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Fr, 16:54 Uhr
13.07.2018
Gefahr in Bielener Kiesgewässern

Krebspest im Möwensee

Haben Sie schon mal was von der Krebspest gehört oder gelesen? Nein? Sollten Sie aber, denn die ist in einem See bei Nordhausen ausgebrochen...

Die Allgemeinverfügung (Foto: nnz) Die Allgemeinverfügung ist an der einzig legalen Zufahrt zum Areal des Möwensees angebracht. Das Betreten des Uferbereiches und das Baden in dem See sind seit Jahren verboten

Da sich der Möwensee in unmittelbarer Nähe zum Bielener See und dem Strandbad sowie zum Forellensee befindet, hat das Landratsamt Nordhausen eine Allgemeinverfügung erlassen. Mit der ist jegliche Nutzung wie zum Beispiel Tauchen, Surfen oder Baden im Möwensee verboten.

Die Krebspest wird von Experten als eine der gefährlichsten und gefürchtetsten Krankheiten, die Flusskrebse befallen. Zum ersten Mal sei der Signalkrebs 1960 aus Nordamerika aus nach Europa gebracht worden, um den heimischen Edelkrebs zu ersetzen. Als Überträger der Krebspest, gegen die er selbst resistent ist, gefährdet der amerikanisch Flusskrebs die europäischen Krebstpopulationen.

Die Verbreitung der Krebspest findet nach Verlassen eines (verendeten) Wirtes im Gewässer durch Anhaftungen der selbstbeweglichen Zoosporen statt. Eine Übertragung zwischen Gewässern bedarf spezieller Krankheitsüberträger.

Mehr Informationen zur Krebspest finden Sie hier.
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Kommentare

14.07.2018, 18.24 Uhr
Ina Müller | Kaum zu glauben
Kaum zu glauben, dass diese Krebspest in den Nachbargewässern, welche gewerblich genutzt werden, nicht festgestellt wurde.
Wasservögel und andere Kleintiere können diese Zoosporen demnach nicht übertragen.
17.07.2018, 22.37 Uhr
Bodo Schwarzberg | Krebspest-Land und Untere Naturschutzbehörde handlungsfähig??
Invasive Arten haben wir zu Hauf im Landkreis: Sie bedrohen weit mehr, als die heimischen Fluss-Krebse im Möwensee, die ja auch nur wieder unter einer der vielen menschlichen Fehlentscheidungen zu leiden haben, Arten zu importieren, an die unsere heimische Tier- bzw. Pflanzenwelt nicht angepasst ist.

Die Untere Naturschutzbehörde sollte sich auch um die "Pest" invasiver Pflanzenarten kümmern, die den Landkreis heimsuchen. So um die Orientalische Zackenschote, die im NSG Rüdigsdorfer Schweiz auf Rinderweideflächen zunehmend Reinbestände bildet, zunehmend in Trockenrasen eindringt und um ganze Konglomerate mehrerer invasiver Arten großflächig z.B. zwischen Gudersleben und Obersachswerfen.

Hierzu bereite ich einen Sonderbeitrag vor.
18.07.2018, 12.37 Uhr
Fönix | Im 19. Jhd. wütete
in Europa die aus Nordamerika stammende Krebspest und dezimierte die Bestände des europäischen Edelkrebses nachhaltig. Der Signalkrebs (auch Amerikanischer Flusskrebs), mit dem diese aggressiven Erreger eingeschleppt wurden, konnte sich ungehindert verbreiten, er ist gegen die Krebspest resistent, fungiert aber natürlich als Überträger. In den Nordhäuser Kiesgewässern kommen beide Arten schon seit über 50 Jahren nebeneinander vor, die Gefahr einer Infektion ist also schon lange latent, es war eine Frage der Zeit, wann das Unheil seinen Lauf nimmt. Es ist vor der dem Hintergrund der Nähe zu Helme und Zorge auch von erheblicher Bedeutung, dass der Signalkrebs bis zu 2 km über Land geht, um neue Gewässer zu erschließen. Die Tatsache, dass es gegen die Krebspest bis heute keinerlei Abwehrmöglichkeiten gibt außer das betroffene Gewässer (in diesem Fall eine bis zu 40 m tiefe Kiesgrube!) komplett zu sterilisieren, macht eine Bekämpfung nahezu unmöglich.

Diese Mechanismen sind seit über hundert Jahren bekannt. Trotzdem unterliegt der Signalkrebs z.B. im benachbarten Sachsen-Anhalt Fangbegrenzungen, wird also in seinem Bestand geschützt und gestärkt. Ein Paradebeispiel für falsch verstandenen, weil grünideologisch basierten Naturschutz staatlicher Prägung. Nicht nur hier richtet die gut bezahlte handlangernde Beamtengefolgschaft oft mehr Schaden an als sie Nutzen bringt. Dagegen werden ehrenamtlich tätige Naturfreunde oft genug drangsaliert wo es nur geht. In Sachsen Anhalt ist es nicht zuletzt auch im Ergebnis der fragwürdigen Umsetzung des offenkundig fehlinterpretierten natura2000-Projektes für Angler z.B. mittlerweile fast unmöglich, im ländlichen Raum die Gewässer angemessen und gleichzeitig regelkonform zu erreichen.

Ja ich weiß, auch bei den Anglern ist längst nicht alles Gold, was glänzt. Nicht wenige benehmen sich wie offene Hose und verlassen ihre Angelplätze als Müllhalde. Das die Verbände hier Handlungsbedarf haben, ist offenkundig, ich hoffe dass die Trägheit an dieser Stelle eher schnell als langsam weicht. Es ist aber Tatsache, dass die positiv engagierten Angler bei Hege und Besatz der oft anthropogen überprägten Gewässer unzählige wertvolle Arbeitsstunden leisten (auch ohne permanente umfangreiche Fotodokumentation), von den regelmäßigen Müllsammlungen an und in den Gewässern ganz zu schweigen. Dieser Unrat wiederum stammt nur zu Bruchteilen von den Anglern, hier sind noch ganz Zeitgenossen am Werk. Aktivitäten der eigentlich zuständigen Ordnungsämter? Fehlanzeige!
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