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Mi, 14:04 Uhr
17.01.2018
Schulamtsfinale Jugend trainiert für Olympia

Handball findet praktisch nicht mehr statt

Am Dienstag wurde in der Nordhäuser Ballspielhalle um die Fahrkarten zum Landesfinale Handball im Rahmen des bundesweiten Schulsportwettkampfes „Jugend trainiert für Olympia“ gekämpft. In drei Wettkampfklassen der Jungen wurde um den Sieg im Schulamtsfinale Nordthüringen gespielt. Leider spiegelt die Teilnahme die Situation an den Schulen wieder. Handball findet im Sportunterricht praktisch nicht mehr statt...

Da Und das aus durchaus nachvollziehbaren Gründen. Da sind oft nur kleine Schulturnhalle vorhanden, mehr noch aber die oft sehr großen Schülerzahlen, die gleichzeitig Sportunterricht haben.

Deshalb ist die Anzahl von Handball-Schulmannschaften immer mehr zurück gegangen, bestehen zumeist nur noch dort, wo auch Vereinshandballer vorhanden sind oder handballinteressierte Sportlehrer ihre Schüler zum Mitmachen bewegen. Natürlich sind bei den Ausscheiden, zunächst auf Kreis- dann auf Schulamtsebene, die Mannschaften im Vorteil, die sich auf aktive Handballer stützen können.

So war das auch am gestrigen Dienstag. Da triumphierte bei den Älteren der Wettkampfklasse II (Jahrgänge 2001-04) eindeutig das mit gleich mehreren Aktiven vom VfB Mühlhausen gespickten Team vom Tilesius-Gymnasium vor den Nordhäuser Herder-Jungen. Bei der mittleren Wettkampfklasse III (2003-06) war es umgekehrt. Hier hatte das mit einer halben Mannschaft des Nordhäuser SV antretende Herder-Gymnasium klare Vorteile gegenüber den Mühlhäusern.

In beiden Altersklassen waren die Mannschaften aus Dingelstädt trotz aller Bemühungen chancenlos. Es wird zwar beim SV Dingelstädt immer noch Handballtraining angeboten, doch gibt es derzeit leider keine aktiven Mannschaften mehr. Bei den jüngsten der Wettkampfklasse IV (2005-08) waren nur zwei Mannschaften am Start, die sich zweimal gegenüber standen. Beide Male hatte das Nordhäuser Herder-Team mit mehreren Aktiven vom Nordhäuser SV verdient die Nase vorn. Die Jungen aus Langula konnten dennoch gefallen, leisteten vor allem im zweiten Spiel bis zuletzt hartnäckigen Widerstand. Schade dass in diesem Jahr der Kyffhäuserkreis überhaupt keinen Teilnehmer stellte, obwohl in Sondershausen und Artern Handball gespielt wird.

Den drei Siegermannschaften vom Dienstag nun viel Erfolg bei den Spielen um den Landessieg am 22. Februar in Eisenach und Wutha-Farnroda (WK II und III) sowie am 17. Mai in Eisenach für die WK IV. Die Mädchen ermitteln ihre Landesfinalisten erst am 25.Januar in Schlotheim.
Uwe Tittel

Wettkampfklasse II
1. Tilesius-Gymnasium Mühlhausen32:104:0
2. Herder-Gymnasium Nordhausen13:192:2
3. Regelschule Dingelstädt10:260:4


Nordhausen mit: Yannik Hund, Nils Bierwisch, Robin Niedergesäß, Paul Gruber, Frederik Stenger, Ben Ritter, Christopher Schnalle und Lucas Schwenke

Wettkampfklasse III
1. Herder-Gymnasium Nordhausen32:54:0
2. Tilesius-Gymnasium Mühlhausen17:172:2
3. Regelschule Dingelstädt2:290:4


Nordhausen mit: Lennert Bang, Emil Cott, Oscar Hummitzsch, Martin Lutze, Robin Roth, Philipp Schulz, Christopher Strietzel, Nils Warschkow, Joel Waldeck und Jonas Paul

Wettkampfklasse IV
1. Herder-Gymnasium Nordhausen18:114:0
2. Regelschule Langula11:180:4


Nordhausen mit: Willi Eichel, Constantin Stenger, Julian Bönisch, Fabrice Hartung, Maximilian Graneß, Tom Kresin und Leopold Schindewolf
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Kommentare

17.01.2018, 15.09 Uhr
Fönix | ... und das ist nicht nur für den Handballsport dramatisch !
Mannschaftssportarten bieten hinsichtlich der Persönlichkeitsentwicklung Kindern und Jugendlichen aller Altersklassen Möglichkeiten, die sie weder in der Schule noch zu Hause finden. Gerade die Prägung des Gruppenverhaltens nach vorgegebenen Regeln ist ungemein bedeutsam. Die wichtigste Erkenntnis ist die Erfahrung, gemeinsam etwas zu schaffen, was der Einzelne nie erreichen kann. Daneben hat auch die Wahrnehmung der Möglichkeiten und Grenzen der eigenen Leistungsfähigkeit sowohl für den einzelnen Spieler als auch für die Mannschaft insbesondere pädagogische Bedeutung. Die positive Entwicklung physischer und psychischer Belastungsfähigkeit ergibt sich quasi als Nebenprodukt. Handball bietet im Spektrum der Mannschaftsportarten nach meiner 25-jährigen Erfahrung ein ausgewogenes und insbesondere auch vielfältiges Anforderungsprofil sowohl in sportlicher als auch in intellektueller Hinsicht. Nahezu jeder kann, wenn er möchte, hier seine individuellen Talente einbringen, zumal die infrastrukturellen Voraussetzungen für das Handballspielen in nahezu jeder Schulturnhalle im Grundsatz gegeben sind. Leider ist häufig zu beobachten, dass die Landkreisverwaltungen als Betreiber den Sportvereinen gewaltige Hürden in den Weg stellen. Das beginnt mit den verfügbaren Hallenzeiten und hört mit der Vorgabe, die Tore selber auf- und wieder abzubauen noch lange nicht wieder auf. Als vorläufiger Höhepunkt wird jetzt verlangt, die Sporthalle nach Trainingsschluss komplett zu reinigen. Das alles geht den Kindern an den ohnehin viel zu knappen Trainingszeiten verloren. Wofür zahlen wir eigentlich Schulgeld und diverse andere Steuern und Abgaben ???
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