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Mo, 14:00 Uhr
02.10.2017
Betrachtet

Das "Problem" mit den Kommentaren

Medien haben es in diesen komplexen Zeiten sehr schwer. Denn derjenige, der eigentlich nur die Erzeugnisse dieser Branche konsumieren soll, rückt den Medienmachern zunehmend auf die "Pelle". Dem Netz sei dank...

Jeder kann alles kommentieren (Foto: geralt/pixabay.com)
Der Kunde der Medien, auch Rezipient genannt, muss seit einigen Jahren die "Ware Meinung" nicht mehr einfach so runterschlucken, sondern er kann sich ausführlichst an ihr erfreuen und ärgern. Er kann nicht nur im Gespräch mit dem Nachbarn oder den Kollegen auf Arbeit seinen Standpunkt dazu vertreten, sondern er kann das dem "Produzenten" der Nachrichten konkret mitteilen.

Und die müssen es, auch weil der Druck sich intensiviert hat und es zusätzliche Klicks bringt, auch noch freischalten. Ein herrlicher Zustand der Meinungsfreiheit also. Der Rezipient kann sich einmischen, kann kommentieren, was bislang nur den Auserwählten vorbehalten war, kann teilhaben an dem, was vielleicht vor grauer Urzeit als demokratischer Meinungsbildungsprozess beschrieben wurde.

Nun, die Realität sieht anders aus. Nehmen wir das Portal "Spiegel Online", kurz SPON genannt. Auch hier gibt es seit vielen Jahren die Funktion des Kommentierens. Sie wurde in den Anfangszeiten tatsächlich sehr offen zugelassen. Doch seit es zum Beispiel die Flüchtlingskrise gibt, wandelte sich das Agieren der Redakteure. Auf dem 33. Kongress des Chaos Computerclubs in Hamburg Ende vergangenen Jahres hielt ein Mann einen Vortrag, der den Einsatz der Kommentarfunktion bei SPON aus fachlicher Sicht, aus Sicht der Datenaufarbeitung untersuchte. Hier ein kurzer Zusammenschnitt des Vortrags von Davis Kriesel:


David Kriesel bei seinem Vortrag

Das Verhalten der SPON-Redaktion, Kommentare nicht zuzulassen, kann nicht verallgemeinert werden. Zum Beispiel werden auf Zeit.de nahezu alle Artikel kommentiert. Bei SPON war das schon im Jahr 2013 anders, bereits damals wurden veröffentlichte Kommentare einfach wieder abgeschaltet. Ich würde das nicht so drastisch formulieren, hätte es die nnz nicht selbst betroffen. SPON berichtete über eine angeblich sexistische Werbung unsere Online Zeitung, ließ auch Kommentare zu, die für die nnz-Macher höchst unerfreulich waren. Doch das muss man aushalten. Dann, als die Kommentare im Verlaufe dieses Vormittages ein wenig "umschlugen" und Partei für den "kleinen Blog" irgendwo in Thüringen ergriffen wurde, da schaltete die SPON-Redaktion die Kommentar-Funktion einfach mal so ab. Toll, denn selbst die bislang freigegebenen Kommentare waren weg. In Hamburg nachgefragt, bekam der kleine Blog sogar eine Antwort. Eine - wie wir meinen - vielsagende Antwort.

Und so schließt sich nun scheinbar der Kreis zum Jahr 2017. Wir halten an unserem Umgang mit Kommentaren fest. Jeder kann alles schreiben - fast alles. Das Ausschlusskriterium ist nicht das Nicht-Aushalten anderer Meinungen, sondern der Verstoß gegen Grundwerte unserer Gesellschaft. Wir müssen tagtäglich entscheiden, was wir zulassen und was nicht. Nicht immer passt das jedem, doch Toleranz endet dort, wo andere Meinungen nicht mehr toleriert werden. Auch, wenn es schwer ist, diese auszuhalten. Zum Beispiel, wenn Menschen fordern, dass unser Land offen und grenzenlos sein soll, dass wir nahezu alle Menschen in Not aufnehmen müssen. Zum Beispiel aber auch, wenn Menschen die Schließung der Grenzen fordern und einen Kontrollverlust des Staates konstatieren. Kontrollverlust - übrigens ein Wort, für den Journalisten noch vor zwei Jahren knapp an einer Abmahnung vorbeigeschrammt sind, das heute in nahezu allen Talkshows Einzug gehalten hat. Das aber nur als Nebenbemerkung.

Wer sich jetzt oder am morgigen Feiertag vielleicht mal die Zeit nimmt, den gesamten Vortrag des David Kriesel auf 33C3 rezipieren möchte - hier können wir ihn anbieten.
Peter-Stefan Greiner

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Kommentare

04.10.2017, 01.36 Uhr
Bodo Schwarzberg | Eitelkeit der Presse: nnz auch nicht besser
Letztlich ist die Presse ihrem eigenen Wertecodex verpflichtet und dem, der ihr vom Gesetzgeber insbesondere in form des BGB und des Grundgesetzes aufgedrückt wurde. Und natürlich dem Daseinsgrund der Presse schlechthin: der immerwährenden Suche, ja Sucht nach Informationen und gelegentlich auch nach Wahrheit.

Was die Kommentarfunktionen angeht, so verschaffen sie der Presse ein je nach Kommentarinhalt durchaus gewünschtes, verstärktes Echo in der Leserschaft, mitunter aber auch weniger gewünschte pressekritische Meinungen.

Da auch die Presse nur von Menschen gemacht wird, sollte sie diese aber nicht ignorieren, um ihrerselbst und der freien Meinungsäußerung willen. Wenn Spiegel Online, wo ich auch oft lese, bestimmt, eine Diskussion wegen mangelndem Erkenntnisgewinns zu löschen, so finde ich das anmaßend. Zwar ist die jeweilige Zeitung "Hausherr" über die Kommentare, aber sie sollte sich im eigenen Hause nicht zum Bestimmer über Meinungs- und Erkenntnisbildungsprozesse außerhalb ihres Hauses aufspielen. Auch eine nicht vorhandene Entwicklung in einer Kommentarreihe ist trotzdem ein kleines Spiegelbild der öffentlichen Meinung.

Was die Kritik der Nordhäuser Frauenbeauftragten an der damaligen nnz-Werbung in eigener Sache mit ein- bis zweideutig sexuell determinierten Wortreihen angeht, so glaube ich, hat die nnz bewusst provoziert. Nicht nur Dieter Bohlen weiß, das Sex sells. Das bewusste Überschreiten einer roten Linie sorgt u.U. also sehr gut für die Aufmerksamkeit, die man sich wünscht.

Vor dieser Werbeweisheit ist auch eine Zeitung genausowenig nicht gefeit, wie vor der Allgegenwärtigkeit und Wirkung des existenzsichernden Geldes für die Anzeigenwerbung der Wirtschaft, die die Presse wiederum um ihre restlose Freiheit zu betrügen trachtet.

Die nnz hatte mit der zwielichtigen Werbung in eigener Sache einen großen Coup gelandet: Dass Spiegel Online über das "Problem" der Nordhäuser Frauenbeauftragten überhaupt geschrieben hat, ist ein Ritterschlag für die kleine nnz, und zumindest zeitweise ein Katalysator für weitere zehntauend werbungsfördernde Extraklicks.

Und die Werbung mit der anziehenden Brünetten hat natürlich eine ähnliche Wirkung. Die Nordhäuser Frauenbeauftragte hat den nnz-fördernden-Turbo-Generator mit deutschlandweiter Aufmerksamkeit in Gang gesetzt. Herr Greiner muss ihr, trotz beiderseitiger Eitelkeit, keineswegs böse sein.
04.10.2017, 07.20 Uhr
Leser X | Richtig Herr Schwarzberg
Bei SpiegelOnline weiß man immer schon vorher, bei welchen Berichten Kommentare quasi verboten sind, diese Funktion jedenfalls nicht aktiv ist: Immer, wenn es um Israel und seine verbrecherische Besatzungspolitik gegen das palästinensische Volk geht.

Da hat man einfach Angst vor des Volkes Meinung, weil die bei den meisten nicht konform ist mit der verordneten Staatsmeinung aufgrund des schlechten Gewissens deutscher Verbrechen im 2. WK.
04.10.2017, 10.36 Uhr
Emanuel | Lustiger Nerd mit ganz viel Zeit
Wer nicht mit einem Brett vor dem Kopf herum läuft, hätte auch ohne Herrn Kriesel gemerkt, dass bei SPON bestimmte Artikel nicht kommentiert werden können. Wäre ich SPON Redakteur, hätte ich auch keine Lust den ganzen Holocaust-Leugner Kram anonymer Dummköpfe ständig zu löschen oder zu zensieren. Für die Klientel, die aus Hitler gern einen Linken macht, gibt es schließlich andere Blätter.

Und was soll das Zeigen mit dem Finger auf SPON? Hier läuft das nicht anders! Hier ist das nur sehr übersichtlich. Trotzdem findet man hier nahezu täglich "Diskussion ist beendet". Oder " Beitrag wurde deaktiviert - gehört nicht zum Thema". Immer schön an die eigene Nase fassen bevor man andere kritisiert.
04.10.2017, 14.12 Uhr
HUKL | Wie der Müll von Kommentatoren einzudämmen wäre..........
Das ist ja mal wieder ein ganz besonderes Thema, zu dem etwas zu schreiben wäre. Ist man nämlich ein „Konsument“ von vielseitigen Medien, der eigentlich genauso ähnlich wie bei dem neudeutschen Begriff als „Rezipient“ ebenfalls die geschriebenen Worte aufnimmt, verinnerlicht, je nach Interesse verarbeitet und oftmals sogar an die entsprechende Redaktion mit einer zusammengefassten eigenen Meinung auch beantwortet, dann darf man nicht als „Schwafler“ oder Dauerkommentator“ von gelegentlichen Lesern hingestellt werden!

Das allgemeine Interesse an verschiedenen Themengruppen und damit auch die Bereitschaft, ganz normal mitdiskutieren zu wollen, wie mit Freunden oder Verwandten, belebt doch auch meistens die Arbeit der entsprechenden großen und kleineren Redaktionen, die nicht zu sehende Leserschaft irgendwie aufgerüttelt zu haben......

Auf wie viele Schultern die Bearbeitung der Leserkommentare, die praktisch Tag und Nacht bei der „nnz“ eingehen und meistens unverkürzt und nicht korrigiert anschließend möglichst zeitnah veröffentlicht werden, würde mich schon einmal etwas näher interessieren! Die mit den entsprechenden Begründungen angedeuteten nicht zu veröffentlichen Beiträge deuten schon darauf hin, dass das allgemein saubere Klima der Meinungsäußerung nicht unbedingt zu verletzen ist.

Damit das oftmals zu hörende Aufbrausen der Betroffenen und Unbeteiligten wegen Verletzung der „unter der Gürtellinie“ stehenden Meinungsfreiheit endlich ein Ende hat und wieder ein Zurückfinden in frühere normale Zeiten möglich ist als nur der Füllfederhalter oder die einfache Schreibmaschine zur Verfügung standen und das Wort "Netzwerk" noch fremd war, sollte zukünftig generell der jeweilige Absender von zugesandten Kommentaren nur mit der Nennung des registrierten „Klar - Namens“ erfolgen dürfen, wie der des jeweiligen Redakteurs, dessen Bericht auch bewertet wurde!

Wäre das nicht ein genereller erster Schritt zur wiedergefundenen Normalität?
04.10.2017, 15.04 Uhr
murmeltier | Gut
Ich persönlich finde es gut, dass der Leser seine Meinung zu geschriebenen Beiträgen, anonym, schreiben kann. Ich habe hier in dieser Zeitung bisher sehr viele qualifizierte Kommentare gelesen, auch aufklärende. Der mündige Bürger ist selbst in Lage, Geschriebenes zu beurteilen. Diskussionen bereichern das Wissen. Wenn zu bestimmten Themen keine öffentlichen Diskussionen geführt werden, Menschen beschimpft werden, wendet sich der Bürger ab. In einer Diskussion sollten alle Argumente gesagt werden können und dann ein Standpunkt gebildet werden.
04.10.2017, 16.42 Uhr
othello | Klar-Namen gegen Volkes -Meinung
Alle paar Wochen wieder, wird das leidige Thema Klar-Namen der Kommentatoren angesprochen, wie zuletzt von Superintendent Balint, jetzt von @ HUKL. Immer wieder werden Argumente vorgebracht, welche gegen Klar-Namen sprechen, die ich nicht alle wiederholen möchte.
Mir stellt sich nur die Frage @ HUKL, was hätten Sie davon, wenn Sie wüssten, wer unter @ Othello Kommentare schreibt ? Stehen Sie dann vor meiner Haustür und bringen noch ein paar Freunde mit um zu „ diskutieren „? Hängen Sie sich an das Telefon, um mir ihre Sicht der Dinge zu schildern ? Hetzen Sie ihren Bekanntenkreis gegen mich auf ? Sind Sie Chef einer kleinen Firma, der ganz anderer Meinung als ich bin und sich deshalb gegen mich wenden. Haben Sie einen guten Anwalt, der eventuell Möglichkeiten der Klage gegen mich erkennt ?

So oder ähnlich geht es wahrscheinlich Lieschen Müller oder Kevin Schmidt, den „ Keinen Mann/Frau“, die hier auch mal ihre Meinung äußern können, ohne Klar-Namen ! Diese haben kein Interesse daran, mit ihrem Namen Personen der Öffentlichkeit zu werden, diesen Druck würden sie nicht aushalten, denn hinter ihnen stehen keine Organisationen, Parteien oder Interessengruppen, die mit geballter Macht, auch Kraft ihrer bezahlten Tätigkeit, wie ein Superintendent, gegen diese Menschen mit Wort und Tat vorgehen könnte.

Ich bin auch für Klar Namen, wenn es sich um Vertreter politischer Parteien, Organisationen, Redakteure handelt, aber nicht, wenn der „ Kleine Mann/Frau, seine Meinung äußert, auch wenn dabei in Augen mancher Leser viel „ Müll“ geschrieben wird. Es steht ihnen dann aber auch frei, als Kommentator dieses als „ Müll „ zu bezeichnen, unter „Klar Namen“ oder als @ HUKL.

Gerade ein Provinz-Onlinezeitung wie die NNZ, wird erst interessant durch die Kommentare. Gerade Politiker sollten diese Kommentare zur Kenntnis nehmen, um zu erkennen, was Teile des Volkes bewegt. Dann währen sie auch nicht überrascht gewesen über das Wahlergebnis der AfD im Kreis Nordhausen.
04.10.2017, 17.05 Uhr
othello | @ HUKL, Meinung Bitte !
@ HUKL ! Habe ich Müll geschrieben ? Sie können sich äußern !
04.10.2017, 17.59 Uhr
THE RAZORS EDGE | @HUKL
"...sollte zukünftig generell der jeweilige Absender von zugesandten Kommentaren nur mit der Nennung des registrierten „Klar - Namens“ erfolgen dürfen, wie der des jeweiligen Redakteurs, dessen Bericht auch bewertet wurde! Wäre das nicht ein genereller erster Schritt zur wiedergefundenen Normalität?..."

Und das bringt was? Herr Schulze kann sich auch als Herr Meyer registrieren... im Endeffekt ändert das nichts, rein gar nichts! Wer kann schon nachvollziehen ob Sie sich überhaupt mit Ihrem richtigen Namen registriert haben? ...richtig, niemand!

Zu bieten die meisten Medien eine Kommentarfunktion nicht deshalb an, weil Ihnen der Austausch und die Meinungen der Leser interessieren, sondern weil diese Funktion A) "Klicks" generiert und B) eine gewisse Bindung zum Konsumenten aufbaut. Also werden die Redaktionen einen Sch**** tun, User zu vergraulen! Jeder Seitenaufruf bringt bares Geld, da ist das moderieren einer Kommentarfunktion nicht als Last zu betrachten!
04.10.2017, 18.48 Uhr
tannhäuser | Müll!
So nennt HUKL andere Meinungen. Othello hat genau beschrieben, warum Kommentatoren ihre Klarnamen hier nicht veröffentlichen.

Wem es nicht passt, wie Herr Greiner und seine Mitstreiter diese Plattform führen, kann sich doch etwas anderes suchen, um seine Meinung mit Namen, Geburtsdatum, Adresse und Telefonnummer kundzutun.

Und @ Michl Holocaust-Leugner tummeln sich im Darknet und brauchen nicht SPON. Oder stecken Sie AfD-Wähler gleich mit in diese Schublade?
04.10.2017, 23.38 Uhr
aikido | Jedes Wort eine Lüge in unseren Mainstreammedien
Das meiste was uns die Medien verkaufen, entspricht überhaupt nicht der Wahrheit. Und damit meine ich nicht, wenn die kleine nnz über z.b. Park Hohenrode berichtet, sondern ich meine die großen Medien. Die großen Medien, die alle die selbe Quelle haben. Quasi die großen Presseagenturen die alle Medien mit ein und den selben Infos versorgen, damit sie alle einheitlich berichten um uns Bevölkerung etwas aufzutischen was wir glauben sollen.
Es sind nicht unsere Politiker, die die Fäden in der Hand haben. Sie sind nur Marinotten in einem Theaterstück. Die wirklichen Entscheidungen treffen ganz andere.
Das wird jedem klar, der sich kritisch mit dem auseinandersetzt was uns da täglich verkauft wird, der seinen eigenen Augen und seinem eigenen Gefühl vertraut und jedem, der sich auch mal wo anders informiert als bei Tagesschau, Spiegel und Co.
05.10.2017, 18.20 Uhr
HUKL | @ Othello, hier ist die die gewünschte Nachbetrachtung für Sie!
Sie werden mich nicht vor Ihrer Haustür sehen, um mit Freunden mit Ihnen weiter diskutieren zu wollen.....Auch eine evtl. Klage gegen Sie ist meinerseits nicht vorgesehen! Wenn Sie sich allerdings Ihre eigenen beiden letzten Abschnitte nochmals durchlesen, würden Sie bestimmt keine großen Meinungsverschiedenheiten zwischen uns mehr erkennen........

Um ehrlich zu sein, ist diese komplette Anonymität im Internet, die in erster Linie ein Schutz statt einer Gefahr bedeuten sollte, zumindest für mich ein großes Übel! Dieses Wort ist eigentlich bei jedem Schritt im täglichen Leben schon ein ständiger Wegbegleiter, falls man nicht einen entsprechend großen äußerlichen Bekanntheitsgrad besitzt!

Meine Wortmeldung zu diesem ohnehin bestehenden Dauerthema sollte eigentlich in erster Linie besonders bei brisanten Themen den Vorschlag unterbreiten, die an alle möglichen Medien, nur mit „Klarnamen“ versandten Beiträge der entsprechenden Verfasser anzunehmen und zu veröffentlichen, um das teilweise leider abscheulich niedrige Niveau und beleidigende persönliche Angriffe etwas einzudämmen! Andererseits können wir alle von den im Schutze der Anonymität abgegebenen „Unmeinungen“, die ich auch schon als „Müll“ bezeichnete, ein echtes Bild machen, was so manche Leute wirklich denken...... Da jede Medaille aber zwei Seiten besitzt, hat das Erscheinen des „richtigen „Namens“ mit einer evtl. vermuteten zu hebenden Selbstdarstellung, lieber @Othello, allerdings nichts zu tun!

In der „wirklichen Welt“ dürfte es eigentlich gar keine perfekte Anonymität geben, die mit der im Internet oder sonstigen Medien vergleichbar wäre. Auch, wenn wir z. B. auf der Straße ohne Namensschild unterwegs sind, wären wir dort greifbar, was ohne Weiteres im „Net“ nicht so einfach möglich ist. Allein aus Anstand gehört bei „schwierigen Themen“ aus meiner Sicht (wozu die betreffende Redaktion allerdings zuvor aufrufen sollte....) dann auch der normale Name unter dem entsprechenden Artikel, wie der des jeweiligen Redakteurs!

Die derzeitig beste Zwischenvariante zur Mitdiskussion in den sozialen Medien zu verschiedenen Themen ist die generelle Anmeldung mit „Klarnamen“ und mit „Pseudonym“ veröffentlichen! Hier wäre man geschützt und kaum einer von den unzähligen Lesern würde sich nach meinem „richtigen“ Namen erkundigen. Allerdings bleibt die Angst Einiger, nach übertrieben Beiträgen, die mit der erlaubten Meinungsfreiheit nichts mehr zu tun haben, „unangenehme Nachteile“ zu erleiden......

Abschließend schließe ich mich den von Ihnen genannten tüchtigen Mitarbeitern der „nnz- Provinz - Online-Redaktion“ an, die vor einer zu erwartenden „besonders aufregenden“ Mitdiskussion ihre Leser um ihre Meinungen bitten sollten, aus vorgenannten Gründen diese lediglich nur dann mit den Klarnamen dort einzusenden!
06.10.2017, 06.35 Uhr
Anna Lüst | Anonymität, @ HUKL...
...ist manchmal unumgänglich. Stellen Sie sich einmal vor, ein hier veröffentlichter Artikel handelt über Ihren Arbeitgeber, posierend als Heilsbringer des Landkreises. Sie wissen von Korruption und Postengeschacher und geben das hier der Öffentlichkeit preis. Dazu haben Sie noch eine Verschwiegenheitsklausel im Arbeitsvertrag...
Ich halte es für äußerst wichtig, dass die Öffentlichkeit solche Insiderinformationen erhält, um die Flecken zu erkennen, welche die weiße Weste dieser Damen und Herren verunzieren, wie sie Wasser predigen und Wein saufen...
Dieser Kommentator kann hier niemals wieder etwas mit Klarnamen hier veröffentlichen, es sei denn, er ist scharf darauf, Kunde bei der Agentur zu werden. Für das Fernhalten von Hetze oder persönlichen Angriffen ist die Redaktion zuständig. Ich finde, die machen das ganz gut...
06.10.2017, 08.26 Uhr
Herr Schröder | Ohne die Anonymität der User,
hätte wir hier in der NNZ eine völlig andere Gesprächskultur. Keinerlei Beleidigungen und nur noch die Hälfte der Kommentare, wenn überhaupt. Das Niveau würde deutlich steigen. Als Betreiber dieser Seite würde ich das mal einen Monat testen.
06.10.2017, 08.34 Uhr
Andreas Dittmar | Das könnte ein Boomerang werden
Ganz so einfach ist es nicht @Anna Lüst, in ihrem Beispiel vielleicht sogar brandgefährlich . Auch wenn das Verhalten eines Arbeitgebers nicht den Moralvorstellungen des Arbeitnehmers entspricht bzw. er der Meinung ist, das sich dieser strafbar macht, ist diese Öffentlichkeitsarbeit der schlechteste Weg. Der Arbeitgeber wird sich mit seinen Anwälten zur Wehr setzen und dem Seitenbetreiber flattert eine strafbewehrte Unterlassungserklärung ins Büro. Wird diese unterzeichnet und der Kommentar gelöscht, bleibt der User im Schatten der Anonymität. Inwieweit der Betreiber jetzt gegen sie vorgehen wird, kann man den AGB entnehmen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit dürfen sie aber längere Zeit keine Kommentare mehr schreiben. Erstattet der Arbeitgeber allerdings Anzeige gegen "Unbekannt", könnte im Zuge der Ermittlungen per richterlichen Beschluss erwirkt werden, das der Seitenbetreiber den Klarnamen/die IP-Adresse rausrücken muß. Nur ein Richter darf das veranlassen. Leider fließen dann weder ihre Moralvorstellungen, noch ihre Vermutung, das der Chef auf der schiefen Bahn unterwegs ist, für den Richter eine Rolle, allerdings die unterschriebene Verschwiegenheitsklausel könnte sich nun doppelt negativ auswirken. In diesem Fall also immer überlegen, ob man bei krummen Touren Anzeige erstattet oder lieber gleich den Arbeitsplatz wechselt, ansonsten sollte man seinem Chef immer loyal gegenüber stehen.
Wenn man die Freiheit hat, unter einem Nickname zu schreiben, sollte man diese mit Bedacht nutzen und auch nur das schreiben, was man mit Klarnamen unterschreiben würde.
06.10.2017, 09.15 Uhr
Anna Lüst | Sie haben Recht,
@ Andreas Dittmar, so etwas kann natürlich keinesfalls auf Vermutungen oder Hörensagen beruhen.
Das muss absolut hieb- und stichfest sein.
Laut PSG muss die NNZ nur bei Straftatbestand die Identität des Kommentatoren herausrücken.
Wenn man Anzeige erstattet, kann man auch gleich selbst kündigen, es sei denn, die Anonymität wäre auch dort geschützt.
06.10.2017, 09.17 Uhr
Zukunft | @Hans Dittmar
Sie machen wirklich Spaß. Wo leben Sie eigentlich? Haben Sie Angst vor der wahren Meinung der Menschen? Ich fühle mich manchmal in vergangene Zeiten zurück versetzt.

Ihre Aussage, es sollte nur das unter Klarnamen geschrieben werden, dass auch unter dem richtigen Namen geschrieben würde, ist sowas von naiv oder bewusst geäußert. Ich denke eher bewusst. Sie sind entweder Politiker oder haben eine Funktion, in der Sie bei Veränderungen ihre Machtposition verlieren würden oder diese geschmälert werden würde.

Wer sich vor einem Jahr öffentlich zur AfD bekannt hätte, der hätte möglicherweise Repressalien erlitten oder wäre in der Existenz bedroht gewesen. Hotels, die als Tagungsort für AfD Veranstaltungen bekannt wurden, wurden bedroht , und öffentlich diffamiert, bis sie die Veranstaltung in ihrem Hotel abgesagt haben. So viel zur freien Meinungsäußerung.

Oder wollen Sie die freie Meinungsäußerung nur, wenn diese in Ihrem Sinn ist? Das ist ja dann wie "früher"??
06.10.2017, 09.24 Uhr
Leser1 | Nackte Tatsachen?
Ich habe mal auf den Link geklickt und mir das angeblich sexistische Bild angesehen. Da ist ein jugendfreies Dekoltee einer Frau. So laufen auch manche Mitarbeiterinnen der Stadt im Sommer rum und ich als Besucher muss mir das ja auch ansehen. Da müsste die Gleichstellungsbeauftragte eine Burkaflicht in der Stadtverwaltung einführen. Der Text ist humoristisch. Überall sieht man nackte Frauen zb in der Bildzeitung. Da stört sich auch keine Gleichstellungsbeauftragte. Sie könnte ja Amtszimmerdurchsuchungen und Taschenkontrollen im Rathaus machen das keiner die Bildzeitung in der Mittagspause liest. Hat sie sonst nix zu tun? Das Bild hat ja das erreicht was es sollte. Es wird nun von anderen Zeitungen kommentiert und die NNZ mehr bekannt gemacht.Das bringt mehr Leser und Werbekunden. Alles richtig gemacht Herr Greiner.

PS vielleicht ein Mann demnächst mal abbilden mit ähnlichen Text damit die Gleichstellungsbeauftragte wieder ruhig schlafen und ihrer Arbeit nachgehen kann. Warum sind Gleichstellungsbeauftragte immer Frauen??? Wo ist denn da die Gleichstellung?
06.10.2017, 09.46 Uhr
Emanuel | Konjunktive Meinungsmache
"Wer sich vor einem Jahr öffentlich zur AfD bekannt hätte, der hätte möglicherweise Repressalien erlitten oder wäre in der Existenz bedroht gewesen. Hotels,.."

Es sind Leute wie Sie @Zukunft, vor denen man sich fürchten muss. Denn Sie versuchen mit Konjunktiv und Unterstellung Meinung zu machen. Gibt es für Ihre "hätte, könnte, sollte, möglicherweise, wäre...-Theorie" auch nur ein einziges zutreffendes reales Beispiel? Dann nennen Sie es doch.

Wer ist aufgrund AfD Mitgliedschaft oder -Sympathie aus dem Staatsdienst entlassen worden? Welches Hotel mußte schließen, weil ein paar Demonstranten davor standen?... Und wird nur gegen die AfD in diesem Lande demonstriert? Nein, damit müssen sich sogar solch profane Gruppen wie Fleischesser herum schlagen.

Ihr "hätte, möglicherweise, wäre,- Kommentar" @Zukunft ist ein wunderbares Beispiel für den "Mißbrauch" einer anonymen Kommentarfunktion.
06.10.2017, 09.52 Uhr
murmeltier | Nur ein Beispiel für den Michl
Ich weiß, dass Links nicht gern gesehen werden, aber Google hilft auch Ihnen, lieber ehrenwerter Michl:

https://www.welt.de/regionales/hamburg/article165100046/Gastwirt-muss-nach-AfD-Wahlparty-schliessen.html

Das ist nur ein Beispiel von tatsächlich sehr vielen. Kein Konjunktiv.
06.10.2017, 09.54 Uhr
ScampiTom | Michl, wo leben Sie denn
man könnte so einige Beispiele hier einstellen, wo AfD Sympathisanten in den Medien offen angefeindet wurde, Besonders gern von Linken, was einen doch sehr an eine andere Zeit erinnert. Aber schauen sie sich einfach den FDP/Grünen Kindergarten im Bundestag an. Ich will nicht da sitzen...
06.10.2017, 10.17 Uhr
Emanuel | Schlechtes Beispiel @murmeltier
Dann sei's mir auch gestattet:
"...„Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert“, sagt Sven Lohse. Er glaubt, dass es für die Entwicklung bis zum heutigen Tage irrelevant ist, dass er die AFD beherbergt hat. Dafür spricht auch, dass die Geschäfte schon vor den AFD-Besuchen nicht immer rosig liefen." –Quelle: https://www.shz.de/16949711 ©2017

Der Gastwirt gibt selbst zu, dass die Geschäfte vor dem AfD Besuch nicht rosig liefen und die AfD mit der Entwicklung nichts zu tun hat. Auch Sie @murmeltier möchten hier "Fakten" verkaufen, die offensichtlich keine sind.
06.10.2017, 11.23 Uhr
Andreas Dittmar | anonym vom Recht auf Meinungsfreiheit Gebrauch machen ?
@Zukunft da liegen sie ein wenig falsch, allerdings nicht nur bei meinem Vornamen :-) Ich bin Angestellter und auch Mitglied in der AfD, kein Politiker oder in Führungsposition. Natürlich besteht dann im näheren Umfeld immer mal wieder Diskussionsbedarf und man kann sich auch etwas anhören. Wichtig ist, das man Argumente hat und diese auch verteidigen kann. Politisch betrachtet gebe ich ihnen Recht. Da gibt es gerade was die AfD betrifft genügend Beispiele, wo die Anonymität absolut gerechtfertigt ist. Es ist also noch ein hoffentlich nicht allzuweiter Weg bis zur uneingeschränkter Meinungsfreiheit.
06.10.2017, 12.11 Uhr
HUKL | Nun dürfte zu diesem Thema wirklich alles geschrieben worden sein.....
Ohne unbedingt die Geschichte um die entfachte Diskussion zu diesem strittigen Themenkomplex nochmals forcieren zu wollen, war mir eigentlich nicht bewusst, was meine einfache Wortmeldung, bei der es diesmal überraschend nicht mehr um die Stichwahl des neuen Oberbürgermeisterpostens von Nordhausen, Grabenkämpfe zwischen den früheren etablierten Parteien der SPD oder CDU, die umstrittene Baugenehmigung eines holländischen Investors ging, der in einem kleinen normalen Ort eine völlig überdimensionierte Schweinemastanlage bauen und damit auch die dortige Luft verpesten wollte oder sich um die Sucht des Elefantentötens eines bekannten Politikers handelte, bisher für hohe Wellen unter den Lesern schlugen. Dafür verantwortlich war doch nur das einfache Aussuchen der Wortwahl zwischen der schützenden „Anonymität“ (Pseudonym) oder dem jeweiligen „Klarnamen“!

Da es keine gesetzliche Grundlage zu geben scheint, dass„Betroffene“ praktisch vom Online-Portal (in diesem Fall von der „nnz“) die Herausgabe der Nutzerdaten fordern können, um rechtlich gegen den vermeintlichen „Lügenverfasser“ vorzugehen, sollten wir uns alle lieber der Harmonie befleißigen, die die hässlichen und Falschmeldungen verdrängen sollte, die in schlimmsten Fällen leider sogar als strafverfolgende Falschmeldungen einzuordnen sind!

Um ehrlich zu sein, schaue ich mir deshalb z. B. lieber die mit „Klarnamen“ erfolgten Kommentare an, ob z. B. „Wacker“ endlich mit richtig ausgesuchtem Personal in der Regionalliga die Kurve bekommt, bewundere die tollen Landschaftsbilder der untergehenden Sonne in irgend einer Harzer Gegend oder bin enttäuscht, in welchem kläglichen Dasein heute die vergessenen Betriebe oder sozialen Einrichtungen, in denen viele fleißige Menschen vor der „politischen Anpassung“ noch ihre Heimat sahen, fotografisch präsentiert werden.........
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