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Fr, 15:00 Uhr
22.09.2017
Südharz-Klinikum

Fachvortrag im Klinikum

Jeder von uns kennt vielleicht diese Tage, an dem einen alles zu viel wird oder einfach nichts klappen möchte. Die Stimmung sich im Keller befindet oder der Körper streikt. Aber was ist, wenn dieser Zustand über längere Zeit anhält und sich dahinter vielleicht eine psychische Erkrankung versteckt?...


Über dieses Thema gab es am vergangenen Mittwoch im Seminarraum des Südharz Klinikums einen Vortrag. Anhand einer anschaulichen Präsentation und durch den Einsatz von Erfahrungen und Erlebnissen aus ihrem täglichen Arbeitsleben informierte Jeannette Böhler (Chefärztin der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Erwachsenalters) in ihrem einstündigen Fachvortrag über die Entstehung und Behandlungsmöglichkeiten von psychischen Erkrankungen.

Da bisher noch nicht zu hundert Prozent bestimmt werden kann, wie psychische Erkrankungen entstehen, bedarf es einer genauen Untersuchung. Dabei sollte zuvor durch einen entsprechenden Facharzt ausgeschlossen werden, dass organische Erkrankungen als Mitverursacher der psychischen Erkrankungen verantwortlich sind. In Ihrem Vortrag geht Frau Böhler auch auf die verschiedenen Stressoren und Risikofaktoren ein, welche die Entstehung oder Anfälligkeit für psychische Erkrankungen beeinflussen können.

Viele kennen das vielleicht selbst, wie sie sich in einer schweren Belastungssituation fühlen. Nicht selten geraten dabei der Körper und die Seele aus dem Gleichgewicht. Doch was ist, wenn die Beschwerden länger andauern, sich verschlimmern oder weitere Symptome wie zum Beispiel Panikattacken, Suizidgedanken dazu kommen und zu immer größeren Problemen führen? Genau dann sollten sich Betroffene Hilfe suchen.

Dabei stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Das kann beispielsweise ein Gespräch mit einer Vertrauensperson, mit dem Hausarzt oder einem Psychologen, Psychotherapeuten oder Psychiater sein. Aber auch andere Präventionsmaßnahmen zur Stressbewältigung können dabei unterstützen, bestimmten Stresssituationen entgegen zu wirken.

So kann zum Beispiel auch der Besuch einer Selbsthilfegruppe eine positive Unterstützung sein. Die Selbsthilfegruppe „Seelentänzer“ stellte sich an diesem Abend erstmalig als neu gegründete Gruppe vor und gab Interessierten die Möglichkeit, sich im Anschluss an den Vortrag ein eigenes Bild von einer Selbsthilfegruppe zu machen und schon einmal hineinzuschnuppern.
Nicole Schulz
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Kommentare

24.09.2017, 12.58 Uhr
aikido | Psychische Erkrankungen zu wenig beachtet!
Vorträge dieser Art sollte es viel öfter geben um zum einen die Patienten besser zu schulen und zum anderen die nicht betroffene Bevölkerung zu sensibilisieren für diese Thematik.
Kein anderer Patient wartet in Deutschland so lange auf medizinische Versorgung wie ein psychisch Erkrankter. Egal ob in Form von zeitnahen und engmaschigen Facharztterminen, Psychotherapieplätzen oder ein Bett in der stationären Versorgung. Einfach nur traurig für unser reiches Deutschland!
Es scheint vielen immer noch nicht klar zu sein, wie viele psychisch Erkrankte Patienten jedes Jahr in Deutschland Suizid begehen. Lt. Fr. Böhler mehr als pro Jahr bei einem Verkehrsunfall sterben!
Fachlich gesehen spitzen Vortrag!
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