Fr, 11:13 Uhr
05.09.2008
Kreuzfest zum Abschluß
Endlich geschafft! Erleichterung in der Nordhäuser Dom-Gemeinde und vor allem bei der Gemeindeleitung. Drei Jahre stand sie ganz im Mittelpunkt, musste bei fast allen Entscheidungen mitbedacht werden: die Sanierung des 1000-jährigen Gotteshauses. Hier die Geschichte...
Es begann 2005 mit dem neuen Domdach – nach nur 40 Jahren, wie Kritiker bemerkten. Aber das ist eine lange Geschichte von damals verlorengegangenen Kupfer- und inzwischen durchgerosteten verzinkten Nägeln, die die Schieferplatten nicht mehr im Gleichgewicht hielten. Regenwasser hinterließ seine Spuren und schadete vor allem dem Mauerwerk.
Der Dolomit-Sandstein, mit dem zwei Drittel des Domes gebaut sind, wies auch an den Mauern besonders der Türme schwere Schäden auf. So ging es 2006 an deren Sanierung. Faustgroße Löcher in den Turmschäften, durch die man durchaus auf die Straße sehen konnte. Lockeres Gestein, das man mit den Händen greifen konnte.
Auf dem Domhof sammelten sich kleinbröckeliger Schutt sowie größere Feldsteine, die später wieder Verwendung finden sollten. Die Schadstellen wurden mit neuem Material vermauert, das gesamte Mauerwerk statisch gesichert und über einem nichtrostenden Putzträger verputzt.
Abreißen und wieder aufbauen wäre einfacher gewesen, sagt der Fachmann. Leider, sagen Kritiker, die Türme haben ihren ursprünglichen Charakter verloren. Sie haben trotzdem gewonnen, denn eine Idee faszinierte: Wenn man schon so massive Bauarbeiten an den Türmen vorhat, dann könnte man doch die vor 200 Jahren verschlossenen romanischen Arkaden in den Türmen wieder öffnen. Leichter gesagt als getan, aber dennoch verwirklicht. Schaut man heute an den beiden Türmen empor, so scheinen sie durch die Arkaden senkrecht gegliedert und wirken schlanker und höher als zuvor.
Diesen Abschnitt der Sanierung konnten Gemeinde und Bauleitung am 1. Advent 2006 mit einem Konzert und anschließender Lichtinszenierung beenden, die gleichzeitig der Beginn der täglichen Anstrahlung der Kirche inmitten der Nordhäuser Altstadt war. Den Besuchern fiel schon seit langem auf, in welch schlechtem und teilweise gefährlichem
Zustand sich die Mauer entlang der Domstraße befand. Auch hier hatten Wasser, Salze aus
dem Untergrund und falscher Putz in der Vergangenheit erheblichen Schaden angerichtet.
2007 konnten Teile dieser alten Mauer (zwischen Nordportal und Wirtschaftstor) aufwändig saniert und mit einer neuen Mauerkrone versehen werden; der südliche Teil (zwischen Nordportal und südlicher Grundstücksgrenze) musste, da er nicht sanierungsfähig war, abgetragen und neu aufgebaut werden. Hier fanden auch Steine aus den Türmen ihre Wiederverwendung.
Im Zusammenhang mit diesen Arbeiten ließ die Gemeinde die beiden Tore restaurieren und für den Wirtschafteingang ein dazu passendes Tor anfertigen. Ende 2007 rückte schweres Gerät an. Die Bausanierung war beendet, aber im Domhof gab es noch Arbeit: Zum einen hatte das Gelände durch die dreijährigen Bauarbeiten gelitten, zum anderen – und das war das wichtigere und vorrangig notwendige - mussten Entwässerungsleitungen erneuert werden, damit in Zukunft Regenwasser zügig abfließen kann und somit Nässe sowohl vom Dom als auch vom Kapitelhaus ferngehalten wird.
Die Neugestaltung soll – so der Landschaftsarchitekt – den Dom als Bauwerk stärker betonen. Sie gibt der Gemeinde aber auch die Möglichkeit, den Domhof im Rahmen von Gottesdiensten und bei Festen und Feiern ausgiebig zu nutzen.
Am 14. September nun, am Fest Kreuzerhöhung – dem Patronatsfest unserer Kirche -, wollen wir aus ganzem Herzen danke sagen. Danke dafür, dass das große Werk beendet und gelungen ist. Danke allen, die an diesem Projekt von insgesamt 1,78 Millionen Euro mitgedacht, mitgeleitet und mitgearbeitet haben. Danke allen, die dafür ihre Schatullen geöffnet haben: dem Bonifatiuswerk, dem Land und der Stadt durch Städtebauförderung,
der Denkmalpflege, vor allem aber dem Bistum Erfurt und natürlich den Mitgliedern unserer Pfarrei für die großen und kleinen Spenden.
Um 10 Uhr feiern wir mit unserem Bischof Dr. Wanke ein Festhochamt, zu dem wir herzlich einladen. Da in diesem Jahr auch das Kreuzfest mit dem Tag des offenen Denkmals zusammenfällt, werden auch viele Besucher Gelegenheit haben, sich an dem Ergebnis dreijähriger Bemühungen zu erfreuen. Sie betreten den Dom durch das gotische Portal an der Südseite, durch die porta speciosa, die kostbare Pforte. Herzlich willkommen!
Carla Buhl
Autor: nnzEs begann 2005 mit dem neuen Domdach – nach nur 40 Jahren, wie Kritiker bemerkten. Aber das ist eine lange Geschichte von damals verlorengegangenen Kupfer- und inzwischen durchgerosteten verzinkten Nägeln, die die Schieferplatten nicht mehr im Gleichgewicht hielten. Regenwasser hinterließ seine Spuren und schadete vor allem dem Mauerwerk.
Der Dolomit-Sandstein, mit dem zwei Drittel des Domes gebaut sind, wies auch an den Mauern besonders der Türme schwere Schäden auf. So ging es 2006 an deren Sanierung. Faustgroße Löcher in den Turmschäften, durch die man durchaus auf die Straße sehen konnte. Lockeres Gestein, das man mit den Händen greifen konnte.
Auf dem Domhof sammelten sich kleinbröckeliger Schutt sowie größere Feldsteine, die später wieder Verwendung finden sollten. Die Schadstellen wurden mit neuem Material vermauert, das gesamte Mauerwerk statisch gesichert und über einem nichtrostenden Putzträger verputzt.
Abreißen und wieder aufbauen wäre einfacher gewesen, sagt der Fachmann. Leider, sagen Kritiker, die Türme haben ihren ursprünglichen Charakter verloren. Sie haben trotzdem gewonnen, denn eine Idee faszinierte: Wenn man schon so massive Bauarbeiten an den Türmen vorhat, dann könnte man doch die vor 200 Jahren verschlossenen romanischen Arkaden in den Türmen wieder öffnen. Leichter gesagt als getan, aber dennoch verwirklicht. Schaut man heute an den beiden Türmen empor, so scheinen sie durch die Arkaden senkrecht gegliedert und wirken schlanker und höher als zuvor.
Diesen Abschnitt der Sanierung konnten Gemeinde und Bauleitung am 1. Advent 2006 mit einem Konzert und anschließender Lichtinszenierung beenden, die gleichzeitig der Beginn der täglichen Anstrahlung der Kirche inmitten der Nordhäuser Altstadt war. Den Besuchern fiel schon seit langem auf, in welch schlechtem und teilweise gefährlichem
Zustand sich die Mauer entlang der Domstraße befand. Auch hier hatten Wasser, Salze aus
dem Untergrund und falscher Putz in der Vergangenheit erheblichen Schaden angerichtet.
2007 konnten Teile dieser alten Mauer (zwischen Nordportal und Wirtschaftstor) aufwändig saniert und mit einer neuen Mauerkrone versehen werden; der südliche Teil (zwischen Nordportal und südlicher Grundstücksgrenze) musste, da er nicht sanierungsfähig war, abgetragen und neu aufgebaut werden. Hier fanden auch Steine aus den Türmen ihre Wiederverwendung.
Im Zusammenhang mit diesen Arbeiten ließ die Gemeinde die beiden Tore restaurieren und für den Wirtschafteingang ein dazu passendes Tor anfertigen. Ende 2007 rückte schweres Gerät an. Die Bausanierung war beendet, aber im Domhof gab es noch Arbeit: Zum einen hatte das Gelände durch die dreijährigen Bauarbeiten gelitten, zum anderen – und das war das wichtigere und vorrangig notwendige - mussten Entwässerungsleitungen erneuert werden, damit in Zukunft Regenwasser zügig abfließen kann und somit Nässe sowohl vom Dom als auch vom Kapitelhaus ferngehalten wird.
Die Neugestaltung soll – so der Landschaftsarchitekt – den Dom als Bauwerk stärker betonen. Sie gibt der Gemeinde aber auch die Möglichkeit, den Domhof im Rahmen von Gottesdiensten und bei Festen und Feiern ausgiebig zu nutzen.
Am 14. September nun, am Fest Kreuzerhöhung – dem Patronatsfest unserer Kirche -, wollen wir aus ganzem Herzen danke sagen. Danke dafür, dass das große Werk beendet und gelungen ist. Danke allen, die an diesem Projekt von insgesamt 1,78 Millionen Euro mitgedacht, mitgeleitet und mitgearbeitet haben. Danke allen, die dafür ihre Schatullen geöffnet haben: dem Bonifatiuswerk, dem Land und der Stadt durch Städtebauförderung,
der Denkmalpflege, vor allem aber dem Bistum Erfurt und natürlich den Mitgliedern unserer Pfarrei für die großen und kleinen Spenden.
Um 10 Uhr feiern wir mit unserem Bischof Dr. Wanke ein Festhochamt, zu dem wir herzlich einladen. Da in diesem Jahr auch das Kreuzfest mit dem Tag des offenen Denkmals zusammenfällt, werden auch viele Besucher Gelegenheit haben, sich an dem Ergebnis dreijähriger Bemühungen zu erfreuen. Sie betreten den Dom durch das gotische Portal an der Südseite, durch die porta speciosa, die kostbare Pforte. Herzlich willkommen!
Carla Buhl

