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Sa, 10:00 Uhr
23.01.2010

Seltsames Phänomen

Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die kann man nicht so recht erklären. Eine solche Sache landete gestern in der Redaktion von nnz/kn. Eine Vermutung gibt es ja, aber was meinen die Leser?...


Die Problematik schien einfach. Wer im Kofferraum eines Autos zwei Flaschen mit einfachem Mineralwasser liegen lässt, und dass Auto auch noch die letzten vier Tage auf einem Parkplatz im Freien stehen lässt und dann Temperaturen von bei –7°C herrschen, braucht sich nicht zu wundern, dass er eventuell Eis statt Wasser hat. So stellt man sich das sicherlich vor.

Seltsame Phänomene (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Seltsame Phänomene (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Als gestern Vormittag die Kofferraumklappe geöffnet wurde, kam Erstaunliches zu Tage. Das seltsame Phänomen wurde sofort zum Redakteur gebracht und fotografisch festgehalten. Und in der Tat, eine der Wasserflaschen war vollständig durchgefroren, während in der anderen Wasserflasche das Wasser schön hin- und her wippen konnte. Der Zustand auf dem Bild oben ist wohl schön zu erkennen.

Seltsame Phänomene (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Seltsame Phänomene (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Auch bisschen geschüttelt und hingestellt, ergab das gleiche Bild, das Wasser in der einen Flasche blieb flüssig. Die Flaschen sind original abgefüllt und noch nicht geöffnet worden. Die Schrumpffolie schließt die beiden Flaschen noch fest ein. Und auch im Fahrzeug im Kofferraum war nicht etwa eine der Flaschen zum Teil abgedeckt. Beim ersten Anfassen fühlten sich beide Flaschen von Außen gleich kalt an.

Seltsame Phänomene (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Seltsame Phänomene (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Das die Plaste der Mineralwasserflasche einiges aushält, konnte man unschwer ca. 12 Stunden später bemerken. Die vollständig mit Eis ausgefüllte Flasche hatte sich zwar fürchterlich gedehnt, ist aber auch intakt geblieben. Beide Flaschen sind dicht geblieben und auch das Eis konnte die Flasche nicht zerreißen. Die überdimensionale Ausbauchung gegenüber der Originalflasche blieb aber erhalten und bildete sich nicht mehr zurück.

Soweit erst mal zu den Fakten. Das Mineralwasser in den originalabgefüllten, nicht manipulierten, Flaschen gefriert vollständig in der einen Flasche und bleibt in der unmittelbar daneben liegenden Wasser in der gesamten Flasche flüssig. So richtig konnte das keiner nachvollziehen, den kn heute mal spaßeshalber befragt hatte. Übrigens auch beim Hersteller wollte man sich nicht äußern und erbat sich einige Tage Bedenkzeit. Die Firma hat allerdings nur die obigen beiden Fotos.

Bis die Meinung der Speziallisten vorliegt, können sich die Leser ja mal Gedanken machen, woran es lag. Viel Spaß beim Tüfteln. Und es sei ausdrücklich betont, es ist kein Fake, sondern reale seltsame Welt.
Autor: khh

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Kommentare
Meikel
23.01.2010, 10:38 Uhr
Kohlensäure
Erklärbar wäre das das in der gefrorenen Flasche durch den Hersteller bedingt weniger kohlensäure oder gar keine als in der nicht gefrorenen ist was bestimmt nicht beabsichtigt war.
triniti
23.01.2010, 11:12 Uhr
kohlensäure
Dieses Phänomen ist wohl bei einer köhlensäurehaltigen Flüssigkeit mit Kohlensäure. Die Temperatur der Flüssigkeit ist in diesem Fall knapp über dem Gefrierpunkt dieser Flüssigkeit gewesen. Öffnet man nun die Flasche entweicht ein Teil der Kohlensäure schlagartig. Dadurch sinkt die Temperatur weiter ab und die Flüssigkeit gefriert. Der Temperaturabfall entsteht durch die Ausdehnung des Gases.

sprich irgendwo ist ein teil der kohlensäure entwichen!
Seline
25.01.2010, 01:30 Uhr
Ganz normales physikalisches Phänomen
Die enthaltene Kohlensäure und der Druck verändern sicherlich den Gefrierpunkt des Wassers, dies ist aber vermutlich nicht die Ursache.

Das Wasser benötigt zum gefrieren, neben der Unterschreitung des Gefrierpunktes, zusätzlich einen Kristallisationskeim. Dies können kleine Verunreinigungen sein, an denen sich die Wassermoleküle anheften und Kristalle bilden können. Fehlen diese, ist ein unterschreiten der Gefriertemperatur ohne Wechsel des Aggregatszustands möglich und das Wasser bleibt flüssig.

Ein harter Stoss oder Knicken der Plastikflasche hätte sicher die Kristallisation ausgelöst. Ähnliches kennt man z.B. von Taschenwärmern, welche durch drücken eines Metall-Plättchens zu kristallisieren beginnen und dann Wärme abgeben. Auch die Wasserflasche hätte bei der Kristallisation Wärme von sich gegeben und sich z.B. von -7 auf -3 Grad erwärmt (die Werte sind nur vermutet).

Beim Öffnen der Flasche entweicht das im Wasser gebundene Kohlendioxid und bildet Blasen. Diese Blasen sind gute Kristallisationskeime und das Wasser beginnt zu kristallisieren.

Das die andere Flasche gefroren ist liegt vermutlich daran, das entweder die Oberfläche der Flasche leichte Unebenheiten besitzt, welche als Kristallisationskeime gedient haben können. Auch eine minimale, unbedeutende Verunreinigung im Wasser kann möglich sein.
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