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11.09.2017
Reaktionen am Wahlabend

Wieder bei Null

Es war ein kleiner politischer Paukenschlag der so von manchem vorher gesagt, von vielen aber so nicht erwartet worden war - Inge Klaan und Kai Buchmann gehen als Kandidaten für den Posten des Nordhäuser Oberbügermeisters in die Stichwahl. Die nnz war am Wahlabend unterwegs und hat die ersten Reaktionen der Wahlgewinner und -verlierer eingesammelt...

Die OB-Wahl - erster Teil (Foto: Angelo Glashagel)

Viel zu gewinnen, wenig zu verlieren

Erste Station: die Geschäftsstelle der Nordhäuser Sozialdemokraten. Kritische Stimmen sind bei den Genossen zu vernehmen, gerade mit Hinblick auf das Ergebnis Kai Buchmanns. Ein parteiloser Kandidat, der es ohne großes Netzwerk aus dem Stand auf ein beachtliches Ergebnis bringt? - das wirft Fragen auf.

Für die eigene Kandidatin hätte man sich ein besseres Ergebnis gewünscht, meinte Landrat Matthias Jendricke, die Stimmungslage sei aber so in den letzten Tagen zu vernehmen gewesen. Wie man sich nun weiter positionieren wird, das werde man morgen beim Treffen der Ortsvorstände beraten.

Die ganz große Katerstimmung herrschte bei der SPD indes nicht, Jutta Krauth verbleibt als Bürgermeisterin auf jeden Fall im Rathaus. Sie hatte einiges zu gewinnen und wenig zu verlieren. "Ich hätte es gerne gemacht", sagte Krauth. Der Zuspruch, den der parteilose Kai Buchmann erhalten habe, sei erstaunlich, "da müssen wir uns alle, in allen Parteien, Gedanken machen".

Jutta Krauth hat es nicht in die Stichwahl geschafft, im Rathaus bleibt die Bürgermeisterin dennoch (Foto: Angelo Glashagel)

Draußen zog derweil ein Teil der Nordhäuser Unternehmerprominenz vorbei mit dem Ziel Café Brandenburg, wo die CDU gedachte ihren Wahlabend zu verbringen. Axel Heck sah in dem Ergebnis vor allem eine Protestwahl. Es reiche anscheinend schon parteilos sein um gut abzuschneiden, sagte der Bauunternehmer, wie man erwarten könne dass man ohne jegliche Politikerfahrung die Stadt in Zukunft besser leiten könne sei ihm schleierhaft. Auch Helmut Peter fand das Wahlergebnis "bedenklich", viele Parteien seien im wahrsten Sinne des Wortes abgestraft worden.

Michael Mohr: weiter für Bürgerbeteiligung, Transparenz und Dialog (Foto: Angelo Glashagel)

Zur Demokratie gehören Kompromisse

Die Wählerinnen und Wähler hätten sich für den Protest entschieden, meinte der Kandidat der Nordhäuser Linken, Michael Mohr. Es sei ein Zeichen, dass sich die Bürger in der Stadtpolitik nicht repräsentiert fühlten. Wer auch immer als Sieger aus der Stichwahl hervorgehe werde sich an der Realtität messen lassen müssen. "Zu einer Demokratie gehören Kompromisse und der Ausgleich von Positionen, darauf kann kein Oberbürgermeister verzichten, man bewegt sich da nicht im luftleeren Raum", sagte Mohr, der auch im Stadtrat sitzt. Das Signal des Abends müsse man Ernst nehmen. Im Stadtrat werde man auch weiterhin für mehr Transparenz eintreten und sich in Zukunft noch mehr darum bemühen, der Bürgerschaft Entscheidungen und Aushandlungsprozesse nahe zu bringen.

Der Landtagsabgeordneten Katja Mitteldorf machte auch die niedrige Wahlbeteiligung sorgen. Auf 44,8% belief sich die am Ende des Abends. Es sei "gravierend", dass so viele Menschen nicht zur Wahl gegangen seien, das werfe auch Schatten auf die kommende Bundestagswahl. Je niedriger die Wahlbeteiligung, desto stärker fallen prozentuale Anteile ins Gewicht. Gerade mit Hinblick auf die AfD sei das besorgniserregend, meinte Mitteldorf.

Der Bürger will den Politikwechsel, so die Lehre der Grünen aus dem ersten Wahlgang (Foto: Angelo Glashagel)

Solidarität für Themen statt Parteien

Im Büro der Grünen saß man im Halbdunkel beieinander. Der von den Nordhäuser Bündnis-Grünen unterstützte Kandidat war nach Prozenten der deutliche Verlierer des ersten Wahlgangs. Unzufrieden sei er natürlich, meinte Kandidat Dirk Erfurt, das jetzige Ergebnis habe er so nicht erwartet. "Geradlinigkeit und Erfahrung sind nicht belohnt wurden".

Eine Wahlempfehlung werde man nicht abgeben, sagte Holger Richter, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Stadtrat, die Wählerinnen und Wähler seien von alleine in der Lage weise Entscheidungen zu treffen. Vom Wahlergebnis sei er durchaus positiv überrascht, es habe gezeigt, dass der Wähler für einen Politikwechsel stünde. Der oder die zukünftige OB müssten den Stadtrat zusammenbringen, zur Sacharbeit bewegen und die Zusammenarbeit mit dem Landkreis gut gestalten, so die Meinung der versammelten Grünen.

Die Parteienlandschaft könne sich auf ihre Stammwählerschaft verlassen, auch das hätte das Ergebnis gezeigt, als Parteiloser sei es hingegen scheinbar leichter auch andere und neue Wählergruppen zu erschließen. Für die Grünen nichts schlechtes, in Zukunft werde man Politik offener und thematischer gestalten müssen, meinte Richter, Solidarität sei zunehmend mehr an Themen als an Organisationen gebunden.

Die erste Hürde ist genommen

Feierstimmung herrschte derweil bei den Christdemokraten. Kein Wunder, Kandidatin Inge Klaan war nach Zahlen die deutliche Siegerin des ersten Wahlgangs. In der Brandenburg war die Atmosphäre gelöst beschwingt. Mike Mohring, Vorsitzender der Thüringer Landes-CDU, sah vor allem Rot-Rot-Grün abgestraft. Inge Klaan habe so viele Stimmen bekommen wie die Kandidaten von SPD, Grünen und Linken zusammen. Dennoch sei das nur ein erster wenn auch erfolgreicher Zwischenschritt. Da die Stichwahl mit der Bundestagswahl zusammenfalle rechne er mit einer deutlich höheren Wahlbeteiligung als in Stichwahlen üblich, so Mohring weiter.

Nur ein Zwischenziel erreicht - Inge Klaan geht als Gewinnerin aus dem ersten Wahlgang (Foto: Angelo Glashagel)
Sie habe ein erstes Etappenziel erreicht, meinte Inge Klaan, morgen gehe es wieder "bei Null" los, man werde ab dem ersten Tag an mobilisieren. Sie betrachte den Abend aber auch "mit einem lächelnden und einem weinenden Auge". Auf der einen Seite steht der eigene Wahlerfolg, auf der anderen Seite das Abschneiden des kommenden Kontrahenten. Das man es ohne Programm und ohne Leitlinien aus dem Stand in die Stichwahl schaffen könne sei "ein Affront gegen die Parteien", erklärte Klaan, "ich werde weiter auf mein Programm setzen. Ich weiß, was ich für die Stadt leisten kann. Der Bürger hat es jetzt in der Hand ob er sich für die Erfahrung oder das Experiment entscheidet."

Nach diesem ersten Wahlergebnis sei es wichtig das man als Demokraten nun zusammenrücke, den Streit hinter sich lasse und gemeinsam für die Stadt einstehe, erklärte die Kandidatin der CDU.

Unterstützt worden war Klaan auch von der Nordhäuser FDP. Das man die richtige Kandidatin unterstützt habe, das habe das Wahlergebnis gezeigt, sagte Manuel Thume. Das werde man auch weiterhin tun und zeigen das Frau Klaan die beste Wahl für Nordhausen sei. Glückwünsche gab es am Abend zudem auch vom bisherigen OB, Dr. Klaus Zeh. Der erste Wahlgang bedeute eine gute Ausgangsposition für Inge Klaan, sie habe gute Konzepte für die Stadt, meinte Zeh.

Nichts gewonnen, nichts verloren

Und der Zweitplatzierte des ersten Wahlgangs? War noch etwas überwältigt. Kai Buchmann hatte den Abend zu Hause verbracht und keine große Party organisiert. "Ich hatte das so nicht erwartet und bin noch ein bisschen geplättet", sagte Buchmann der nnz am Telefon. "Noch ist nichts gewonnen und nichts verloren. Wir starten wieder bei Null."

Es dürften zwei sehr interessante Wochen für Nordhausen werden. Ein Heimspiel wird es für keinen der beiden verbleibenden Kandidaten. Das Wählerpotential für Inge Klaan sei ausgeschöpft, diese Einschätzung war am Abend von verschiedenen Seiten immer wieder zu hören. Kann Klaan die Wählerinnen und Wähler von SPD, Linken und Grünen für sich gewinnen, wird es schwer für Buchmann. Sollten sich die Rot-Rot-Grünen Stammwähler der CDU-Frau versagen, könnte es knapp werden für Inge Klaan. Es ist alles noch offen. Die Kandidaten wie die Wähler sind "wieder bei Null".
Angelo Glashagel
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Kommentare

11.09.2017, 06.43 Uhr
Gothe
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11.09.2017, 08.07 Uhr
murmeltier | Bashing geht weiter
Hallo, Frau Klaan, bitte aufwachen! Statt darüber nachzudenken, warum Buchmann mit ihnen in die Stichwahl kam, geht es schon wieder los mit dem Bashing. Alle, die keine Partei gewählt haben, sind doof? Kennen Sie die Stimmung im Lande nicht? Soll die um Nordhausen herum einen Bogen machen? Und: ist Kai Buchmann kein Demokrat? Sie wollen, dass alle Demokraten nun zusammenrücken, gegen wen? Zusammenrücken auch mit den Linken, die ihre Partei noch vor einigen Jahren als Kommunisten und ANtidemokraten bezeichnet hat? Sie werden am 24.9. ihr "Nordhäuser Wunder" erleben. Dann wird Kai Buchmann vermutlich neuer OB, nicht wegen seiner Stärke, sondern wegen der Trägheit der scheinbar "Ewigen".
11.09.2017, 08.11 Uhr
ScampiTom | Vitamin B
Was heißt schon ohne jegliche Politikerfahrung in einer Zeit wo man ohne Abschluss eine GmbH leiten darf, Mit Taxischein Aussenminister und ungedient ein ganzes Heer führen kann.
Es ist die Chance eingefahrene Wege zu verlassen, nicht aus der Froschperspektive den Teich zu sehen. Sicher muss man Kontakte neu suchen und knüpfen und es wird am Anfang holprig werden, aber es ist eine gute Gelegenheit, alte Zöpfe mal abzuschneiden.
Ich Wünsche Herrn Buchmann viel Erfolg bei der Stichwahl.
MfG
11.09.2017, 08.51 Uhr
sima | Zitat Frau Klaan:
„Der Bürger hat es jetzt in der Hand ob er sich für die Erfahrung oder das Experiment entscheidet."
Werte Frau Klaan große Neuerrungen basieren in aller Regel auf experimentieren. Ohne Experimente wäre wohl keine Erfindung weiter gekommen, entdecktes wäre unentdeckt geblieben. Ein Experiment bedeutet auch, etwas anders zu machen. Ihre „Erfahrung“ die Sie hier zitieren, bleibt Ihnen unbenommen. Die Erfahrungen die viele Bürger Nordhausens mit Ihnen bzw. Ihrer Klüngel-Politik machen durften gleichwohl. Bitte verschonen Sie und Ihresgleichen uns mit steuerfinanzierten Betonklötzen, die keiner will, das Stadtbild weiter verkleistern und im Anschluss durch massive Anhebung der Grundsteuer B durch die Bürger nochmals subventioniert werden müssen. Bitte verschonen Sie uns auch mit scheindemokratischen Bürgerbefragungen zu Nordhäuser Themen.
Bitte verschonen Sie uns mit Ihren Visionen àla Gartenschaugelände für die vorher absehbar war, das wenige Jahre später kein Geld zum Erhalt dessen mehr da sein wird. Bitte verschonen Sie uns auch, sich mit fremden Federn zu schmücken, wie beim Wohngebiet Schärfgasse. Lassen Sie doch einfach mal andere machen und wir schauen, ob dann vielleicht die Bürger mal wirklich mitentscheiden können, wie ihre Stadt sich entwickeln soll. Bitte verschonen Sie uns mit einem durch den Bürger subventioniertes Bürgerticket à la GEZ-Zwangsgebühr. Nicht jeder ist auf Bus und Bahn angewiesen oder kann diese nutzen. Warum sollte er dann dafür bezahlen? Ich höre hier jetzt mal auf, sonst dauerts noch bis Mittag. Einen Wunsch hätte ich allerdings noch: Wenn Ihnen diese Stadt und ihre Bürger so sehr am Herzen liegen, wie sie predigtartig immer wieder betonen, dann treten Sie doch einfach zur Stichwahl nicht an und verschonen die Leute mit ihren „Erfahrungen“.
11.09.2017, 08.54 Uhr
SabineFr | Auch hier wünsche ich Herrn Buchmann viel Glück...
...für die anstehende Stichwahl. Ein anderer Kommentator hat ja schon die wenig anklingende Selbstreflexion von Frau Klaans Aussage hervorgehoben.
Selbst wenn Herr Buchmann seine Wahlversprechen nicht voll umsetzen könnte: Der Versuch ist hier schon mehr wert als die Politik der letzten Jahrzehnte und das ewige Geplänkel zwischen den Parteisoldaten verschiedener Flaggen.
Zeit zu realisieren, dass ebenjene keine strategisches Computerspiel spielen, indem nach einem Spiel (einer Wahleriode) alles auf Null gesetzt wird.
Der Bürger vergisst nicht, zum Unwohl aller Parteien (das schließt auch die AfD ein).
11.09.2017, 08.59 Uhr
Daniel86 | Boah...
die Kandidaten der Parteien sind immer noch Arrogant und hochnäsig...sehen ihre Niederlage immer noch nicht ein. Widerliche Menschen sind das. Herr Heck unser toller Bauunternehmer zähle ich mit dazu. Weg mit der Klaan, Herr mit Buchmann. Man sieht es an den Reaktionen dieser Leute, Buchmann muss gewinnen,liebe Nordhäuser. Strafft die Parteien endlich ab und diese Leute gleich mit. Gebt Buchmann die Chance die er verdient.
11.09.2017, 09.10 Uhr
andreas66 | Hiermit rufe ich ....
alle Wähler der unterlegenen Kandidaten auf, geht nochmal zur Stichwahl und macht ein Kreuz für den Neuanfang in unserer Stadt. Denn so eine Chance, den etablierten Parteien einen Schuss vor den Bug zu setzen, kommt so schnell nicht wieder. Auch alle Nichtwähler sollten mal ein Stündchen Zeit investieren und von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Denn nur mit einem Sieg des Herrn Buchmann über Frau Klaan gibt es den schon oben erwähnten Neuanfang.
11.09.2017, 10.59 Uhr
Wumpscut | Nicht wundern
Sehr geehrte Politikgutfinder und Politikschönreder, immer wieder bekommt der Wähler der ach so etablierten Parteien im Nachhinein nicht das, was er gewählt hat. Zu deutsch....das Volk, das ja eh immer nur vor einer Wahl ganz kurz wiederentdeckt wird von den Politikern, fühlt sich verarscht.
Insofern sind zwei Schlussfolgerungen logisch...immer weniger Menschen interessieren sich für Politik u Wahlen und die, die wählen gehen suchen nach Alternativen, wollen eingefahrene Gleise verlassen.
Also einfach mal so richtig volksnah arbeiten in der Politik, dann klappts auch wieder bei den Wahlen!
11.09.2017, 11.20 Uhr
Chucky482 | Hochmut kommt vor dem Fall!
Bin ich überrascht? Etwas! Aber nicht von dem Wahlergebnis und den 29,1 % der Stimmen, welche Herr Buchmann mit scheinbar wenig Aufwand für sich gewinnen konnte. Nein überrascht bin ich weiterhin von der offensichtlich arroganten Art und Weise, wie die großen Parteien und ihre OB-Kandidaten, Mitglieder und Funktionäre ihr persönliches Wahldebakel dem kleinen Wähler erklären wollen.

Ein einziges protziges Getue, in dem der parteilose Gegenkandidat Buchmann permanent für seine fehlenden fachlichen Kompetenzen und die politischen Erfahrungen kritisiert wird. Also liebe Wähler, der Ursprung allen Übels ist, wenn man zwischen den Zeilen liest und den Aussagen der Nordhäuser Polit- und Firmenprominenz glauben darf, Herr Buchmann mit seiner gegen Null tendierenden Fachkompetenz in der Kommunalpolitik und was sicher noch viel wichtiger ist, die offensichtlich fehlenden Verknüpfungen zur Wirtschaft und der dazugehörigen Firmenprominenz.

Herr Buchmann braucht keine Klinken putzen, Briefkästen der Nordhäuser mit Wahlversprechen überfluten oder auf öffentlichen Plätzen mit viel Tamtam die Massen zu beschallen. Er ist authentisch, charismatisch und spricht genau den Nordhäuser an, der das ganze politische Gesabbel der hochdekorierten Komunal- und Landespolitiker nicht mehr hören kann. Denn wozu sind Verknüpfungen von Politik und Wirtschaft nochmal notwendig? Verfolgt man die Kommentare der Leser mit Bezug zur OB-Wahl, fallen immer wieder die Stichworte "Vetternwirtschaft" oder auch "Schacherei". Von einem "politischen Beben" war die Rede.

Von klappernden Zähnen der Mitgliedern des Stadtrates wurde geschrieben, sollte ein Kai Buchmann die Stichwahl gewinnen. Die Mehrzahl der Kommentare der Leser, aber vor allem die oft arroganten und überheblichen Kommentare der Politgrößen, allen voran der CDU, sind der Grund, warum ein Kai Buchmann dieses unglaubliche Standing bei der Nordhäuser Wählerschaft hat. Sein eigenes Wahldebakel der fehlenden fachlichen Kompetenz und ungenügenden politischen Erfahrung des Gegenkandidaten zu Grunde zulegen, zeigt dem Bürger einmal mehr die Hilflosigkeit und die fehlende Selbstreflexion der Parteien. Schuld sind immer die Anderen, die Außenseiter, die Neuen! Warum im eigenen Lager kritisch konstruktiv nach Fehlern suchen, wenn das Gegenüber in Person von Herrn Buchmann soviel Angriffsfläche bietet. Seit Sonntag Abend gibt es nun Gewissheit. Grüne, Linke und SPD haben sich gnadenlos verpokert. Der lachende Dritte, in dem Fall der eigentlich Vierte, ist hier Kai Buchmann.

Der politische Schuss vor dem Bug, durch die Nordhäuser Wählerschaft war aber keinesfalls ein Moment der Erleuchtung und Anreiz zum Umdenken für Frau Klaan und die CDU. Nein, als kleiner Bürger hat man mehr denn je das Gefühl, die CDU und Frau Klaan stehen bereits als Sieger der Stichwahl fest. Und auch wenn Sie es bei jedem Statement, jedem Interview und jeder sich nur bietenden öffentlichen Gelegenheit immer und immer wieder auf die fehlenden Erfahrungen des Gegenkandidaten aufmerksam machen, so sind gerade die fehlenden wirtschaftlichen und politischen Verknüpfungen und Verflechtungen und die Unbedarftheit, sowie die Jungfräulichkeit im Bezug auf die Kommunalpolitik, die den Kandidaten Buchmann so interessant erscheinen lassen.

Man muss kein Politexperte sein, um diese Wahl und die Stimmung der Wählerschaft richtig einschätzen zu können. Die BTW und die Stichwahl fallen nun gemeinsam auf den 24.09.2017. Ich bin sehr gespannt auf die Wahlbeteiligung der Stichwahl, jetzt, wo vielen Nordhäusern klar geworden ist, das letztlich auch ein vermeintlicher Außenseiter und Nordhäuser wie Kai Buchmann beste Chancen hat, diese OB-Wahl zu gewinnen. Ob bei einem erneutem Wahldebakel die CDU wieder die Schwäche des Gegners für das eigene Versagen verantwortlichen machen wird?! Wir werden sehen. Ich drücke Herrn Buchmann für den 24.09.2017 die Daumen. Bei 29,1% der Stimmen kann von einer Protestwahl der Nordhäuser sicher keine Rede sein.
11.09.2017, 11.44 Uhr
Leser X | Eine sympahtische Klatsche...
... gegen das vergreiste, vom Volk ungeliebte Altparteiensystem. Schade, dass das Nordhäuser Modell nicht auf den Bund übertragbar ist.

Aber - ich phantasiere mal kurz - angenommen, es tauchte heute Jemand mit Charisma und Intellekt auf und wollte Bundeskanzler werden. Merkel wie auch Schulz könnten sofort nach Hause gehen.

Kann natürlich nicht passieren, die alten finsteren Mächte werden unser Land weiter lähmen...
11.09.2017, 11.53 Uhr
Stadtbürger | kommt mir bekannt vor
in den 30er jahren dachten die menschen auch, dass ihnen parteien nicht weiterhelfen. und haben dann einen gewählt, der ihnen alles versprochen hat und gegen die parteien zu felde zog.

das ergebnis kennt man
11.09.2017, 12.00 Uhr
N. Baxter | Parallelen
gleich vorweg, für diese Wahl war/bin ich nicht stimmberechtigt und ich kenne keinen der beiden "Sieger" weder privat noch in deren politischer Kompetenz.
Aber wer aufmerksam die Berichterstattung, das Ergebnis und die Kommentare hier verfolgt wird feststellen, dass es durchaus Parallelen zur aktuellen Bundestagswahlkampfthematik gibt. Hier haben wir auf der einen Seite, das Establishment, die Alteingesessenen, die die schon immer alles wussten und für die Zukunft wissen, die mit "Erfahrung" und jene auf der anderen Seite die Alternativen bieten...
11.09.2017, 12.13 Uhr
andreas66 | Ich zitiere....
einen Spruch oder Aussage von unserem Herrn Gabriel, seines Zeichens SPD-Außenminister, auf einer Wahlkampfveranstaltung "Wenn wir Pech haben, senden die Menschen ein Signal der Unzufriedenheit". Er meinte damit den Ausgang der Bundestagswahlen in zwei Wochen. So aber schon am diesem Wochenende geschehen im kleinen beschaulichen Nordhausen. Ihr Politiker, wacht endlich auf und hört auf die Stimmen des Volkes.
11.09.2017, 12.26 Uhr
Paulinchen | Wie sich doch die Bilder gleichen
Der Altkanzler Dr. H. Schmidt sagte mal: „Die Glaubwürdigkeit der Politiker war noch nie so gering wie heute. Das liegt nicht zuletzt an einer Gesellschaft, die in die Glotze guckt. Die Politiker reden nur oberflächliches Zeug in Talkshows, weil sie meinen, es sei die Hauptsache, man präge sich ihr Gesicht ein.“ Zitat Ende

Ja liebe Unternehmer, man muss leider mit der Konkurrenz leben und sie wenn, auch noch akzeptieren können. Da hilft eben kein Schlechtreden sondern nur ein Bessermachen. Und genau das ist es, was sich die Wählerinnen und Wähler der Stadt Nordhausen wünschen. Ich wage mal, dies auch für die bevorstehende Bundestagswahl zu übertragen.

Denn auch hier buhlen die beiden Kandidaten für das Kanzleramt um die Gunst der deutschen Bürgerinnen und Bürger. Dabei versuchen sie uns nur einzulullen mit den Worten: „Ich bin doch einer von Euch und niemand kennt Eure Probleme besser als ich.“ Oder: „Der Islam gehört zu Deutschland und Deutschland tun die Zuwanderer gut.“

Ob beide Kandidaten wohl selbst daran glauben, werden wir leider niemals erfahren, auch wenn eine, bei Bedarf, alles so wieder machen würde. Beide vergessen nach meiner Meinung dabei, die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes am ach so hohen Wohlstand teilhaben zu lassen.
Auch dafür hatte der oben genannte Altkanzler einen treffenden Satz geprägt: „Von jedem, der sich um das Amt des Kanzlers bewirbt, ist zu verlangen, dass er dem Volk die bittere Wahrheit sagt.“ Zitat Ende

Mein Fazit über beide Kandidaten ist: Ich kann die Wahrheit in ihren bisherigen Aussagen leider nicht finden. Ist dass vielleicht auch die Erkenntnis anderer Menschen unseres Landes und der Grund für die fliegenden roten Früchte? In Halle flogen einst dafür rohe Eier.

Das Stimmvolk ist nicht dumm, das sollten die OB-Kandidaten in Nordhausen und im gesamten Lande mal erkennen, auch wenn`s schwer fällt!
11.09.2017, 12.38 Uhr
Bernd | Wahlmanipulation?
Ich fasse kurz zusammen.

Gesamtstimmen:
für Frau Klaan 5.456 und für Herrn Buchmann 4.530

Abzüglich der Briefwahlstimmen:
für Frau Klaan 3.455 und für Herrn Buchmann 3.447

Ohne Briefwahl liegt der Vorsprung von Frau Klaan also nur bei 8 Stimmen!

Bei der Briefwahl stehen jedoch 2.001 Stimmen für Frau Klaan gegen 1.083 Stimmen für Herrn Buchmann.

Nun könnte man sagen "ist halt so", aber vielleicht auch nicht. Wer weiß wie es dann in zwei Wochen zur Bundestagswahl aussieht. Die Bürger sollten ganz genau aufpassen, denn eine Wahlmanipulation zu Gunsten vom Einheitsbrei CDU LINKE SPD GRÜNE ist natürlich "nicht" zu erwarten.
11.09.2017, 13.02 Uhr
Leser X | Bernd...
... das ist doch ganz einfach zu erklären: Beim Brief hat man mehr Zeit zum Überlegen, im Lokal muss es schneller gehen:::)))

Ne, mal ganz im Ernst: Ich hoffe, dass zur Bundestagswahl genug ausländische Wahlbeobachter anwesend sind.

Es müssen ja keine Türken und Russen sein. Aber bitte auch keine Ukrainer.
11.09.2017, 13.05 Uhr
Nervling | Bernd | Wahlmanipulation? Nein
Nicht hinter jeder unerwünschten Zahl steht gleich ein Betrug, und Wahlbetrug halte ich in Deutschland nachwievor für undenkbar.

Das Plus an Briefstimmen liegt einfach daran das die typische Briefwählerclientel weit über dem Altersdurchschnitt liegt und die wählen nunmal Konservativ.

Ob das teilweise auch durch den ausführlichen Wahlkampf direkt in Altersheimen kommt mag jeder selber beurteilen ;)
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Anmerk. d. Red: Die Diskussion ist beendet
11.09.2017, 13.23 Uhr
OnlineShop
Der Beitrag wurde deaktiviert – Die Diskussion ist beendet.
11.09.2017, 14.46 Uhr
adele
Der Beitrag wurde deaktiviert – Die Diskussion ist beendet.
11.09.2017, 14.53 Uhr
Blackman
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