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Do, 09:08 Uhr
07.08.2008

Zeitgesteuerte Abriegelung

Es wird künftig schwerer für Autofahrer in die Nordhäuser Altstadt zu kommen. Wie bei der Einfahrt zur US-amerikanischen Botschaft werden versenkbare Poller aufgestellt. Die nnz mit den Einzelheiten...

Jendricke am Vorbild in Sondershausen (Foto: psv) Jendricke am Vorbild in Sondershausen (Foto: psv)
Bürgermeister Jendricke in Sondershausen an einer Zufahrtsstraße zur dortigen Fußgängerzone. Dort habe man gute Erfahrungen mit den ausfahrbaren Pollern gemacht, die auch hier nachts ausgefahren werden

Zeitgesteuerte absenkbare Poller in der Blasiistraße könnten den oberen Teil der Nordhäuser Altstadt nachts und am Sonntag für den Durchgangsverkehr dicht machen. Zugleich könnte ein Teil der unansehnlichen Garagen unmittelbar vor den geplanten Pollern zugunsten eines Altstadt-Parkplatzes weichen.

Diese Vorschläge stellte jetzt Bürgermeister Matthias Jendricke (SPD) zur öffentlichen Diskussion. „Mit dem Vorhaben kann gleich mehrfach die Attraktivität der Altstadt als Wohn- und Geschäftsquartier erhöht werden: Mit den Garagen würde zum einen ein Schandfleck verschwinden und es könnten somit zusätzliche Parkmöglichkeiten am Eingang zu diesem historischen Stadtviertel entstehen. Wichtigstes Ziel wäre allerdings, dass für die Bewohner der Altstadt nachts Ruhe von dem Durchgangsverkehr einkehrt und zudem könnten sich die Gastwirte zur kompletten Schließzeit am Sonntag mit ihren Angeboten noch mehr auf die Barfüßer Straße ausdehnen“, so der Bürgermeister.

„Ich habe mir ein solches Pollersystem bereits in Sondershausen im Zentrum angesehen und mir dort von den positiven Erfahrungen berichten lassen“, erklärte Jendricke und verwies zugleich auf Gespräche mit Anwohnern der Altstadt beim Nordhäuser Altstadtfest, welche seinen Vorschlag ausdrücklich begrüßen würden. Wenn es nach dem Vorschlag von Jendricke gehen soll, so würden auf der Blasiistraße, direkt beim Antwerpen-Garten die zeitgesteuerten Poller in die Straße eingebaut. „Um 23 Uhr fahren sie automatisch hoch und senken sich morgens zum Beispiel gegen 6 oder 7 Uhr wieder ab. Trotz der Poller-Sperre wäre die Altstadt für die Anwohner nach wie vor von unten her erreichbar, aber der Durchgangsverkehr wäre nicht mehr möglich. Im oberen Teil der Altstadt sind zudem viele Grundstücke für die Anwohner sowieso von der Rückseite her über die Domstraße erschlossen“, erklärte Jendricke.

Im Gegensatz zu einer reinen Fußgängerzone würde mit dieser Lösung auch den Geschäftsinteressen der Altstadthändler besser Rechnung getragen. Die komplette Sonntagssperrung empfiehlt der Bürgermeister, da sich die Altstadt gerade in den Sommermonaten an diesem Tag als Flaniermeile entwickelt hat und die Gastronomie hier Vorrang genießen sollte. Aufgrund der flexiblen Zeitsteuerung solcher Pollersysteme können allerdings sogar jahreszeitlich unterschiedliche Verkehrszeiten festgelegt werden. Der Vorschlag soll nun im Herbst in den Fachausschüssen des Stadtrates diskutiert werden und ebenso ist die Meinung der Bewohner und der Geschäftsleute des historischen Stadtviertels gefragt.

Jendricke verwies darauf, dass die Stadtverwaltung auch sonst immer an externen Vorschlägen für eine positive Altstadtentwicklung interessiert sei und Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) ausdrücklich im Rahmen des integrierten Stadtentwicklungskonzeptes die Altstadtsanierung zu einem der Schwerpunkte der Arbeit der Stadtverwaltung erklärt hat.
Autor: nnz

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