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Mi, 15:45 Uhr
11.01.2017
Aufsichtsrat tagte

EVN wurde Ziel eines Betruges

Die nnz hatte heute bereits ausführlich über einen groß angelegten Betrug berichtet, zu dessen Opfer auch das Nordhäuser Unternehmen EVN gehörte. Jetzt hatte der Aufsichtsrat getagt...

Ist das Geld noch zu retten?  (Foto: cocoparisienne/Pixabay.com)
Die Energieversorgung Nordhausen GmbH (Gesellschafter: 60 % Stadtwerke Nordhausen - Holding für Versorgung und Verkehr GmbH; 40 % Thüringer Energie AG) ist Ziel eines Betruges geworden. Infolge dieses Betruges wurden seitens der EVN am 4. Januar 926.500 Euro auf ein Konto einer ausländischen Bank überwiesen.

Nach Entdeckung des Betruges durch die EVN wurde die Sperrung des Empfängerkontos veranlasst. Das kommunale Unternehmen erstattete Strafanzeige. Die Staatsanwaltschaft und das Bundeskriminalamt ermitteln, daher können zum derzeitigen Zeitpunkt keine weiteren Details bekannt gegeben werden", ist in einer dünnen Pressemitteilung aus dem Nordhäuser Rathaus zu lesen.

Der Aufsichtsrat sei am heutigen Tag informiert worden. Eine Gesellschafterversammlung, die sich mit den Konsequenzen aus diesem Sachverhalt befasst, soll noch in dieser Woche stattfinden.

In Nordhausen wurden nach nnz-Recherchen noch mindestens zwei weitere Unternehmen Ziel dieser Betrüger. In beiden Fällen konnten die Versuche aufgedeckt werden. Es wurde in einem Fall Anzeige bei den Ermittlungsbehörden erstattet. Weitere Fälle wurden dieser Tage in Erfurt und in Sömmerda bekannt.

Neu ist diese Masche des Chef-Betruges allerdings nicht. Das Phänomen CEO-Fraud ist seit mehreren Monaten verstärkt bei deutschen Firmen zu beobachten, teilt das LKA Nordrhein-Westfalen bereits im Juli vergangenen Jahres mit. Die Vorgehensweise ist identisch mit der in Thüringen.

Dabei geben sich gut organisierte und vorbereitete Täter überzeugend als Geschäftsführer oder weisungsbefugter Entscheidungsträger eines Unternehmens aus. Sie gehen dabei sehr geschickt vor. Dem Buchhalter eines Unternehmens wird durch mehrfache E-Mails und Anrufe vorgespielt, eine dringende und geheime Geldüberweisung müsse schnell und unauffällig durchgeführt werden. Die Täter bauen großen Druck auf. So gelingt es ihnen regelmäßig, auch erfahrene Buchhalter zur Überweisung von Millionenbeträgen zu bewegen. Bei einem einzelnen Unternehmen entstand so ein Schaden von zwölf Millionen Euro. "Das Aufklären der Unternehmen über diese neue Art des Betruges ist ein wichtiger Schritt, um Schäden zu verhindern", sagte Uwe Jacob, Direktor des LKA NRW, damals in Düsseldorf. Scheinbar ist diese Form der Prävention in unserem Freistaat noch nicht angekommen.
Peter-Stefan Greiner
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Kommentare

11.01.2017, 16.54 Uhr
h3631 | Unverständlich
Am 4 Januar Geld überwiesen, heute am 11 Januar Aufsichtsrat informiert. Nach so vielen Tagen.Wie kann das alles Gehen? Unverständlich.
11.01.2017, 17.36 Uhr
U. Alukard | Wäre die Gier,
nach schnellem Gewinn, nicht soooooooooo groß würde auch der Buchhalter mal Nachdenken.
Niemand hat etwas zu verschenken!
Habe schon lange nachgedacht von der EVN wegzugehen, nun werde ich es tun.
Wer so mit Geld umgeht hat mein Vertrauen nicht verdient.
11.01.2017, 19.07 Uhr
urbach44 | das ist erstaunlich !
Das ist schon eine echte Räuberpistole ! Dass Kriminelle immer wieder versuchen, durch betrügerische Manipulationen zu Geld zu kommen, ist hinlänglich bekannt. Aber selbst bei älteren Menschen klappt das heute nur in Einzelfällen. Ich komme aus dem Staunen nicht heraus, wie einfach bei EVN ein Betrag von fast 1 Million nach Aufforderung durch e-mail auf ein unbekanntes Konto überwiesen werden kann. Offenbar kann bei EVN jeder Mitarbeiter solche Entscheidungen treffen. Oder die Geschäftsleitung war in diesen Vorgang involviert, worüber aber bisher nicht gesprochen wurde. Fragen über Fragen, ich bin auf die weitere Entwicklung gespannt.
11.01.2017, 19.12 Uhr
Checker
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema des Beitrages
11.01.2017, 19.34 Uhr
Checker
Der Beitrag wurde deaktiviert.
11.01.2017, 20.05 Uhr
Andreas Dittmar | CEO-Fraud
Wenn das Phänomen CEO-Fraud seit Monaten bekannt ist, dann ist es auch hier wieder eine Riesenschlamperei. Warum wird dann den Leuten nicht mal im Vorfeld vom Chef eingebläut, das ohne seine persönliche Unterschrift nichts läuft. Andere Firmen haben Strafanzeige gestellt. Dort hat mit hoher Wahrscheinlichkeit der Chef seine Mitarbeiter im Vorfeld aufgeklärt. Wenn etwas nur elektronisch laufen soll, müssen bei jedem Mitarbeiter die Alarmglocken läuten. In Zeiten des Internets kann man FAST alles faken. Allerdings über den letzten Zweifel, den man nicht faken kann sollte man mit seinen Leuten reden.
11.01.2017, 20.21 Uhr
Frankledig | Überweisung...
Bekomme ich jetzt zur Jahresendabrechnung auch soviel überwiesen?
11.01.2017, 21.26 Uhr
Riese87 | Mangelnde Fachkompetenz im Rathaus und Stadtwerken
Mehr ist dazu nicht zu sagen. Unter Frau Rinke und Herrn Jendricke lief immer alles problemlos.

Fachkompetente Gespräche hat dafür Landrat Matthias Jendricke heute gehabt, mit dem SPD Gesundheitsexperten Herrn Lauterbach und unserem Bundestagsabgeordneten Steffen-Claudio Lemme in unserem Klinikum bei Geschäftsfüher Guido Hage! Herr Jendricke kümmert sich und holt Prominenz aus Berlin in unser Nordhausen.
11.01.2017, 21.35 Uhr
Gretchen80 | Wie?
Wie der Vorgang sich tatsächlich ganz konkret darstellt, Wissen wir ja noch nicht. Hinterher sind immer alle schlauer.

Die Leute die sich heute hier "lustig " machen sind irgendwann vielleicht auch nicht wachsam, aufmerksam oder sitzen einer "Manipulation" auf.
11.01.2017, 21.49 Uhr
h3631
Der Beitrag wurde deaktiviert – Anm. d. Red.: Gehört nicht zum Thema
11.01.2017, 21.55 Uhr
Pe_rle | Riese87 Fachkompetenz
toll Riese87,
bei Rinke und Jendricke waren 30 Mille beim Ausscheiden aus Ihrem Fachkompetenten Posten zu beklagen.
Da hört sich die 1ne Mille von der EVN ja noch locker an .
Trotsdem verstehe ich nicht wie man so leichtgläubig mit dem Geld seiner Kunden umgeht.
Und da es ja nun wieder mal ein Stadtbetrieb ist,können die Stadträte sich wieder Gedanken machen ,welche Steuer beim Bürger erhöht wird.
Aber nur als Hinweis,die Steuerschraube ist bereits auf der letzen Windung der Mutter
11.01.2017, 22.02 Uhr
Kat | Riese87
Sorry, aber was hat der Beitrag mit dem Artikel über die EVN zu tun?
Das hätte genauso unter Rincke/ Jendricke passieren können. Oder gaben diese Überweisungen der EVN frei?

Ob wieder einmal Prominenz aus Berlin hier ist, spielt in diesem Fall auch keine Rolle.

Ich hoffe sehr, dass diese Angelegenheit kpl. aufgeklärt wird und die Konsequenzen (auch personell) gezogen werden.

Es wäre schön zu erfahren, wer diese Zahlung freigegeben hat und ob hierzu die Kompetenz vorhanden war. Ein Buchhalter allein darf dies bei dem Betrag eigendlich nicht.

Aber, darüber wird man bestimmt schweigen.
11.01.2017, 22.27 Uhr
nic
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht mehr zum Thema des Beitrags
11.01.2017, 23.11 Uhr
Luftikus | EVN in Schockstarre
Kriminelle in dieser Liga sind Profis. Die bereiten so etwas sehr lange vor. Ob der Schaden nun entstanden ist oder abgewendet werden konnte, wird bestimmt noch berichtet. Vielmehr würde ich mir Wünschen und Hoffen, das man den betreffenden Mitarbeiter nicht einfach fallen lässt und nun auch die nötige Betreuung gewährt. So ein Schlag ist auch für Sie oder Ihn schwer zu verdauen.
12.01.2017, 00.29 Uhr
Boris Weißtal | Einfach mal Luft anhalten
Natürlich mag der unveringenommene Leser entsetzt sein, dass dies passiert ist. Bin ich ja auch. Aber ohne nähere Kenntnisse, sind Vorverurteilungen zu früh. Diese Betrüger sind hochprofessionell. Psychochologisch und wirtschaftlich top geschult. Frei nach der Bibel: Wer noch nie verarscht wurde, werfe den ersten Stein.
@Riese
Mir ist schon klar, dass Sie den Jendricke nur verarschen. Aber darauf haben und hatten Jendricke und Co. niemals Einfluss. Die haben viel mehr Dreck am Stecken. Wird aber bald rauskommen...
12.01.2017, 00.34 Uhr
Sinz2000
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht mehr zum Thema des Beitrags
12.01.2017, 00.51 Uhr
C. Brothuhn | Das Jahr fängt gut an: Wie kann das passieren und wer soll das bezahlen?
Es ist schon merkwürdig: ein vermutlich "kleiner" Buchhalter eines städtischen Unternehmens kann einfach so, ohne Rücksprache mit der Geschäftsführung, dem Aufsichtsrat und den Wirtschaftsprüfern mal einfach so eine Millionen Euro irgendwohin überweisen. Irgendwas stinkt doch hier gewaltig, oder?

Selbst mir bekannte BWL-Studenten der HS Nordhausen und deren Professoren können sich dieses Fehlverhalten nicht erklären.

In jedem anderen kommunalen Unternehmen, sind größere Zahlungen, und eine Millionen Euro ist schon eine Riesensumme, nicht ohne weiteres möglich, aber bei der EVN, ferner bei den Unternehmen der Stadt Nordhausen, scheint dies ohne weiteres zu gehen. Hier hätte man sich die Genehmigung der Geschäftsführung sowie des Aufsichtsrates und eventuell der Wirtschaftsprüfer holen müssen, es ging ja schließlich um eine angebliche Firmenübernahme.

Weiterhin kann ich mir vorstellen, dass selbst bei einer Überweisung auf elektronischem Wege, also das sog. Online-Banking, eine sogenannte Unterschriftsordnung existiert und dass es Freigabemechanismen bei den Banken gibt.

Ich denke, hier haben die Prokuristen und die Geschäftsführung "gepennt", denn nur diese haben letztenendes die Befugniss, eine derartiges Bank-/Kredit-/Geldgeschäft abzuschliessen. Oder hat die Geschäftsführung mal "einfach so" ihren Codes und Accounts nach "Belieben" bzw. "Vertrauen" im Haus verteilt?

Sollte diese Anweisung, wie ich vermute, nur einer der einfachen Buchhalter gemacht haben, so kann ich mir vorstellen, dass dort etwas ganz gewaltig in der EVN nicht stimmt, oder?

Wird der Strompreis auch 2017 wieder steigen oder wer bezahlt den sebstverursachten Schaden?

Was passiert jetzt mit der Geschäftsführung? Was passiert mit dem Aufsichtsrat? Wie kann der Aufsichtsrat 2017 entlastet werden?

Und jetzt bin ich gespannt, wie unsere bekannten Parteisoldaten und Möchtegernpolitiker ein derartiges Vorgehen verteidigen!

Noch etwas für unseren 87jährigen Riesen: Ich bin mir sicher, dass nicht nur der Herr OB, sondern auch der Landrat im Aufsichtsrat sitzen! ;-)
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Anmer. d. Red: Die Diskussion ist beendet.
12.01.2017, 05.46 Uhr
h3631
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