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Fr, 11:55 Uhr
19.01.2018
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Welche Meinung hätten Sie denn gern?

Der Januar ist die hohe Zeit der Neujahrsempfänge. Den der Kreissparkasse gab es vor einer Woche, den gemeinsamen Empfang von Stadtverwaltung und Hochschule gibt es in der nächsten. Gemein ist beiden Events, dass man nahezu dem gleichen Personenkreis begegnet. Und - seit mehr als einem Jahr - dem gleichen Phänomen…

Welche Meinung hätten Sie gern? (Foto: pixabay.com)
Dieses Phänomen könnte man eventuell auch als dissoziative Identitätsstörung bezeichnen. Menschen, die darunter leiden, haben abwechselnde, unterschiedliche Vorstellungen von sich selbst, wobei scheinbar unterschiedliche Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Meinungen entstehen, die wechselweise die Kontrolle über das Verhalten übernehmen. Nun sind die Besucher dieser beiden Veranstaltungen nicht krank, aber: sie schlüpfen immer stärker in unterschiedliche Rollen. Vor allem dann, wenn es um "sensible" Themen wie Flüchtlinge, Integration und “Wir schaffen das” geht.

Als Journalist beobachte ich die oben erklärten Symptome sehr interessiert, denn sie spiegeln das wider, was sich seit Sommer 2015 in unserer Gesellschaft verändert. Beispiel: Spreche ich mit Vereinsvorsitzenden, Unternehmern oder Politikern in einem privaten Rahmen über all die Begleiterscheinungen, die mit den 1,5 Millionen Menschen, die vorwiegend ohne Papiere, ohne Identitätsnachweis und zumeist auch ohne Asylgrund freundlich empfangen wurden, dann hört man von Problemen, von fatalen Folgen dieser mittlerweile politisch-medial verordneten Freundlichkeit. Man hört von Begebenheiten, die nicht so freundlich daherkommen, man hört von Angst der Frauen, im Dunkeln allein durch Nordhausen zu gehen. Man hört vor allem von der Angst mit Blick auf die Zukunft dieses Landes, die pro Jahr weitere 250.000 Menschen mit überwiegend muslimischen Hintergrund verspricht.

Man hört von Unternehmern keine Euphorie mehr, kein Wort über die gut ausgebildeten Fachkräfte, die das Land nicht nur kulturell, sondern auch wirtschaftlich bereichern sollen. Man hört von kommunalen Politikern, denen die Haare zu Berge stehen, wenn sie an die steigenden Sozialausgaben denken, für die gesetzlich der Landkreis zuständig ist. Die Euphorie ist dahin. Frage: War sie jemals wirklich und ehrlich vorhanden?

Deshalb wechseln wir einfach auf die andere Seite des Spiegels. Gibt es Pressemitteilungen, gibt es Pressegespräche oder gibt es offizielle Interviews mit genau den Frauen und Männern, bei denen die Skepsis oder zum Teil sogar die Angst um die Befindung dieses Gemeinwesen ständig wächst, dann sind das plötzlich andere Personen. Sie berichten von den Erfolgen der Integration, von den Bemühungen der Angekommenen, in unserer Gesellschaft auch tatsächlich anzukommen. Ja, die gibt es, sie liegen - und wir feiern in diesem Jahr den dritten Jahrestag der verordneten Willkommenskultur - im Ein-Prozent-Bereich. Diese Menschen mit ihren zwei Gesichtern kann man sogar verstehen. Die einen sind wirtschaftlich abhängig von der Geld verteilenden Mainstreampolitik, die anderen sind ein Teil davon. Und dann ist da noch die Gruppe, die von der Einwanderung am meisten profitiert.

Die Vereine und Verbände, die gemeinnützigen GmbH und gesellschaftlichen Organisationen, die personell aufgestockt haben, die öffentliche Gelder in Millionenhöhe allein im Landkreis Nordhausen erhalten haben. Immer wieder wird vermutlich jedes noch so irrsinnige Projekt mit Steuergeldern bedacht, in dessen Antrag die Wörter Asyl, Integration und Geflüchteter auftauchen.

In gewissem Maße habe ich sogar Verständnis für die Zwiespaltigkeit der Meinungen, Ansichten und Aussagen. Weiß ich doch aus Erfahrung, die das Lebens- und Berufsalter mit sich bringt, dass die privaten Meinungen die ehrlichsten sind. Und damit wiederholt sich Geschichte. Ich denke zurück an die 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts, als die gesellschaftlich geprägte und selbst verordnete dissoziative Identitätsstörung Teil des privaten Durchhaltens in einem Flecken Deutschlands war. Ich kann diese damalige Entwicklung noch sehr genau nachvollziehen, denn ich war ein Teil von ihr und habe wie 99 Prozent mitgemacht.

Das wollte ich eigentlich nicht noch einmal erleben. Nicht in dem Land, in dem ich angeblich gut und gerne leben soll (was tatsächlich noch der Fall ist) und ich wollte es nicht in meinem beruflichen Umfeld. Das Ergebnis des damaligen gesellschaftlichen Krankheitsverlaufes ist bekannt. Der Patient hat sich von innen heraus selbst therapiert und dann bestattet. Ob das noch einmal möglich sein wird, das wage ich zu bezweifeln. Die Mittel, Möglichkeiten und Methoden, die heutzutage dem entgegenstehen, sind raffinierter, komplexer und subtiler als es damals dem "Neuen Deutschland" oder den Mitschreibern von Telefongesprächen möglich war.

Mit dem Blick auf die Zeit der 80er Jahre in der damaligen DDR ist nun vermutlich nahezu jedem bewusst, dass es eine Diktatur, nämlich die der SED gab. 99 Prozent hatten sich darin eingerichtet. Das eine Prozent stand dagegen auf und rebellierte. Heute würden wir uns auf dem Weg zu einer Meinungsdiktatur befinden. Eine Feststellung, die mir gegenüber in vielen Gesprächen immer wieder gemacht wird. Natürlich nur in rein privaten…
Peter-Stefan Greiner
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Kommentare

19.01.2018, 12.05 Uhr
Leser X | Zwei Gesichter...
... zu zeigen, zeichnet den deutschen Kleinbürger schon seit Jahrhunderten aus. Das braucht wohl seine genetische Zeit - mindestens...
19.01.2018, 12.18 Uhr
Checker
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19.01.2018, 12.44 Uhr
Walküre | läuft hier doch genau so
den Blödsinn von der Meinungsdiktatur kann ich langsam nicht mehr lesen. Ich würde es mal mit sozialer Konfirmität oder von mir aus auch mit Opportunismus versuchen.

das hier ist doch auch das gewünschte Sammelbecken für emphatiefreie Heckenschützen mit vorwiegend gleichgeschalteter Meinung - soll das dann eine Meinungsdiktatur sein? Oder halten sich vielmehr die Vernunftbegabten einfach nur zurück und lesen was anderes?
19.01.2018, 14.15 Uhr
Hans51 | Bravo!
Sie geben genau das wieder was die große Masse der Menschen denken!
Früher hieß es mal....in der Kneipe bin ich kein Genosse....
19.01.2018, 14.22 Uhr
Harzfreund | Danke Herr Greiner für diesen Artikel !
Da auch ich zu den 99 Prozent gehöre empfinde ich unsere Zeit genau so. Es ist nun an der Zeit das zweite Gesicht abzulegen. Die Probleme die da auf uns zukommen lassen sich nicht mehr hinter einem Gesicht verstecken.
19.01.2018, 16.45 Uhr
Mr. Robot | Oh je, oh je ...
Lieber Herr Greiner,

sie sind ein Hetzer vor dem Herrn! Ihre Artikel erfreuen sich zusehends einer steigenden Beliebtheit des rechten Rands! Tragen sie doch mit ihrer einseitigen Berichterstattung zu jenem bei.

Es scheint, als fehle dem neutralen Leser der Entwurf einer Gegenseite. Ich hätte da eine Idee: sie als unabhängiger und freier Journalist begeben sich auf die Recherche von gelungenen Beispielen der Einbindung geflüchteter Menschen in der Region. Der ein oder andere Sportverein wird doch da sicherlich zu finden sein!!

Viel Erfolg!
_______________________________________________
Anmerk. d. Red: Siehe hier zum Beispiel:
http://www.nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=227776

http://www.nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=227311

http://www.nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=227010

http://www.nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=225366

http://www.nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=175163
19.01.2018, 17.03 Uhr
murmeltier | Herr Roboter!
Das war klar, das ist immer die Keule, die rausgeholt wird, wenn mal die andere Seite beleuchtet wird. Ich glaube mich zu erinnern, dass in dieser Online-Zeitung unzählige Artikel zu dieser Seite des Themas erschinen sind. Vermutlich darf ihrer Meinung nach Kritik oder eine andere Meinung nicht erlaubt sein. Ich weiß nicht, wer hier nun ein Hetzer ist?
19.01.2018, 17.14 Uhr
Gretchen80 | @Robot
Wollen Sie durch die Verwendung des Begriffs "Hetzer" verunglimpfen? Bringen Sie doch Argumente zur Widerlegung der Betrachtung von Herrn Greiner. Dann kann sich jeder ein Bild machen.
19.01.2018, 17.45 Uhr
leser2 | Herr Greiner
Herr Greiner , bitte weiterhin alle Ecken ausleuchten und ihre Eindrücke in Ihren Artikeln veröffentlichen . Den ganzen Quatsch der anderen in der Öffentlichkeit gezeigten „Gesichter“ erträgt keiner mehr.
19.01.2018, 19.09 Uhr
Mueller13 | @ Robot - lassen Sie uns hetzen!
Lieber Robo, wenn Sie Ihre bunte Brille kurz zur Seite legen würden, wäre Ihnen aufgefallen, dass die Kritik am Asylsystem nur das begleitende Beispiel war.
Inhalt und Anlass dieses Artikels war vielmehr der Gehirnspagat, den viele (Führungskräfte) hinlegen und dass es einen argen Unterschied zwischen veröffentlichter (vorgegebener) Meinung und den Meinungsäußerungen außerhalb des öffentlichen Raums gibt.
Dieses Faszinosum zu beschreiben war Inhalt des Artikels. Ihre eiligst hervorgeholte Hetzerkeule lässt natürlich tief blicken.

Einer der Rothschilds hat über das Geldsystem gesagt (passt beim Politiksystem aber auch hervorragend):
"Die wenigen, die das System verstehen, werden so sehr an seinen Profiten interessiert oder so abhängig sein von der Gunst des Systems, dass aus deren Reihen nie eine Opposition hervorgehen wird. Die große Masse der Leute aber, mental unfähig zu begreifen, wird seine Last ohne Murren tragen, vielleicht ohne zu mutmaßen, dass das System ihren Interessen feindlich ist."

PS: Robo, wie wollen Sie ein Problem eigentlich angehen, wenn Sie nicht mal in der Lage sind, es zu benennen? Wenn es nach Ihnen gehen würde, sähen wir nur Bilder und Beiträge, wie die von der Redaktion ergänzten und das wäre dann richtig tief DDR.
19.01.2018, 22.25 Uhr
Kritiker2010 | Es ist eine Frage der Haltung!
Und die Haltung ist vielen "Führungs"-kräften längst verloren gegangen. Man schwimmt mit und plappert nach, getreu dem Motto: "Wes Brot ich ess, des Lied ich sing." Dieses Verhalten bezeichnet man ganz korrekt als Opportunismus. (Früher verabscheut, heute propagiert)

Dinge klar auszusprechen, Ursachen zu benennen und logische Konsequenzen daraus abzuleiten, sind die meisten Menschen nicht willig oder gar nicht mehr im Stande. Denn der mit Häppchen vollgestopfte Ranzen ist träge und die Rübe vom bunten Konsum-Firlefanz aus Internet und TV komplett verdreht.

Nein, keine dieser doppelgesichtigen Gestalten besitzt hinreichend Haltung und Aufrichtigkeit, um den selbst zugebilligten Führungsanspruch zu hinterfragen und eine ehrliche Meinung zu vertreten ... schon gar nicht der peinliche Gernegroß aus dem Landratsamt.

Und für den Roboter habe ich auch noch einen nettes Zitat: "Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden, sich zu äußern." ... na wer wars? Ein Wutbürger? Nein, die gute alte Rosa Luxemburg.
20.01.2018, 00.15 Uhr
H.Freidenker | Mr. Robot..
Im September 1989 hatte ich die Möglichkeit eines meiner damals vorhandenen 2 Gesichter sprechen zu lassen.
Ich stand auf einem Anhänger, auf dem ein Mikrofon die Möglichkeit eröffnete, zu tausenden Menschen auf dem Nordhäuser A.-Bebel Platz zu sprechen.

Hinter mir standen Menschen Ihres Klientels und ich hatte Angst, denn ich wusste, am nächsten Tag gibt es Ärger im Betrieb. Den Ärger gab es auch, aber ich zeigte trotz meiner Angst, mit Stolz mein Gesicht. Heute habe ich vor Menschen Ihres „Schlages“ keine Angst, aber ich habe große Sorge, denn es erinnert mich an 1989. Der anders Denkende ist der Feind, oder mit Ihren Worten „ein Hetzer vor dem Herren“!

Ein großer Unterschied ist, damals durfte nur reden, wer seinen Familiennamen und die Arbeitsstätte nannte, heute darf man sich hinter einem Nicknamen verstecken, wenn man anders Denkende „Hetzer“ nennt.
20.01.2018, 01.26 Uhr
othello | Opportunisten überall ?
Nur noch Irre als Kommentatoren in der NNZ? Wenn man die Kommentare liest, kann man schon den Eindruck gewinnen, hier tummeln sich hauptsächlich rechte „ Hetzer „, angeheizt durch Herrn Greiner, in dieser Online – Zeitung. Ich behaupte mal, dass dieses tatsächlich stimmt.

Höhepunkt hierbei sind Behauptungen, das diese Kommentatoren die Meinungen der überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung wieder spiegeln. In einer solchen Gemengelage hat es natürlich ein Kommentator wie @ Robot sehr schwer, zumal seine Argumentation auf schwachen Beinen steht, im Angesicht der gesamten Asyl und Migrationsproblematik. Herr Greiner ! Der Vergleich mit dem Opportunismus in der DDR ist natürlich völliger Schwachsinn. Sie unterstellen der Presse oder einzelnen Personen/ Personengruppen Opportunismus, nur weil sie ihre Sicht der Politik nicht teilen. Können Sie sich nicht vorstellen, dass diese Menschen tatsächlich anderer Meinung sind als Sie selbst ? Müssen das tatsächlich Opportunisten sein ? Mit welchen Menschen aus Politik, Wirtschaft, Vereinswesen reden Sie eigentlich ? Wenn diese wirklich die zwei Gesichter zeigen, wie Sie behaupten, dann sind sie keine kompetenten Gesprächspartner und sie sind in meiner Sicht zu verachten. Niemand zwingt diese zu einem Opportunismus, denn positive oder negative Kritik ist gerade in Fragen der „ Ausländerpolitik“ immer gefragt, denn nur so können die tatsächlich vorhandenen Probleme gelöst werden.

Ich persönlich bin der Meinung, dass nicht alles falsch ist, was aus der sogenannten rechten Ecke an Kritik vorgebracht wird und auch nicht alle Argumente der sogenannten Linken sind falsch.

Eine Mischung aus allen Argumenten mit entsprechenden Lösungsansätzen macht eine gute Politik aus. Leider habe ich nicht genug Zeit, um auf viele Themen (politischer Natur) in Kommentaren einzugehen, denn Kritikpunkte gibt es hier reichlich. Leider wäre ich dann auch nicht in der Lage, allein gegen diesen „ Rechtsblock“ in der NNZ zu argumentieren oder auch die vereinzelnden sogenannten „ Gutmenschen „, vor allem aus dem christlichen Lager ( z.B. Superintendent Balint ) auf Schwachstellen ihrer Argumentation aufmerksam zu machen.
20.01.2018, 09.29 Uhr
Andreas Dittmar | Meine Meinung zu diversen Medien
@Othello, Wenn jemand in den ÖR-Medien einen ganzen Abend spendiert bekommt, um sein 5X5 cm großes Pflaster zu präsentieren, das eine 15 cm Stichwunde bedeckt, die ihm ein kranker Spinner in einem Dönerladen zufügte aber für ein 15 jähriges Mordopfer gerade mal eine Minute übrig ist weil man nicht über "Beziehungstaten" berichtet oder bedenkliche Sendungen, wie "Malvina und Diaa und die Liebe" unkommentiert durch den Kinderkanal flimmern, dann ist die Sendung mit der Antenne und dem Adler drauf echt nicht mehr weit. Weiterhin bekommt man schon Anleitungen, wie man sich im Ramadan am besten zu verhalten hat.

Da wird nach fast einem Jahr der Facebookpost eines weiteren kranken Spinners, den er Dunja Hayali widmete, wieder aufgewärmt, um etwas gegen Rechts auf die Beine zu stellen. Bei manchen Talkshows und Nachrichtensendungen habe ich das Gefühl, das die anstatt zu informieren die Leute wieder an die Hand nehmen wollen und belehren was gut und schlecht ist. Da gibt es Portale, wo man anhand der gesperrten Kommentarfunktion erahnen kann wer zB. bei einer Massenschlägerei dabei war oder bei einem Beziehungsstreit ausgetickt ist.

Haben sie mal ganz aufmerksam dem Innenminister zugehört, wenn mal wieder was passiert ist ? ...Richtig...er wiederholt sich und gelobt feierlich Identität prüfen, Sicherheit erhöhen.... Wie oft denn noch ???? Es kann eine Wahrnehmungsstörung meinerseits sein aber irgendwie fühle ich mich manchmal in die Vorwendezeit zurückversetzt wo da jemand in der AK tönte : Wir weinen denen keine Träne nach.....
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