Di, 11:36 Uhr
17.06.2008
Die Bombe tickt
In Niedersachswerfen tickt eine Umweltbombe. Jetzt muß das Landratsamt reagieren. Die Fachleute sprechen von einer Ersatzvornahme. Hochgiftige Stoffe müssen entsorgt werden. Die Kosten zahlt der Landkreis – vorerst...
In der Leipziger Straße in Niedersachswerfen waren einst mehrere Unternehmen angesiedelt. WICO ist seit 2002 ebenso Geschichte wie die Firma CAS, die im Jahr 2005 Insolvenz anmeldete. Nur sind bei diesem Unternehmen die Hinterlassenschaften weitaus gefährlicher für die Umwelt, auch für die Menschen. In den zwei Hallen, die nur notdürftig gesichert sind, soll sich nach nnz-Informationen ein Sammelsurium von hochgiftigen Stoffen befinden. Die Liste ist lang: 65 Tonnen Fette, sieben Tonnen Altöl oder fünf Tonnen hochkonzentrierte Schwefelsäure.
Wie aus dem Landratsamt zu erfahren war, macht die Sicherheit der Gebäude den Fachleuten ebenso zu schaffen wie die explosive Mischung der Chemikalien. Sollten, nun nach drei Jahren, die Behälter zu rosten beginnen, dann bestehe die Gefahr der Selbstentzündung, weil der Druck in den Gefäßen so stark ansteigen könnte, daß sie bersten. In der Halle sollen auch offene Säurebottiche stehen. Dafür haben sich neugierige Menschen schon an den Elektroanlagen und Armaturen im Innern bedient.
Bereits im April waren Mitarbeiter des Landratsamtes und des Landesverwaltungsamtes vor Ort, um sich ein Bild zu machen. Schnell stand fest: Die akute Gefahr muß beseitigt, die Chemikalien abtransportiert werden. Damit nicht genug, denn es könnte auch der Betonboden in den Hallen angegriffen sein. Im Extremfall müßten die gesamten Gebäude komplett entsorgt werden.
Vorerst muß der Landkreis Nordhausen die Kosten übernehmen, die dann vom Land Thüringen erstattet werden. 40.000 Euro in einem ersten Anlauf. Geld von den einstigen Eigentümern und Verursacher ist kaum in Aussicht. Das Unternehmen insolvent, der Insolvenzverwalter kann nichts zur Verfügung stellen, die Gesellschafter im Ausland – so beschreibt ein Mitarbeiter aus dem Umweltamt die wirtschaftliche Situation.
Pikanterweise war der Bau der Hallen für diesen Betriebszweck genehmigt worden – mitten in einer Trinkwasserschutzzone.
Autor: nnzIn der Leipziger Straße in Niedersachswerfen waren einst mehrere Unternehmen angesiedelt. WICO ist seit 2002 ebenso Geschichte wie die Firma CAS, die im Jahr 2005 Insolvenz anmeldete. Nur sind bei diesem Unternehmen die Hinterlassenschaften weitaus gefährlicher für die Umwelt, auch für die Menschen. In den zwei Hallen, die nur notdürftig gesichert sind, soll sich nach nnz-Informationen ein Sammelsurium von hochgiftigen Stoffen befinden. Die Liste ist lang: 65 Tonnen Fette, sieben Tonnen Altöl oder fünf Tonnen hochkonzentrierte Schwefelsäure.
Wie aus dem Landratsamt zu erfahren war, macht die Sicherheit der Gebäude den Fachleuten ebenso zu schaffen wie die explosive Mischung der Chemikalien. Sollten, nun nach drei Jahren, die Behälter zu rosten beginnen, dann bestehe die Gefahr der Selbstentzündung, weil der Druck in den Gefäßen so stark ansteigen könnte, daß sie bersten. In der Halle sollen auch offene Säurebottiche stehen. Dafür haben sich neugierige Menschen schon an den Elektroanlagen und Armaturen im Innern bedient.
Bereits im April waren Mitarbeiter des Landratsamtes und des Landesverwaltungsamtes vor Ort, um sich ein Bild zu machen. Schnell stand fest: Die akute Gefahr muß beseitigt, die Chemikalien abtransportiert werden. Damit nicht genug, denn es könnte auch der Betonboden in den Hallen angegriffen sein. Im Extremfall müßten die gesamten Gebäude komplett entsorgt werden.
Vorerst muß der Landkreis Nordhausen die Kosten übernehmen, die dann vom Land Thüringen erstattet werden. 40.000 Euro in einem ersten Anlauf. Geld von den einstigen Eigentümern und Verursacher ist kaum in Aussicht. Das Unternehmen insolvent, der Insolvenzverwalter kann nichts zur Verfügung stellen, die Gesellschafter im Ausland – so beschreibt ein Mitarbeiter aus dem Umweltamt die wirtschaftliche Situation.
Pikanterweise war der Bau der Hallen für diesen Betriebszweck genehmigt worden – mitten in einer Trinkwasserschutzzone.









