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Di, 23:33 Uhr
28.03.2017
Trainer-Urgesteine im Autozentrum

Meyer trifft Geyer

„Meyer trifft Geyer“ heißt kurz und griffig die erste Ausgabe des Fußball-Talks einer sächsischen Biermarke, an dem sich zwei Legenden des Rasensports beteiligen: Hans Meyer und Eduard Geyer. Seine Premiere erlebte das neue Format, das vom Verein Anhalt Sport initiiert wurde, heute im Mercedes-Benz-Autohaus Dessau-Roßlau. Und das wollte ich mir nicht entgehen lassen

Trainer-Legenden (Foto: nnz)

Vielleicht schwebte zwischen den Karossen mit den Sternen am „Kühler-Grill“ eine hauchige Portion Nostalgie mit, doch die beiden Trainer-Legenden des Fußball-Ostens einmal im lockeren Talk zu sehen und zu hören, das hatte was und sollte man sich als 60plus durchaus gönnen.

Begrüßt wurden die 450 Sportinteressierten durch die beiden Geschäftsführer Andreas und Helmut Peter und schon bei „Einmarsch“ der beiden Legenden. Es gab stehende Ovationen für Ede und Hans und für Moderator Gerd Zimmermann, der auch mal Stadionsprecher bei Dynamo Dresden war.

Ede fährt Mercedes, Hans nicht, soviel zur Unterstützung des Sponsors :-). Nach dem dann geklärt war, wo die beiden herkamen und dass es Hans Meyer unglaublich findet, dass Kinder damals ohne Smartphone durch die Welt kamen.

Dann ging es zum Sport und zur beiderseitigen Karriere über. Beide waren nicht nur Trainer, sondern auch Spieler bei Dynamo Dresden und Carl Zeiss Jena. Und da gab es die Folgeminuten jede Menge Anekdoten, an die sich viele der Zuhörer immer noch erinnerten.

Applaus gab es am Ende des Talks (Foto: nnz)

Die verbalen Bälle wurden sich im Sekundentakt zugeworfen und eines wurde bereits zur Halbzeit des Talks sicht- und hörbar: es war eine spannende Zeit, die des DDR-Fußballs, für die sich die beiden Legenden schämen, im Gegenteil: Sie sind auch im hohen Alter immer noch stolz. Hans Meyer mit seinen 74 Lenzen, Ede Geyer mit zwei Jahren weniger auf der Lebensskala.

Der Erlös der Veranstaltung ging an den Dessauer Fußballnachwuchs (Foto: nnz)

Nach der Halbzeitpause teilte Helmut Peter dem Publikum mit, dass die Einnahmen des Abends der Nachwuchsarbeit von Dessau 05 spenden werden. Dann wurde wieder Fußball getalkt. Die Zeit nach der Wende war für beide nicht so locker wie ein Heimspiel. Sie mussten sich zurechtfinden. Hüben wie drüben. Für Hans Meyer war das „drüben“ der holländische Klub Twente Enschede. Das waren die Jahre 1996 bis 1999. Was danach in der Bundesliga folgte, das kennen mittlerweile auch die Kinder der Väter, die heute mehrfach den beiden Legenden im Autozentrum Anhalt applaudierten.

Über Ede Geyer wird berichtet, dass er eines Tages in seinem Auto vor der Geschäftsstelle von Energie Cottbus auf einen Anruf vom damaligen Dynamo-Dresden-Boss Otto wartete. Der kam nicht, und Geyer ging in die Cottbuser Geschäftsstelle und sagte dort: „Wenn die Bundesliga nicht in die Lausitz kommt, dann kommen wir eben in die Bundesliga.“

Warum sind die beiden Trainer Kult? Sie kamen aus dem Osten und eroberten den Westen. Geyer mit Energie Cottbus, Meyer mit Nürnberg oder Mönchengladbach. Sie haben eine tolle Arbeit geleistet, jeder an dieser Stelle, wo er vertraglich gebunden war.

Legenden, Moderator und Veranstalter (Foto: nnz)

Vielleicht, so die Verträge es möglich machen, können wir diesen Legenden-Talk im Herbst in Nordhausen genießen. Bis dahin wird sich in der runden Fußball-Welt noch viel ereignen.
Peter-Stefan Greiner
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