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Do, 13:56 Uhr
15.03.2018
Bundesweit einmalige Studie:

So "gesund" sind unsere Kinder

Wie viele Jugendliche rauchen, und wie viele von ihnen tun dies auch noch als junge Erwachsene? Wie viele überwichtige Kinder sind auch nach mehr als zehn Jahren noch übergewichtig? Wie haben sich psychische Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen im Lebensverlauf entwickelt? Das Robert-Koch-Institut hat Antworten gesucht...


Die neuen Ergebnisse der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, KiGGS, geben erstmals Antworten aus der Unter­suchung und Befragung von Teil­nehmenden, die bereits an der ersten, 2006 beendeten, Studie teil­genommen haben. Solche Längs­schnittdaten ermöglichen es, die Ursachen von Erkrankungen, Risiko- und Schutz­faktoren zu untersuchen.

Außerdem gibt es neue Daten zur aktuellen Gesundheits­situation und zum Gesundheits­verhalten der Heran­wachsenden sowie zu Trends seit der ersten Studie. Die aktuelle KiGGS-Studie ist 2014 bis 2017 durchgeführt worden. "Die KiGGS-Daten sind wichtige Grundlage für evidenzbasierte Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung", sagt Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts.

Erste Ergebnisse zu ausge­wählten Themen wurden in der neuen Ausgabe des Journal of Health Monitoring und bei einem Symposium am 15. März 2018 vorgestellt. "Vor allem die Frage, wann entschei­dende Weichen für die körper­liche und seelische Gesundheit gestellt werden, können wir mit den neuen Längsschnitt­daten besser unter­suchen", unter­streicht Wieler. So zeigen die KiGGS-Daten zum Beispiel, dass mehr als die Hälfte der zwei- bis sechs­jährigen Kinder mit Über­gewicht oder Adipositas auch als Jugend­liche über­gewichtig beziehungs­weise adipös sind und daher eine frühe Vorbeugung notwendig ist. Weitere Verlaufs­analysen präsentieren die RKI-Wissen­schaftler für die Entwicklung psychischer Auffällig­keiten im Lebens­verlauf, die Entwicklung des Rauch­verhaltens beim Übergang vom Jugend- ins junge Erwachsenen­alter und für die aller­gische Sensibilisierung, die auf ein Risiko für eine Allergie hinweist.

Neben den Verlaufsdaten präsentieren die RKI-Wissenschaftler auch (Querschnitt-) Daten und Trends zur allgemeinen Gesundheit, zu Übergewicht und Adipositas, körper­licher Aktivität, Konsum zucker­haltiger Erfrischungs­getränke, Heu­schnupfen und Asthma, Rauch­verhalten sowie Rauchen in der Schwangerschaft.

Thema auf der Tagung ist auch die Fortführung der KiGGS-Erhebungen, insbesondere der KiGGS-Kohorte. "Gerade dieser Teil ist aus unserer und aus der Sicht von Public Health etwas sehr Wichtiges, Wertvolles und auch international in dieser Form Einmaliges", meint Dr. Bärbel-Maria Kurth, Leiterin der Abteilung Epidemiologie und Gesundheits­monitoring.

KiGGS ist die einzige umfassende Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Für die erste KiGGS-Studie von 2003 bis 2006 wurden 17.641 Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 17 Jahren in 167 Orten untersucht und gemeinsam mit ihren Eltern befragt. Die aktuelle Untersuchung wurde von 2014 bis 2017 wiederum an 167 Orten durchgeführt, mit 10.853 Teilnehmenden aus der ersten Studie und einer neuen Stichprobe 0- bis 17-Jähriger.
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