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Mi, 15:13 Uhr
08.08.2001

Keine Fusion ohne Genesis

Nordhausen (nnz). Von einer „Blitz“-Fusion zwischen der Entwicklungsgesellschaft des Landkreises Nordhausen (EGN) und der Service GmbH sprach gestern die SPD-Chefin im Nordhäuser Kreistag, Dagmar Becker. Zwischen der EGN und der Service GmbH bestehen mehr Verbindungen, als nur ein Gesellschafter.


Sie waren Anfang der 90er Jahre die Glanzlichter einer florierenden Arbeitsmarktpolitik im Landkreis Nordhausen. Neben den beiden kreiseigenen Gesellschaften und der städtischen NOGEFAS war auch „Pro Innovatio“ eine solche Perle. Während sich EGN, NOGEFAS und Service GmbH dem normalen zweiten Arbeitsmarkt zuwandten, verblieb der „Pro Innovatio“ die technische und technologische Elite.

Die Leistungen, die EGN und die Service GmbH für den zweiten Arbeitsmarkt vollbrachten, sind unbestritten. Geld und Kreativität waren in den Anfangsjahren da, das Gießkannen-Prinzip war allseits beliebt. Doch jetzt, wo das Ende der Beschäftigungsgesellschaften - nicht nur im Landkreis Nordhausen - absehbar ist, wird intensiver nachgefragt, was mit dem Geld, dem vielen Geld passiert ist. nnz machte bereits vor einem Jahr auf die vielen Ausgründungen aus der EGN, aber auch personelle und geschäftliche Verquickungen aufmerksam. Nun soll die EGN abgewickelt und mit der Service GmbH fusioniert werden.

Besonders interessant ist die Frage, was mit einem Darlehen geworden ist, welches die „Service“ einst der EGN gewährte? Hier geht es - mit Verlaub gesagt - nicht um die berühmten Peanuts, sondern um 500.000 Mark. Wir schreiben das Jahr 1997. Da wurde die Service GmbH an die EGN verkauft, rechtlich wirksam soll dieser Vertrag zum Beginn des Jahres 1998 geworden sein. Mit anderen Worten: Die Service GmbH ist eine Tochter der EGN. Bevor jedoch dieses „familiäre“ Verhältnis zum Tragen kam, gewährte die Service der EGN ein vermutlich ungesichertes Darlehen in Höhe von einer halben Million Mark. Das war nach nnz-Informationen im November 1997.

Woher die Service GmbH, die eigentlich schon 1993 stillgelegt werden sollte, plötzlich eine halbe Million Mark haben soll, diese Frage sollte die Mitglieder des Kreistages schon beschäftigen. Könnte das Geld nicht aus dem Verkauf eines Grundstückes kommen, das die Service GmbH einst an den Landkreis Nordhausen verkaufte? Hat es dazu einen Kreistagsbeschluß gegeben? Fakt ist jedenfalls, die Service GmbH verfügte über eine Bareinlage in Höhe einer siebenstelligen Summe, wurde aber von der EGN um einem Bruchteil dessen erworben. Auch hier wäre eine Nachfrage der Kreistagsfraktionen sicherlich ratsam. Vielleicht sollten sich folgende Kreistagsmitglieder auch mal mit der Geschichte von EGN und Service intensiver als „der Rest“ beschäftigen: Winfried Theuerkauf, Siegfried Junker, Gabriele Witzel, Stefan Nüßle und Rainer Linsel. Sie gehören nämlich dem Aufsichtsrat der EGN an, der gleichzeitig auch als Aufsichtsrat der Service GmbH fungiert.

Interessanter wird die Entwicklung in diesem Jahr. Da sollen die Mitglieder des Aufsichtsrates beschlossen haben, dass der Darlehensvertrag zwischen Service GmbH und EGN gekündigt werden soll. Der jetzige Service-Geschäftsführer und frühere EGN-Prokurist soll das auch getan haben und bringt damit seinen ehemaligen Kollegen Fiedler in arge Bedrängnis. Woher soll die fast abgewickelte EGN das Geld nehmen? Hier geht es um 500.000 Mark, vielleicht auch noch mit Zinsen. Letztlich wäre der Landkreis als Gesellschafter in der Haftung. Da helfen also nur eine Insolvenz der EGN oder vielleicht eben jene favorisierte und nun von der SPD blockierte Fusion.
Autor: psg

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