Mo, 11:08 Uhr
14.02.2005
Die erste Poliklinik
Nordhausen (nnz). Vor einem Jahr hatte die nnz berichtet, daß in Nordhausen ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) etabliert werden soll. Nun, ein Jahr später, haben wir nachgefragt...
Lagen im vergangenen Jahr noch mehrere Anträge bei der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen (KV) in Weimar vor, so gibt es derzeit in Thüringen vier MVZ. Eines davon befindet sich am Südharz-Krankenhaus in Nordhausen. Mit dem Pathologen Dr. Hans-Friedrich Holzwarth und der Allgemeinmedizinerin Silke Heuer arbeiten zwei niedergelassene Ärzte in dem Zentrum. Die sind mindestens erforderlich, um die Zulassung der KV zu erhalten. Das Zentrum war nach Angaben von Krankenhaus-Geschäftsführer Antonius Pille im September als gemeinnützige GmbH gegründet worden, seit Januar dieses Jahres ist es offiziell zugelassen.
Vorerst wurden Räumlichkeiten in der Praxis am Krankenhaus angemietet und medizinische Geräte ausgeliehen, doch das soll quasi nur die erste Stufe des Ausbaus sein. Im kommenden Jahr kann das Medizinische Versorgungszentrum in das Krankenhaus selbst einziehen und dann auch über den Haupteingang erreichbar sein. Das MVZ soll dann mit etwa sechs bis sieben Ärzten besetzt und als ergänzendes Angebot des Südharz-Krankenhauses verstanden werden. Doch zuvor sind noch einige bürokratische Hürden zu überwinden: Da wäre zum Beispiel die Frage, wie oft bei einem MVZ-Besuch die Praxisgebühr bezahlt werden muß? Einmal oder mehrfach?
Für Antonius Pille liegen beim MVZ die Vorteile für die Patienten klar auf der Hand. So arbeiten unter einem Dach mehrere Fachärzte zusammen, eine enge Absprache und schnelle Kommunikation sind möglich. Aber auch mit dem Krankenhaus an sich ergeben sich Synergien. Sollte sich bei einer Patientenaufnahme im Krankenhaus herausstellen, daß auch ambulant behandelt werden kann, dann werde schnell übergleitet. Weiterhin soll das Zentrum verlängerte Öffnungszeiten anbieten und die Vertretung der niedergelassenen Ärzte könne von Ärzten des Südharz-Krankenhauses übernommen werden.
Und wenn Sie als Leser mit DDR-Erfahrung jetzt sagen: Das hatten wir alles schon mal, dann liegen Sie vielleicht genau richtig. Wenn in der Bildung schon nicht mehr der Begriff Polytechnik auftauchen darf, dann ist es bei der Medizin der Begriff Poliklinik. Gemeint ist aber (fast) das Selbe.
Autor: nnzLagen im vergangenen Jahr noch mehrere Anträge bei der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen (KV) in Weimar vor, so gibt es derzeit in Thüringen vier MVZ. Eines davon befindet sich am Südharz-Krankenhaus in Nordhausen. Mit dem Pathologen Dr. Hans-Friedrich Holzwarth und der Allgemeinmedizinerin Silke Heuer arbeiten zwei niedergelassene Ärzte in dem Zentrum. Die sind mindestens erforderlich, um die Zulassung der KV zu erhalten. Das Zentrum war nach Angaben von Krankenhaus-Geschäftsführer Antonius Pille im September als gemeinnützige GmbH gegründet worden, seit Januar dieses Jahres ist es offiziell zugelassen.
Vorerst wurden Räumlichkeiten in der Praxis am Krankenhaus angemietet und medizinische Geräte ausgeliehen, doch das soll quasi nur die erste Stufe des Ausbaus sein. Im kommenden Jahr kann das Medizinische Versorgungszentrum in das Krankenhaus selbst einziehen und dann auch über den Haupteingang erreichbar sein. Das MVZ soll dann mit etwa sechs bis sieben Ärzten besetzt und als ergänzendes Angebot des Südharz-Krankenhauses verstanden werden. Doch zuvor sind noch einige bürokratische Hürden zu überwinden: Da wäre zum Beispiel die Frage, wie oft bei einem MVZ-Besuch die Praxisgebühr bezahlt werden muß? Einmal oder mehrfach?
Für Antonius Pille liegen beim MVZ die Vorteile für die Patienten klar auf der Hand. So arbeiten unter einem Dach mehrere Fachärzte zusammen, eine enge Absprache und schnelle Kommunikation sind möglich. Aber auch mit dem Krankenhaus an sich ergeben sich Synergien. Sollte sich bei einer Patientenaufnahme im Krankenhaus herausstellen, daß auch ambulant behandelt werden kann, dann werde schnell übergleitet. Weiterhin soll das Zentrum verlängerte Öffnungszeiten anbieten und die Vertretung der niedergelassenen Ärzte könne von Ärzten des Südharz-Krankenhauses übernommen werden.
Und wenn Sie als Leser mit DDR-Erfahrung jetzt sagen: Das hatten wir alles schon mal, dann liegen Sie vielleicht genau richtig. Wenn in der Bildung schon nicht mehr der Begriff Polytechnik auftauchen darf, dann ist es bei der Medizin der Begriff Poliklinik. Gemeint ist aber (fast) das Selbe.

