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So, 10:05 Uhr
21.01.2018
IHK kritisiert: Thüringen bleibt Hochpreisland

Strompreise steigen weiter

Strom wird auch 2018 teurer. Zwar fällt die Steigerung mit durchschnittlich 2,6 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren eher moderat aus, doch bedeuten auch diese geringen Veränderungen erhebliche finanzielle Zusatzbelastungen für die Thüringer Wirtschaft...


Weiterhin bleibt das Ungleichgewicht zwischen dem Freistaat und den alten Bundesländern auf hohem Niveau bestehen. Thüringer Stromabnehmer zahlen bis zu 10 Prozent mehr für die Kilowattstunde als Verbraucher in Nordrhein-Westfalen.

Mit Blick auf die anstehenden Koalitionsverhandlungen fordert Professor Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt, mehr Mut und Weitsicht beim Thema Energiepolitik von allen Beteiligten: „Es ist an der Zeit, die Fehlentwicklungen der letzten Jahre gerade bei der Strompreisgestaltung zu überwinden. Dass Abgaben und Umlagen auf den Strompreis viermal höher sind als die eigentlichen Stromerzeugungskosten, ist den Unternehmern im Land kaum mehr zu vermitteln.“

Für die Thüringer Wirtschaft habe insbesondere eine Angleichung der Netznutzungsentgelte im gesamten Bundesgebiet eine besondere Bedeutung. Diese seien maßgeblich für die Benachteiligung der hiesigen Unter-nehmen gegenüber der innerdeutschen Konkurrenz verantwortlich. „Im Vergleich zu den alten Bundesländern zahlen Industriekunden in Thüringen bis zu 60 Prozent mehr an Netzentgelten je Kilowattstunde“, sagt Grusser. Eine spürbare Entlastung aller Stromkunden in Deutschland könne eine Reduzierung der Stromsteuer auf das europäische Mindestniveau bewirken.

Das jährliche Stromsteueraufkommen betrage immerhin sieben Milliarden Euro. Zudem flössen etwa 90 Prozent der Einnahmen aus dieser Steuer in die Stabilisierung der Rentenkassen und nicht, wie man annehmen könnte, in die notwendige Modernisierung des Energiesystems. „Ebenso wäre eine Verwendung dieser Mittel zur Absenkung der EEG-Umlage denkbar. Dadurch würde sich der Strompreis immerhin um zwei Cent pro Kilowattstunde reduzieren“, so der IHK-Chef.

Zusätzlich müsse eine grundlegende Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes erfolgen. „Für eine erfolgreiche Integration des weiter steigenden Anteils an Wind- und Sonnenstrom bedarf es eines effizienten, klimapolitischen Instrumentenmixes statt einer auf Umlagen basierenden Förderung von Einzelanlagen“, führt Grusser aus. Die Kriterien Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit blieben für die Thüringer Wirtschaft maßgebend.
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Kommentare

21.01.2018, 10.42 Uhr
henry12 | Merkels Gruselkabinett
Es wäre schön, wenn die Merkel auch für diesen ganzen Mist
noch zu Lebzeiten vor Gericht landet. War die sog. Energiewende eigentlich eine Entscheidung des Bundestages oder eine alternativlose Entscheidung des Bundesdiktators ?
21.01.2018, 16.32 Uhr
tannhäuser | Vor Gericht?
Da landen höchstens diejenigen, die zu heftig gegen den von oben verordneten Volksverarmungswahn aufbegehren.

Die dort hingehören, haben schon längst vorgesorgt, um auszuwandern, wenn die Lufftschlösser einstürzen.
21.01.2018, 17.32 Uhr
Friedrich I. | Diese Person wird
sich vermutlich später nie wieder auf öffentlichen Staßen, Plätzen, Gehwege usw. sehen lassen?
Das ist schon schlimm , wenn man vom Volk gehaßt wird.
22.01.2018, 06.23 Uhr
N. Baxter | wer die Musik bestellt...
Für diejenigen unter uns, welche GRÜNEN Strom bestellen und kaufen, sollten dann auch zu 100% damit beliefert werden. Natürlich nur wenn die Sonne scheint oder der Wind weht, andernfalls sollten diese Kunden dann eben bei Kerzenlicht ihr Dasein fristen...
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