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Mi, 13:40 Uhr
25.02.2026
Baustart für Hochwasserschutzmaßnahmen in Windehausen

Es kann endlich losgehen

Vor zwei Jahren war in Windehausen "Land unter", als sich das Wasser zurückgezogen hatte wurde der Ruf nach besseren Schutzmaßnahmen laut. Deren Umsetzung startet nun endlich und man hat sich viel vorgenommen…

Hochwasser in Heringen 2023/24 (Foto: Pressestelle Landratsamt, Archivbild) Hochwasser in Heringen 2023/24 (Foto: Pressestelle Landratsamt, Archivbild)

Windehausen, Ende Januar 2024: das Wasser ist weg, die Sandsäcke liegen aber immer noch am Straßenrand und im Sportlerheim kommt das Dorf zusammen um sich anzuhören, was zu ihrem Schutz getan werden soll. Die Pläne, die damals vorgestellt werden, sind alles andere als neu: die ersten Gespräche zwecks Hochwasserschutz hatte man ganze 16 Jahre zuvor begonnen.

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Nun sind noch einmal zwei Jahre ins Land gegangen, das Primat der Bürokratie verlangte durchorganisierte Prozesse, Auslegungen, Anhörungen, behördliche Prüfungen, Begehungen und ein Flubereinigungsverfahren, erläuterte heute Marco Mann, Referent im zuständigen Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz. Drei Bauabschnitte sind nun vorgesehen, an der Maßnahmenliste hat sich nichts geändert:

  • Am Krummbach im Nordwesten wird die vorhandene Verwallung verstärkt, breiter und höher ist die Devise
  • Von dort gen Osten abbiegend folgt ein Wirtschaftsweg, der erhöht werden muss, außerdem will man den Mühlgraben weiter in das dortige Feld hinein verlegen
  • Im nächsten Teilabschnitt schließt die Kleingartenanlage des Ortes an, hier ist auf rund 550 Metern Länge eine Deichanlage mit 3,3 Metern Höhe geplant, der kreuzende Mühlgraben könnte im Notfall abgeschottet werden
  • Weiter gen Westen will man eine Hochwasserschutzwand aus Beton anschließen, zwei notwendige Durchgänge könnten mit „mobilen Elementen“ bei Bedarf verschlossen werden
  • Am kreuzenden Krummbach will man ein Absperrbauwerk errichten, um die Entwässerung des Ortes sicher stellen zu können sollen außerdem zwei Pumpen zum Einsatz kommen
  • Ein weiterer Deich schottet auch den Rest der Ortschaft ab, 125 Meter lang und 1,75 Meter hoch
  • Im Südosten findet sich ein weiterer Wirtschaftsweg, der ebenfalls erhöht werden soll
  • Auf Höhe des Kieswerkes soll die Straße hingegen abgesenkt werden, um ein Aufstauen des Wasser zu verhindern und die Entwässerung in Fließrichtung der Zorge zu ermöglichen
  • Weitere „Geländemodellierungen“ sind entlang der Bahnstrecke am anderen Zorgeufer und der Autobahnbrücke vorgesehen
  • Zu guter Letzt braucht es für all das Ausgleichsflächen für die Eingriffe in Landschaft und Gewässer, die an der Krummbachmündung ausgeführt werden könnten


Heringens Bürgermeister Matthias Marquardt und Mitarbeiter des Landesamtes heute in Windehausen: "Es kann endlich losgehen" (Foto: agl) Heringens Bürgermeister Matthias Marquardt und Mitarbeiter des Landesamtes heute in Windehausen: "Es kann endlich losgehen" (Foto: agl)

Zuletzt wurden noch einmal 16 Bäume vor dem Bahnübergang Richtung Heringen auf mögliche Bewohner überprüft, heute rückten die Kettensägen an. In den kommenden zwei Jahren wird es vor allem die Firma STRABAG sein, die das Paket umzusetzen hat.

„Wir warten sehnsüchtig auf die Umsetzung“, sagt Mathias Echtermeyer, Ortsteilbürgermeister in Windehausen. Man hatte gehofft, dass es nach dem Hochwasser vielleicht etwas schneller gehen würde, die Sorge vor der Rückkehr des Wassers blieb präsent. „Als die Pegelstände der Zorge Anfang der Woche gestiegen sind haben wir einige Anrufe bekommen. Aber die Situation ist im Moment eine ganz andere als damals, allein schon weil der Grundwasserpegel heute deutlich niedriger liegt.“, so Echtermeyer.

An der Straße nach Heringen wurde heute mit dem Baumschnitt zur Vorbereitung der Baumaßnahmen begonnen (Foto: agl) An der Straße nach Heringen wurde heute mit dem Baumschnitt zur Vorbereitung der Baumaßnahmen begonnen (Foto: agl)

Nasse Füße wird man heute nicht bekommen, ein paar Bauchschmerzen haben die Windehäuser aber noch. Die Absenkung der Straße am Kieswerk könnte zum logistischen Problem werden, von der Verwaltung über die Einkaufsmöglichkeiten bis hin zum Altenheim oder den schweren Geräten der Feuerwehr findet sich vieles, was man im Alltag braucht, in Heringen und der kürzeste Weg in die Stadt führt über diese eine Straße. Die Absenkung würde nach dem momentanen Stand der Dinge eine Vollsperrung nötig machen, die sich über Wochen ziehen könnte. Der letzte Spruch ist hier aber noch nicht getan, die konkrete Umsetzung muss noch durchgeplant werden.

„Gut ist, das es jetzt endlich los geht“, sagt Echtermeyer und auch beim Heringer Bürgermeister Matthias Marquardt ist erst einmal Aufatmen angesagt. Insgesamt werden allein für die Baumaßnahmen rund 5,2 Millionen Euro investiert, hoffentlich gut angelegtes Geld, dass die Windehäuser auch bei Tauwetter wieder gut schlafen lässt.
Angelo Glashagel
Autor: red

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