf die Antwort der Bundesregierung zu einer Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervorgeht, vergütet auch das Auswärtige Amt grundsätzlich keine Tätigkeit von Praktikanten. So wurden 2009 nach Angaben der Presse 871 Praktikanten im Auswärtigen Amt ohne Aufwandsentschädigung beschäftigt.
Sie zeichnen als Minister für diesen Umgang mit den Praktikanten im Außenministerium verantwortlich. Praktikaplätze sind Bestandteile der Ausbildung. Es ist verständlich, dass hierbei nicht die Kriterien eines tariflichen Vollarbeitsplatzes angelegt werden sollen. Darum geht es auch nicht. Aber leider ist es in der Bundesrepublik üblich geworden, Praktikanten generell für lau arbeiten zu lassen.
Das untergräbt nicht nur meiner Meinung nach das liberale Grundprinzip, wonach Leistung sich lohnen muss. Auch halte ich diese Vorgehensweise für moralisch und sozial bedenklich, denn nicht wenige der heutigen Praktikanten sind unsere Leistungsträger und Führungskräfte von morgen. Daran, wie mit ihnen heute verfahren wird, werden sie ihre eigenen Handlungsmaximen für die Zukunft ausrichten.
Ich bitte Sie deshalb, die Vergütung von Praktikanten in dem von Ihnen geführten Bundesministerium zu ändern und hierfür eine unserem liberalen Verständnis nach gerechte Lösung zu finden und anzuwenden.
Mit freundlichen Grüßen
Klaus-Uwe Koch, Mitglied der FDP
Autor: nnzSehr geehrter Herr Dr. Westerwelle,
wie aus einer Mitteilung des Hamburger Abendblattes unter Bezug auf die Antwort der Bundesregierung zu einer Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervorgeht, vergütet auch das Auswärtige Amt grundsätzlich keine Tätigkeit von Praktikanten. So wurden 2009 nach Angaben der Presse 871 Praktikanten im Auswärtigen Amt ohne Aufwandsentschädigung beschäftigt.
Sie zeichnen als Minister für diesen Umgang mit den Praktikanten im Außenministerium verantwortlich. Praktikaplätze sind Bestandteile der Ausbildung. Es ist verständlich, dass hierbei nicht die Kriterien eines tariflichen Vollarbeitsplatzes angelegt werden sollen. Darum geht es auch nicht. Aber leider ist es in der Bundesrepublik üblich geworden, Praktikanten generell für lau arbeiten zu lassen.
Das untergräbt nicht nur meiner Meinung nach das liberale Grundprinzip, wonach Leistung sich lohnen muss. Auch halte ich diese Vorgehensweise für moralisch und sozial bedenklich, denn nicht wenige der heutigen Praktikanten sind unsere Leistungsträger und Führungskräfte von morgen. Daran, wie mit ihnen heute verfahren wird, werden sie ihre eigenen Handlungsmaximen für die Zukunft ausrichten.
Ich bitte Sie deshalb, die Vergütung von Praktikanten in dem von Ihnen geführten Bundesministerium zu ändern und hierfür eine unserem liberalen Verständnis nach gerechte Lösung zu finden und anzuwenden.
Mit freundlichen Grüßen
Klaus-Uwe Koch, Mitglied der FDP


