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Fr, 07:11 Uhr
09.07.2010

Auf dem Weg zur Kita

Im Gutshaus Bielen hat sich schon viel getan. Alle sind gespannt, besonders die Kolleginnen der Kita und natürlich auch die Kinder und deren Eltern. Wie wird das neue Gutshaus einmal aussehen, wann wird es fertig sein und wie ist die derzeitige Kostenentwicklung? Wir haben einmal versucht Antworten zu finden.

Vom Gutshaus zur Kita (Foto: F. Jeschke)
Bestimmt jeder Bielener Bürger hat im Vorbeigehen bzw. -fahren oder bei einem Spaziergang die Vorgänge auf der Baustelle „Gutshaus“ Bielen in Augenschein genommen und verfolgt. Wir haben uns einmal in der Baustelle umgesehen und uns ein Bild für sie gemacht, wie weit die Bauarbeiten vorangegangen sind. Derzeit ist die Bau- und Sanierungsfirma Wiegand aus Großwechsungen mit Betonarbeiten in der ersten Etage der Südseite betraut. Wirft man einmal einen Blick in das Gebäude, dann wird der Umfang der noch bevorstehenden Bauarbeiten klar, denn das Gebäude ist vollkommen „entkernt“, mit anderen Worten: Hohl. Der Blick geht also ungehindert vom Parterre bis zum Dachfirst hinauf.

Vom Gutshaus zur Kita (Foto: F. Jeschke) Träger der jetzigen und zukünftigen Kindertagesstätte ist das DRK, doch Eigentümer ist die Stadt, also haben wir uns an Patrick Grabe, Pressesprecher der Stadt Nordhausen, gewandt, um näheres zu erfahren. Auf die Frage, wann die Bauarbeiten fertig sind, sagte er uns: „Ein Fertigstellungstermin in diesem Jahr ist nicht mehr möglich. Die Schäden am Gebäude sind größer als im Vorfeld angenommen. Die Erneuerung der kaputten Bauteile nimmt Zeit in Anspruch, sodass der Übergabetermin in der Jahresmitte 2011 liegen wird.“ Und er erklärte auch gleich warum: „So stellte sich heraus, dass weitere Holzbalken stark beschädigt sind, die Gründung des Westgiebels durch ein altes Gewölbe unterbrochen ist, Balken durch Nassfäule geschädigt sind und ausgetauscht werden müssen.“

Das war schon ein fast zu erwartender Rückschlag, denn Anfang vergangenen Jahres wurde eine Bauzeit für die Renovierung des Gutshauses auf zwei Jahre geschätzt. Auf Nachfrage konnte damals eine Überraschung vernommen werden, denn nach den Sondierungsarbeiten war ein Mehraufwand erwartet worden. „Vorausgesetzt, dass sich der Stadtrat entschließt, die nötigen Zusatzmittel mit dem Haushalt 2010 zur Verfügung zu stellen“, so Patrick Grabe im Oktober 2009, „können die Bauarbeiten 2010 abgeschlossen werden.“ Die Euphorie der schnellen Fertigstellung ist jetzt allerdings den offensichtlichen Tatsachen gewichen.

Vom Gutshaus zur Kita (Foto: F. Jeschke) Bei genauer Betrachtung hat sich auch die Frage gestellt: Was bleibt noch vom Denkmalstatus? Der Dachstuhl ist fertig und jetzt muss fast die gesamte Substanz durchweg neu gemauert werden. Es bleibt so gut wie kein ursprünglicher Balken mehr. Zu diesem Problem angesprochen sagte uns Patrick Grabe: „Auf Grund der Schäden des Fachwerks musste das vorhandene Fachwerk durch massives Mauerwerk ersetzt werden. Allerdings war auch das vorhandene Fachwerk, wie an der nördlichen Fassade, mit halbsteinigem Mauerwerk und Putz verblendet, so dass es sich nicht um ein Sichtmauerwerk gehandelt hat. Somit gibt es auch keine Probleme mit dem Denkmalschutz.“

Aber wie sich der Umfang der Bauarbeiten geändert hat, so haben sich auch die Kosten geändert. „Die aktuelle Investitionssumme setzt sich aus 658.078 Euro Fördermitteln und weiteren 750.000 Euro städtischen Eigenmitteln zusammen“, so Patrick Grabe. Vergleicht man das mit der Kostengestaltung und –Planung noch im Oktober vorigen Jahres, dann bemerkt man, dass sich zwar die Gesamtsumme um etwa 100.000 Euro verringert hat, sich aber auch 200.000 Euro in Richtung der städtischen Eigenmittel verschoben haben.

Der Grund ist die Tatsache, dass die Schäden der Bausubstanz immer mehr wurden und diese aus den städtischen Eigenmitteln gezahlt werden. Wird also ein kaputtes Fenster durch ein Wärmeisoliertes ersetzt, kommt das der Umwelt zugute und wird aus den Fördermitteln beglichen, ein morscher Balken nicht. Wie auch immer die Kostenverteilung sein wird, am Ende wird man erst genau wissen, für wen die Sanierung des Gutshauses wieviel gekostet hat.

Die Einen müssen rechnen, die Anderen müssen oder dürfen arbeiten und wiederum Andere müssen warten, das sind die Kolleginnen der Kita und die Kinder mit ihren Eltern, nämlich auf den Einzug in das fertige Gutshaus. Es braucht eben alles seine Zeit, und diese Zeit haben die Kolleginnen der Kita „Pumuckl“ in Bielen mit Weiterbildung ausgefüllt. Ein neues Konzept nach ‚Kneipp‘ soll mit dem Umzug auch umgesetzt werden. Ein typisches „Kneipp-Tretbecken“ ist jetzt schon zu erkennen. Desweiteren tritt am 1. August ein neues und für den Personalschlüssel günstigeres ‚Kindertagesstättengesetz" in Kraft. Das heißt unter dem Strich, dass in Bielen noch zwei Teilzeitkräfte eingestellt werden können, um die Aufgaben besser zu bewältigen. Diese Neueinstellungen haben aber nichts mit der neuen ‚Kneipp-Konzeption‘ zu tun, sondern sind ein diesmal angenehmer Effekt eines neuen Gesetzes.

Alles in allem wird man in Bielen die Vorgänge am Gutshaus mit wachsendem Interesse beobachten. Nicht zuletzt bringt die neue Kindertagesstätte auch neue und gesunde Generationen hervor.
Frank Jeschke
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