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Mo, 07:15 Uhr
27.03.2006

Zoff im Tierschutzverein

Nordhausen (nnz). Tierschutzvereine sind auch in Nordhausen eine nützliche Angelegenheit. Viele Nordhäuser spenden für deren Arbeit in der Hoffnung, vor allem Tieren etwas Gutes zu tun. Allerdings scheinen Spendengelder auch in anderen Kanäle zu fließen. Die nnz hat ein Bespiel in Nordhausen entdeckt.


Es gibt in Nordhausen – neben anderen Vereinen - auch den „Tierschutz Nordhausen e.V.“. In diesem Verein ist die Welt nicht mehr in Ordnung, vor allem nicht im Vorstand. Und so sollen in den zurückliegenden Monaten mehr Gelder in private Taschen oder zur Rechtsanwälten geflossen sein, als in den Kauf von Tierfutter.

Im Einzelnen: Alles begann im „Tierschutz Nordhausen e.V.“ mit einer Kassenprüfung. Dabei stellten die beiden Kassenprüferinnen fest, dass mit dem eingenommenen Geld alles andere als vorsorglich umgegangen sein sollte. So sollen für das Jahr 2004 keine Fahrtenbücher für die zwei Pkw geführt worden sein. Weiter wurde von der Kassenprüfung moniert, dass an dem vereinseigenen Pkw Toyota Reparaturen in Höhe von 256 Euro durchgeführt wurden, bevor dasselbe Fahrzeug zwei Wochen später für 200 Euro als Ersatzteilspender an den Lebensgefährten der 1. Vorsitzenden verkauft worden sein soll. Der Verkaufserlös sei dann auch noch als Darlehensbetrag verbucht.

Weitere Punkte der Rechnungsprüfung sind sehr viele private Gespräche mit dem Vereinshandy, über den Verein abgerechnete Bußgelder oder ausgereichte Darlehen, für die es keine Rückzahlungen geben soll.

Nach dem der Prüfbericht der Vorsitzenden des Vereins, Manuela S. vorgelegt worden war, war die Prüferin aus dem Verein ausgeschlossen worden, ohne dass dabei vorschriftsmäßig alle Vorstandsmitglieder darüber einen Beschluss gefasst hatten. Diese hat sich eine solche Verfahrensweise nicht gefallen lassen und gegen „Tierschutz Nordhausen e.V.“ geklagt. Nach Auskunft der Anwaltskanzlei Kupferschmid & Koll. die die Rechtsvertretung der Klägerin übernommen hatte, ist zwischenzeitlich vor dem Amtsgericht in Nordhausen ein Vergleich geschlossen worden, wonach die Kassenprüferin weiter Mitglied des Tierschutzvereins ist.

Mittlerweile liegt bei der Polizei in Nordhausen eine Strafanzeige wegen Untreue vor. Die ist nach Informationen der nnz von der Kripo bearbeitet und an die Staatsanwaltschaft übergeben worden. Viele Mitglieder des Vereins wünschen sich künftig eine größere Transparenz seitens des Vorstandes und weniger Macht. Auch würden sie gern wissen, wohin das Geld aus einer Erbschaft an den Verein geflossen sein könnte? Dabei soll es sich nach Informationen der nnz um einen sechsstelligen DM-Betrag gehandelt haben.

Und es würde noch ärger kommen. Durch die aufgedeckten Missstände im Finanzgebaren könnte es vermutlich Probleme mit der steuerlichen Gemeinnützigkeit geben. Und noch eines: Welcher Tierfreund spendet schon an einen Verein, bei dem er sich nicht sicher sein kann, dass sein Geld auch den Tieren zugute kommt? Abhilfe kann da nach Meinung von Fachleuten nur die Auswechslung des Vorstandes schaffen.
Autor: nnz

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