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Mo, 14:00 Uhr
19.06.2017
Mehr Fahrgäste bei Bus und Bahn durch Flüchtlinge?

Manchmal fährt die Angst mit

Es war zu Beginn dieses Jahres, da meldete die nnz wiederholt Übergriffe auf Bus- und Straßenbahnfahrer. Oftmals waren es Tatverdächtige mit Migrationshintergrund. Wir haben bei den Verkehrsbetrieben nachgefragt…

Vorkommnisse im einstelligen Bereich (Foto: Verkehrsbetriebe Nordhausen)

Gabriele Schuchardt, die Geschäftsführerin der Nordhäuser Verkehrsbetriebe, bestätigt im Gespräch mit der nnz, dass es im März und April zu einer Häufung von Vorkommnissen in Bussen und Bahnen kam, bekannt wurden neun Fälle. In solchen Fällen reagieren die Fahrer sofort und informieren schnellstmöglich die Leitstelle der Verkehrsbetriebe. Die wiederum verständigt die Polizei.

Einer der lokalen Schwerpunkte der Vorkommnisse mit Asylbewerbern war der Bereich der Landgrabenstraße. Ob es nun die Sprachschwierigkeiten waren oder andere Gründe - die bei Schwarzfahren ertappten Frauen und Männer waren uneinsichtig, mitunter eskalierte die Situation an in Richtung von Handgreiflichkeiten.

„Wir hatten eine Phase, da hatten unsere Fahrer schon ein ungutes Gefühl, wenn eine Gruppe Ausländer den Bus oder die Bahn betrat. Konnten im vergangenen Jahr viele solcher Vorfälle meist schnell geklärt werden, so stellten unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den ersten Monaten dieses Jahres eine zunehmende Gereiztheit und Aggressivität unter den Menschen mit Migrationshintergrund fest“, konstatiert Schuchardt.

Ursachen dafür waren nicht auszumachen, dennoch müsste auch unter den Flüchtlingen die Erkenntnis reifen, dass Beförderungsleistungen nicht kostenfrei sind, zumal die Menschen über eine staatliche Unterstützung verfügen und nicht auf Almosen angewiesen sind. Als besonders aggressiv tat sich immer wieder die Gruppe junger Männer hervor. Für Gabriele Schuchardt ist es unverständlich, warum sich die Integrationsbemühungen der Initiativen und Vereine nicht auch diesem Thema zuwenden. Sie und ihre Mitarbeiter würden gern an dieser Stelle aufklärend wirken.

Ob die im vergangenen Jahr gestiegene Zahl von Flüchtlingen nun die Ursache für die leichte Erhöhung der Fahrgastzahlen ist, kann nicht mit Bestimmtheit gesagt werden. Wurden noch im Jahr 2015 im gesamten Linienverkehr des Landkreises Nordhausen (Stadt und Landkreis/Bus und Bahn) 4.310.433 Personen befördert, so waren es im vergangenen Jahr 4.432.907 Personen. Auffällig ist dabei vor allem der Anstieg in der Stadt von vier Prozent. Im Gegensatz dazu stieg die Anzahl der beförderten Personen im Regionalverkehr lediglich um 0,3 Prozent an. In Summe ist das ein Anstieg von 2,8 Prozent, wobei der Trend sich im ersten Halbjahr 2017 wohl so fortsetzen wird.
Peter-Stefan Greiner
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Kommentare

19.06.2017, 14.11 Uhr
Zukunft | Innerstädtisch
Innerstädtisch muss nicht mit der Bahn gefahren werden, dass kann alles erlaufen werden. Manche denken, es ist alles umsonst.
19.06.2017, 16.24 Uhr
Paulinchen | Man könnte doch aber...
...das Schweriner Modell gegen die Schwarzfahrer bei den Flüchtlingen anwenden. Dort fehlt jetzt jedem Flüchtling der Betrag einer Monatskarte auf dem Girokonto. Wer nicht "hören" kann oder will, der muss halt fühlen.
Mit Sicherheit muss dann kein Fahrer mehr mit einem Flüchtling über das Fahrgeld streiten. Die Einführung dieser Regelung beruhigt alle Gemüter.
19.06.2017, 19.39 Uhr
Spätzlevernichter | Ursachen....
....die Ursachen für Gereizheit und Aggressivität wurden gerade in der Presse veröffentlicht:

http://www.nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=215045
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