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Mi, 10:36 Uhr
13.09.2017
Joy-Lance Mickels im Interview

Eine rheinische Frohnatur für Wacker

Er sorgt stets für gute Laune: Joy-Lance Mickels ist eine echte Frohnatur. Wer dem Siegburger begegnet, dem fällt sofort seine positive Art auf. Und die steckt an. Der 23-Jährige wechselte im Sommer von Alemannia Aachen zum Fußball-Regionalligisten FSV Wacker 90 Nordhausen. Zuvor durchlief er unter anderem die Kaderschmieden von Borussia Mönchengladbach und Schalke 04. Im Interview mit Sandra Arm spricht der pfeilschnelle Flügelspieler über sein Image als Spaßvogel, seinen Wechsel und das WG-Leben...

Joy-Lance Mickels  (Foto: Bernd Peter)
Joy-Lance, wann hast du das letzte Mal etwas Verrücktes gemacht?

Joy-Lance Mickels: Das war erst kürzlich beim Training. Es gab einen kleinen Vorfall mit Schulle (Anmerk. Kevin Schulze). Wir haben Getränkebehälter, da ist ein Shaker drin. Das Getränk hilft uns, damit die Muskeln schneller regenerieren. Ich habe etwas reingefüllt, was ihm nicht so gut gefallen hat. Am Ende konnten wir alle darüber lachen.

Du bist also der Franck Ribery des FSV Wacker 90 Nordhausen.

Joy-Lance Mickels: Das würde ich so unterschreiben. (lacht)

Du bist generell eine Frohnatur. Hilft es der Mannschaft, wenn ein Spieler da ist, der Lockerheit und Spaß mit reinbringt?

Joy-Lance Mickels: Bis jetzt hat sich keiner beschwert, alle gehen respektvoll mit mir um. Ich denke, dass ich gut in der Mannschaft ankomme und sie meine fröhliche Art schätzen. Der Trainer sagt auch, dass es für die Mannschaft gut wäre, wenn da jemand wäre, der einen kleinen Spaß auf den Lippen hat.

Dein ehemaliger Trainer in Aachen sagte in einem Interview über dich, dass dir eine gewisse Seriosität und Ernsthaftigkeit nicht schaden würde.

Joy-Lance Mickels: Ihm hat wahrscheinlich nicht gefallen, dass mich Niederlagen nicht so lange beschäftigen. Bei mir dauert es eine halbe Stunde, dann ist das Spiel für mich erledigt. Ich bin ein Mensch, der die Sache schnell abhakt.

Woher kommt diese fröhliche, ansteckende Art?

Joy-Lance Mickels: Von meinen Eltern, sie sind gebürtig aus der Demokratischen Republik Kongo. Das trifft auf die ganze Familie zu. Mein Zwillingsbruder Slayd, er spielt in Aachen, ist noch lustiger drauf. Es muss schon viel passieren, ehe wir schlecht gelaunt sind.

Du sprichst deinen Zwillingsbruder an. Ihr seid eineiige Zwillinge. Mal Hand aufs Herz: Wie oft habt ihr eure Mitmenschen schon gefoppt und die Rollen getauscht?

Joy-Lance Mickels: Wir sind auf die gleiche Schule gegangen, haben gemeinsam in einer Mannschaft Fußball spielt. Wir haben mal darüber gesprochen, aber es noch nicht durchgezogen.

Würde wir es merken, wenn ihr die Rollen tauschen würdet?

Joy-Lance Mickels: Merken würden es nur Spieler, die uns über Jahre schon kennen. Ansonsten wird es schwierig. Selbst mein Onkel hat Probleme uns auseinanderzuhalten.

Du hast noch einen jüngeren Bruder, er spielt ebenfalls Fußball. Könntest du dir vorstellen mit deinen Brüdern in einer Mannschaft zu spielen?

Joy-Lance Mickels: Das habe ich schon. Das war in der Jugend (U19) von Mönchengladbach. Es war ein tolles Gefühl mit beiden auf dem Platz zu stehen.

Du hast die Kaderschmieden in Mönchengladbach und Schalke durchlaufen. Was hast du persönlich aus dieser Zeit mitgenommen?

Joy-Lance Mickels: Viel Erfahrung. In beiden Vereinen durfte ich bei den Profis mittrainieren. Auf Schalke sogar etwas länger. Unter Roberto Di Matteo war ich mit im Trainingslager in Doha, wo ich die großen Spieler wie Jefferson Farfán, Julian Draxler oder Kevin-Prince Boateng kennengelernt habe und mir von ihnen viel abschauen konnte. Das hat mir in meiner persönlichen Entwicklung sehr geholfen.

Du kamst aus Aachen, wo jetzt dein Bruder Slayd spielt. Was hat den Ausschlag für einen Wechsel nach Nordhausen gegeben?

Joy-Lance Mickels: Keine Frage - Aachen ist ein toller Verein. Ich wollte perspektivisch etwas Neues ausprobieren und mich weiterentwickeln. Mal rauskommen aus dem "Westen", dort habe ich bis zum Sommer gespielt. Für mich war es an der Zeit, in einer anderen Regionalliga zu spielen. Die Gespräche mit Präsident Nico Kleofas und Trainer Volkan Uluc hinterließen bei mir ein gutes Gefühl.

Mit welchen Erwartungen bist du nach Nordhausen gekommen?

Joy-Lance Mickels: Ich muss ehrlich sagen, ich habe mir die Stadt etwas größer vorgestellt. (lacht) Sportlich, dass wir so lange wie möglich ganz oben mitspielen können. Wir sind auf einem guten Weg.

Mit Jerome Propheter hast du eine WG bezogen. Wie ist das Zusammenleben?

Joy-Lance Mickels: Wir fühlen uns sehr wohl, die Wohnung ist groß und schön. Es fehlen zwar noch ein paar Kleinigkeiten, aber das Meiste ist eingerichtet.

Hast du bestimmte Aufgaben?

Joy-Lance Mickels: Momentan kocht nur Jerome. Er ist einfach der bessere Koch. Wenn er sagen würde, ich soll kochen, dann wäre das auch kein Problem. Zuletzt war Dani (Anmerk. Daniel Hägler) zum Essen bei uns. Ihm hat es sehr gefallen. Was wir uns teilen ist zum Beispiel das Einkaufen.

Gegen Fürstenwalde erwartet euch das vierte Heimspiel. Wie empfindest du die Atmosphäre bei Heimspielen?

Joy-Lance Mickels: Bisher war das Stadion immer gut gefüllt. Ich finde es sehr schön, wenn die Fans ganz nah dran sind am Geschehen und du als Spieler die Fans hautnah erleben kannst. Du hörst aber wiederum jedes Wort. Ab und zu sind nicht so schöne Wörter dabei. In dem Moment denkst zu plötzlich, dass Nordhausen nicht mehr hinter dir steht. Das Positive überwiegt, wenn sie uns anfeuern und mitgehen. Wenn ein Tor fällt, dann wird es richtig laut. Die Ultras machen ordentlich Lärm, das ist super für uns.
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Kommentare

13.09.2017, 11.49 Uhr
murmeltier | Tore schießen
Vielleicht sollte sich der Sportfreund Mickels mal nicht als Gute-Laune-Entertainer versuchen, sondern eher Tore schießen. Dafür ist er doch an den Südharz-Rand geholt worden, oder irre ich da? Vielleicht hätte Frau Arm das mal die Frohnatur vom Rhein fragen sollen, statt immer die Dauerfrage nach "wie fühlt man sich denn in NDH?" zu fragen.
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