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Mi, 16:00 Uhr
13.06.2018
Der Landkreis macht beim AKS Ernst, weil:

In Stadt und Stadtrat fehlen "Leute mit Leidenschaft"

Nichts fürchten Politiker aller Ebenen mehr als Ungewissheit, als Überraschungen oder Neuigkeiten, die sie nicht vorher unter- oder miteinander abstimmen konnten. Gestern aber sahen sich die Mitglieder des städtischen Finanzausschusses mit einer solchen Situation konfrontiert...Update: Hauptausschuss

In diesem Bereich könnte das "neue" Stadion entstehen (Foto: privat)
Ob nun vorsorglich oder nicht, die Öffentlichkeit war zur gestrigen Sitzung dieses, nach dem Hauptausschuss wichtigsten Gremiums des Stadtrates, komplett ausgesperrt.

Und dennoch erfuhr die nnz, dass dieser Ausschuss von einem Vorschlag des Landrates überrascht wurden. Kurz zusammengefasst: wenn sich schon im Rathaus und im Stadtrat nichts in Richtung Sanierung/Umbau des Albert-Kuntz-Sportparks bewegt, dann kann das die Kreisverwaltung. Landrat Matthias Jendricke kündigte entsprechendes bereits an, da dachten allerdings einige oder viele Fach- und Politiverwalter der Rolandstadt an ein Strohfeuer.

Pech gehabt, meine Damen und Herren, Jendricke macht Ernst und im Gespräch mit der nnz erläutert er eine mögliche Herangehensweise an die Thematik. Der Landkreis beabsichtigt keinen Kauf von der Stadt, sondern die Übertragung des Areal gemäß des Sportfördergesetzes an den Landkreis. Das ist möglich, wenn eine Sportstätte überregionalen Charakter habe, was beim AKS durchaus gegeben ist. Eine ähnliche Übernahme hatte der Landkreis bei der Schwimmhalle in Sollstedt durchgezogen.

Natürlich müsste sich die Stadt weiter an der Unterhaltung des möglicherweise neuen AKS beteiligen, angedacht ist hier die Höhe der aktuellen Ausgaben für Pflege und Betrieb der Sportstätte. Was beim Theater möglich ist, das sollte auch in diesem Fall möglich sein, schließlich gelte das Solidarprinzip nicht nur für die Kulturelite, sondern auch für das Sport-Fußvolk, wie es einst ein sportinteressierter Unternehmer ausdrückte.

Vielleicht wird das gesamte Vorhaben, bei dem schließlich die Service Gesellschaft als Bauherr auftreten wird, die Kreis- und Schulumlage ein wenig beeinflussen, doch sei bei den freiwilligen Ausgaben des Landkreises mit aktuell 1,4 Prozent des Verwaltungshaushaltes noch 0,6 Prozent Luft bis zur vorgeschriebenen Grenze.

Dass die Stadt parallel drei Großprojekte (AKS, Theater, Feuerwache) durchziehen könnte, das wird aktuell immer mehr bezweifelt. "Die Stadt soll doch froh sein, dass wir als Landkreis eines dieser Vorhaben realisieren wollen", sagt Jendricke und schiebt hinterher, dass im Rathaus vermutlich die "Leute mit einer gewissen Leidenschaft" fehlen würden. Was durchaus nicht von der Hand zu weisen ist, wie Beobachter schon des öfteren kundtaten. "Und wenn es im Rathaus an Juristen mangele, dann könne auch hier die Kreisverwaltung durchaus hilfreich zur Seite stehen, um die gesetzlichen Rahmenbedingungen auf die Reihe zu bekommen", schiebt Jendricke nach.

Gespannt können die Beobachter des bisherigen Geschehens also heute Abend in Richtung Europazimmer des Rathauses blicken. Dort sollte das Thema vielleicht besprochen werden. Wird es nach nnz-Informationen auch, nur ist nicht sicher, ob es wieder vor der Öffentlichkeit geheimgehalten werden wird. Durchgesickert ist schon mal, dass es vermutlich einen Verkaufsbeschluss geben wird. Das wiederum wäre nicht unbedingt der schnellste Weg für den Verein und seine Fans, für die Politiker und Verwalter aber der "schönste Weg" - man müsse sich nicht mehr um den ungeliebten Fußball und den unbeliebten Fußballsportverein kümmern, dessen blau-weißen Schal man eigentlich nur in Wahlkampfzeiten benötigt.
Peter-Stefan Greiner

Update: Oberbürgermeister Kai Buchmann überraschte im Hauptausschuss die Mitglieder mit der Ankündigung, dass zum nächsten Stadtrat das Terrain des AKS an den Landkreis übertragen werden soll.
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Kommentare

13.06.2018, 16.10 Uhr
Nörgler | Endlich mal konkret
Da sind wir wieder mal gespannt, wie lange die Stadtverwaltung wieder verhindern kann. Endlich ist das Thema mal angeschoben.
13.06.2018, 19.18 Uhr
Senta | Hut ab vor Herrn Jendricke
Endlich mal jemand der Nägel mit Köpfen machen will. Längst überfällig. Wenn ich mir dagegen andere Städte wie Jena oder Erfurt anschaue, kann ich bei der Stadt Nordhausen nur mit dem Kopf schütteln. Ein Armutszeugnis, daß sich bei einem doch relativ erfolgreichen Verein wie Wacker Nordhausen von Seiten der Stadt nichts tut. Wacker Nordhausen ist schon alleine durch die ständige Präsenz in den Medien ein Aushängeschild für die Stadt. Kann nur hoffen, daß Herr Jendricke Erfolg dabei haben wird.
13.06.2018, 20.27 Uhr
Gretchen80 | Erinnern
Ich kann mich noch gut erinnern an die Zeit des Wahlkampfes zur Oberbürgermeisterwahl. Im Albert-Kuntz Sportpark Frau Krauth. Ich kann mich deshalb so gut erinnern, weil Frau Krauth zusammen mit Frau Klaan extra begrüßt wurde. Wacker für Wahlkampfzwecke genutzt und dann einfach vergessen. So geht Politik.

Leute mit Leidenschaft sollten sich selbständig machen.
13.06.2018, 22.12 Uhr
Alanin | Nur als Nachfrage...
Rein ohne Wertung, hab das ganze nicht genau verfolgt und frage deshalb nach.

Stammt der Investitionsstau nicht auch zum großen Teil aus der Zeit in der M.Jendricke in der Stadt für die Finanzen zuständig war? Klar C.Zeh hat danach auch nichts verbessert.

Hatte die Stadt nicht im Haushaltsplan versucht die Investitionen für den AKS unterzubringen und es wurde von Seiten des LRA argumentiert, dass die Stadt das nicht dürfe, da es keine Pflichtaufgabe ist und sich die Stadt in der Konsolidierung befindet?

Und jetzt will der Landrat die Verantwortung für den AKS in den Landkreis holen und sagt, dass die Stadt keine Versuche unternommen hat sich dem Ding anzunehmen?

Oder hab ich irgendwas falsch verstanden? Nicht mitbekommen etc?!
14.06.2018, 07.12 Uhr
Herr Schröder | Ob da der Stadtrat mitmacht?
Ich hab da so meine Zweifel.
Schlaue Entscheidung von Buchmann. So werden die Lasten auf mehrere Schultern verteilt. Die Stadt kümmert sich um das Theater, die SWG um die Feuerwache und der Landkreis um den AKS.
Aber wie gesagt, ob das alle im Stadtrat so absegnen? Schließlich gönnen viele dort dem Jendricke den Furz auf dem Klo nicht.
Wenn der Vorschlag so durchgeht, könnte es tatsächlich noch was werden mit einem drittligatauglichen Stadion für Nordhausen.
Schauen wir also gespannt auf den 28.06. um 17 Uhr. Es könnte ein guter Tag für Wacker und für Nordhausen werden.
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