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So, 11:11 Uhr
26.11.2017
Appell an Eltern:

Vernichten Sie smart getarnte Abhöranlagen

Bereits im Februar 2017 warnte der Thüringer Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit vor der Spielzeugpuppe „Cayla“, die einen Bluetooth-Sender in sich trug und Gesprächsinhalte an die Server des amerikanischen Konzerns „Nuance Communications“ sendete. Die Bundesnetzagentur hatte damals Eltern dazu aufgerufen, die Puppe zu vernichten, da der Besitz von getarnten Abhöranlagen strafbar sei...


Nun hat die Bundesnetzagentur ein weiteres Gerät verboten. Man mag es kaum glauben: Es ist eine Smart-Uhr, konzipiert für Kinder im Alter von 5 bis 12 Jahren. „Smart“: Mittels einer App können Eltern solche Kinderuhren nutzen, um unbemerkt das Kind und seine Umgebung abzuhören. Aus Sicht der Eltern vielleicht toll, kann sie doch unbemerkt als „Babyphone“ genutzt werden. Auch zum Beispiel in Schulen, sodass der Unterricht abgehört wird.

Der TLfDI, Dr. Lutz Hasse, weist auf § 90 Telekommunikationsgesetz hin; danach ist es unter anderem verboten, Sendeanlagen oder sonstige Telekommunikationsanlagen zu besitzen, die ihrer Form nach einen anderen Gegenstand vortäuschen und dazu bestimmt sind, das nicht öffentlich gesprochene Wort eines anderen von diesem unbemerkt abzuhören.

Dr. Lutz Hasse: „Mittels App funktionieren diese mit SIM-Karte ausgestatteten Kinderuhren ähnlich wie Telefone, allerdings mit dem folgenden Unterschied: Die Eltern können bestimmen, dass die Uhr - vom Kind unbemerkt ihre Telefonnummer anruft; dadurch können sie dann die Umgebung des Kindes abhören. § 90 Telekommunikationsgesetz bezweckt den Schutz der Privatsphäre, auch von Kindern. Eltern sollten in sich gehen und überlegen, ob Fürsorge eine solche Rundumüberwachung ihres Kindes rechtfertigt, zumal Dritte hiervon betroffen sind.“
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Kommentare

26.11.2017, 11.41 Uhr
Gothe | Abhören....
Tja,der große Lauschangriff bleibt in Deutschland nur dubiosen Behörden vorbehalten die auch ohne ersichtlichen Grund den unbescholtenen Bürger ins Visirer nehmen...hauptsache dem Normalbürger drohen das er mit dem Abhören seiner Kinder eine Straftat begeht....das klingt nach Neid, weil der Normalbürger jetzt auch Zugriff auf Abhörtechnik hat....in der Schule würde ich diese Uhr nicht einsetzen weil mir da wahrscheinlich die kalte K...e hoch kommen würde bei diesem Schulsystem...
26.11.2017, 16.55 Uhr
Andreas Dittmar | Da gibt es aber jede Menge zu vernichten.....
Das errinnert mich irgendwie an RFT-Zeiten. Mit einer Änderung der Adernbelegung konnte man sogar schon damals die alten DDR-Telefone als "Babyfon" mißbrauchen. Das Mikrofon war bei aufgelegtem Hörer aktiv. OK aber so richtige Babyfone kannte in den 80'er Jahren kaum jemand und die Gegenstelle hatte andere Aufgaben als babysitten. Als Lehrling hatte man diese Funktion auch nicht unbedingt näher zu hinterfragen. An Hand der Schaltung, besonders aber an der Farbe und der Bezeichnung der Adern konnte man auf die Einsatzmöglichkeiten schließen. Normalerweise sollte auch den heutigen Produktentwicklern bewusst sein, was sie dort fabrizieren. Es geht los mit den integrierten Kameras in Laptops, Handys, Fernsehgeräten ( Bewegungserkennung nennt sich das, wenn man einschläft geht der Fernseher selber aus oder eben auch nicht), Dann haben wir noch Fitnesstracker, besagte Babyfone, Standortdienste und vielleicht auch die "Lebewesenerkennung" in Rauchmeldern oder allgemein SmartHome im Angebot. Da heutzutage alles vernetzt ist aber aus Kostengründen und zugunsten einer einfachen Bedienung an elementarsten Sicherheitsstandarts gespart wird, kann man sich bestimmt vorstellen was da so geht. Da ist das RFT-Telefon noch Kinderspielzeug. Es geht noch besser: Die Mata Haris der Heimelektronik Cortana, Alexa und Siri sollen uns jeden Wunsch von den Lippen ablesen. Das tun sie auch. Die Mädels speichern allerdings die Daten in der Cloud oder werden mit der Zeit richtig kreativ. Eine hat sogar mal so laut Musik gemacht, das Polizei und Schlüsseldienst anrücken mußte. Langeweile, Bug oder feindliche Übernahme wer weis ? https://www.youtube.com/watch?v=bvboYK-3Ahc Das ist zwar eher noch Comedy, technisch aber auch kein großes Problem.
Aber die wohl mit Abstand dümmste Erfindung der IT-Welt befindet sich am heimischen Router. Der WPS-Knopf.... Kurz draufdrücken, eigenes Handy anmelden fertig. Auch die Aufkleber auf der Rückseite mit den Passwörtern kann man mit jeder Handycam sichern, vergleichbar mit dem Anschrauben das Schlüsselbrettes an einer Außenwand. "Ich hab nichts zu verbergen" hört man oft. Nagut außer so Passwörter, Bankdaten, Adressen von Freunden. Genau auf diese Dinge haben es Datenkraken und auch Kriminelle abgesehen. Manchmal treffe ich mich auch heimlich mit der Nachbarin....Das muß auch nicht jeder wissen.... ahaaa. Hoffentlich hat das die Alexa von der Nachbarin nicht schon spitzgekriegt und bestellt beim nächsten Einkauf gleich ein persönliches Geschenk für dich mit oder verpetzt dich gleich beim Nachbarn. Wer seine eigenen Kinder mit solchen "elektronischen Fußfesseln" wie im Beitrag erwähnt, ausstattet, sollte sich bewußt sein, dass man auch sowas manipulieren kann. Das kann dann richtig sch... enden.
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