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Di, 14:46 Uhr
27.09.2005

Späte Vermarktung

Nordhausen (nnz). Können Sie sich noch an noiseGarden erinnern? Das Mega-Festival im vergangenen Jahr, das zum Megaflop wurde. Es soll nicht ordentlich vermarktet worden sein, sagte man damals. Jetzt wird es im Nachgang vermarktet – im Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes.


In diesem Schwarzbuch trägt der Bund der Steuerzahler alljährlich die krassesten Verschwendungen von öffentlichen Geldern zusammen. Fünf „Fälle“ aus Thüringen fanden in der aktuellen Ausgabe den Eintrag, darunter auch das noise-Garden-Festival am 3. Juli des vergangenen Jahres in Nordhausen.

Die nnz zitiert aus dem Schwarzbuch: „Zusätzlich zur Landesgartenschau wollte Nordhausen mit Kulturveranstaltungen Gäste in die Stadt locken. Mit dem „noiseGarden“- Festival am 3. Juli 2004 sollte Jugendlichen eine niveauvolle und attraktive Veranstaltung geboten werden. Weil kommerzielle Agenturen das in Nordhausen kaum geschafft hätten, entschied sich die Stadt, für diese Zielgruppe ein Festival auf eigene Kosten zu veranstalten. Das ging gründlich schief. 180.000 Euro wurden investiert, wovon 17.500 für die Organisation und Produktionsleitung ausgegeben wurden.

Das Kulturamt konnte selbst die Organisation nicht übernehmen, da es zahlreiche andere Veranstaltungen im Rahmen der Gartenschau realisierte. Mitte Juni waren trotz umfangreicher Werbung nur 90 Karten im Vorverkauf abgesetzt. Erhofft hatte man sich 5.000 bis 6.000 Besucher. Eine Absage war wegen Schadensersatzforderungen nicht mehr möglich. Man verpflichtete kostengünstigere Bands und setzte den Ticketpreis auf 12 Euro herab. Schließlich kamen ganze 200 Besucher auf den Segelflugplatz, von denen nur 130 bezahlt haben. Ursachen für die geringe Zuschauerresonanz sah man in einer
Konkurrenzveranstaltung in der Nähe von Leipzig, schlechter Witterung und ungünstiger Präsentation durch die Lokalredaktion einer Zeitung. Es wurden mit Sponsoring und Verkauf Einnahmen in Höhe von 15.000 Euro erzielt. Den Rest der Kosten tragen die Steuerzahler.“

Neben Nordhausen tauchen in der aktuellen Ausgabe aber auch andere Verschwendungen auf.

Erfurt/Altenburg-Nobitz. Die zeitweilige Sperre des Flugplatzes Altenburg-Nobitz für große Maschinen wegen zu hoher Bäume und die Umleitung der Flugzeuge nach Erfurt hat den Steuerzahler allein 30.160 Euro für zusätzlichen Bustransfer gekostet.


Thüringen. Auch Abwässer von Parkanlagen der Autobahn, die über eine Toilette verfügen, müssen entsorgt und geklärt werden. So auch an einem neuen Parklatz der A4 bei Bechstedt-Wagd. Ein 40.000 Euro teurer Abwasserkanal liegt in der Erde und kann nicht genutzt werden. Es fehlt am Vertrag zwischen dem zuständigen Abwasserzweckverband und dem damals planenden Autobahnamt. Das jetzt zuständige Landesamt für Straßenbau orientiert sich nun um. Es soll ein neuer Kanal gebaut werden – entgegengesetzt in Richtung Erfurt. Das soll langfristig billiger sein.


Erfurt. Auch ohne eine tatsächlich existierende Spielbank kann man Geld verzocken. 426.294,19 Euro Miete und Schadensersatz flossen bis 31.05.2005 letztlich aus dem Landeshaushalt an den Vermieter der Räume im Erfurter Domhotel. Es gab nämlich nicht rechtzeitig einen Betreiber für die Spielbank.


Bad Salzungen. Eine Ampel auf Dauerrot sollte bis auf Busse und Rettungsfahrzeuge den Verkehr in der Innenstadt beruhigen. Das misslang und verursachte eher mehr Chaos. Nunmehr ohne Licht und ohne Zweck findet man diese Ampel für 9.500 Euro am Nappenplatz in Bad Salzungen. Würde sie anderweitig verwendet, müssten Fördermittel zurückgezahlt werden.


Weimar. Unter der Rubrik „Steuergeldverschwendung droht“ wiesen wir im Schwarzbuch des Jahres 2004 auf die Schließung des Bienenmuseums in Oberweimar hin. Die Bemühungen der Stadtverwaltung der Klassikerstadt um eine Lösung hatten Erfolg. Seit dem 1. April 2005 ist das Museum wieder geöffnet. Der Landesverband Thüringer Imker e.V. ist neuer Betreiber. Somit wurden die 104.408 Euro für die Neugestaltung des Museums nicht umsonst ausgegeben.
Autor: nnz

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