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Do, 18:24 Uhr
28.04.2016
Auto-Abgasskandal

Weltkartell des Versagens

Jeder kennt die naturverliebte Werbung unserer Autokonzerne: Da wird ein SUV oder ein schicker Sportwagen vor dem Hintergrund einer wilden Gebirgskulisse, oder aber am Traumstrand einer Südseeinsel präsentiert. Und das ganze garniert mit Sprüchen, die suggerieren sollen: Unser Produkt ist natürlich auch ökologisch viel besser, als das der schmutzigeren Konkurrenz...


Nun aber rufen neben VW gleich mehrere andere deutsche Autohersteller Produkte zurück – weil sie umweltschädlicher sind, als erlaubt, bzw. weil sie eine EU-Richtlinie sehr profitfreundlich ausgelegt haben. Oder sagen wir besser, man sieht sich auf Grund der Enthüllungen der offensichtlich unbestechlichen US-amerikanischen Umweltbehörde EPA zu VW vorsichtshalber genötigt, auch die Betrügereien anderer Hersteller offenzulegen.

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Das Bundesverkehrsministerium veröffentlichte die Daten von Tests an Autos von Opel, Porsche, Mercedes und Audi. Diese seien, man höre und staune, bereits im Herbst 2015 gewonnen wurden. Mit anderen Worten: Das Kartell des Schweigens zwischen Konzernen, Ministerium und Testern hat selbst nach den Enthüllungen zu VW noch monatelang funktioniert. Monatelanger Schutz für Konzerne, die in ihrer Werbung nie müde werden zu betonen, wie sehr ihnen das Wohl von Mensch und Umwelt am Herzen liegt. Lügen im Interesse des Big Business!

Demnach haben Opel, Porsche, Mercedes und Audi zwar nicht wie VW, eine verbotene Abschalteinrichtung verwandt, die angeblich für den Motorschutz notwendige Verdreckung unserer Umwelt aber hätten die Konzerne etwas zu großzügig betrieben.

Der Betrug, der vom Ministerium nicht als solcher bezeichnet wird, geschah natürlich nur zum Wohle des Kunden, der ja auch bei Extremtemperaturen unter 10 Grad plus einen funktionsfähigen Motor haben möchte.
Allein diese Ausrede über die Manipulationen gehörte bestraft. Die Durchschnittstemperatur in Deutschland liegt schließlich rund ein Grad unter der gefährlichen Extremtemperatur!

Doch zum Wohle des Kunden darf man sich schon einmal etwas mehr in die eigene Tasche wirtschaften und ganz nebenbei der sich aufheizenden Atmosphäre bzw. unserer überdüngten Umwelt noch tausende Tonnen zusätzlicher Abgase genehmigen.

Genau diese Geheimniskrämerei ist es, die ebenso wie die tausenden Tonnen vermeidbarer Stickoxide noch zu zusätzlich zum Himmel stinkt. Nur die Angst, dass die US-Umweltbehörde schon bald weitere deutsche Hersteller als möglicherweise umweltkriminell und betrügerisch entlarven könnte, dürfte der Beweggrund für Dobrindt gewesen sein, die Untersuchungen zu veröffentlichen. Zu groß war die Kritik am Kartell des Schweigens zwischen Ministerium, Konzernen, Kraftfahrtbundesamt und technischen Diensten, die allesamt in der Schusslinie stehen. Umweltorganisationen und sogar die Grünen entrüsten sich.

Kann es denn wirklich sein, dass die Schlamperei bei insgesamt Millionen Fahrzeugen weltweit in Deutschland erst jetzt auffiel? Dass auch bei Fiat und Mitsubishi und wer weiß wo noch erst jetzt Unregelmäßigkeiten festgestellt werden?

Und während sich reumütige und von den Umsatzeinbrüchen nur wenig beeindruckte VW-Vorstände ihre vielfachen Millionengehälter gerademal um einige wenige Tantjemen zurückfahren, sollen einheimische Kunden, also geprellte Autokäufer, leer ausgehen.

Dabei müsste doch der Konzern gerade jetzt in der Not zeigen, wie wichtig ihm seine Kunden sind, als Nagelprobe sozusagen. Dass sie es wirklich dauert, dass sie die Menschen so oft Grenzwertüberschreitungen bei Stickoxiden in so mancher Großstadt ausgesetzt haben, Babys eingeschlossen.

Wir sehen die Moral des Kapitals, von der Marx schrieb, und das nun selbst sogar zigtausende Arbeitsplätze gefährdet – nicht etwa die Umweltschützer!
Bankenkrise, Abgasskandal, Panama-Papers, Enthüllungen über das umweltschädliche und unmenschliche Finanzgebaren der Weltbank in Entwicklungsländern,.....Glauben Sie, lieber Leser, immer noch daran, dass wir, abgesichert von einer Koalition aus machtbesessenen Parteien und profitbesessenen Konzernen einer gesicherten Zukunft entgegen gehen, mit „Nieten in Nadelstreifen“, wie einst ein Bestseller hieß??

„Erst wird gefressen, dann kommt die Moral“, wie recht hatte Brecht.

Hoffentlich stimmt der Autokäufer mit den Füßen ab, indem er den Herstellern zeigt, dass er sich und die Umwelt nicht betrügen lassen will.

Und was ist mit den Autohändlern in Stadt und Kreis Nordhausen? In den Medien, zumindest in der nnz, lese ich nur Autowerbung. Lediglich das VW-Autohaus Albertsmeyer sah sich hier zu einer Entschuldigung genötigt. Wo bleiben die anderen?

Können sie nur Autofrühling?

Es folgen weitere Teile, u.a. ein Pressespiegel zum Abgasskandal und Informationen zu den ökologischen und medizinischen Auswirkungen der Stickoxyde.
Autor: red

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
Paulinchen
28.04.2016, 22:06 Uhr
Da hat sich wohl ein…
…Fahrradfahrer viele Gedanken gemacht. Leider aus meiner Sicht etwas zu kurz gesprungen/gedacht.

Der Ursprung sind in meinen Augen die lieben Umweltschützer und in unserem Lande die Grünen/Bündns 90. Wenn unter denen auch nur eine qualifizierte Kraft wäre, dann hätten wir vielleicht diesen Abgasskandal gar nicht. Aber denen fällt mal eben wie der Blitz ein, wie können wir von uns mal wieder etwas hören, bzw. sehen lassen? Siehe „Blaue Umweltplakette“. Wenn nicht aus langer weile der Umweltministerin beim Spielen an ihrem Füller ein Tintenklecks auf den Schreibtisch gefallen wäre, dann wäre sie ja niemals auf die „Blaue Plakette“ gekommen! Könnte es vielleicht auch mal sein, dass die Autobauer mit ihrer Technik gar nicht so schnell hinter den zum Teil idiotischen Ideen der Grünen herkommen?

Was wollen heute schon wieder die Grünen mit den PS- starken Fahrzeugen machen? Sie sollen mehr Kfz-Steuern bezahlen. Waren es nicht die Grünen, denen wir unsere hohen Kraftstoffpreise zu verdanken haben? (Ökosteuer!) Wem haben wir die EEG- Umlage zu verdanken? Fahren alle Parteimitglieder der Grünen wirklich nur Fahrrad? Nein- Frau Kynast fährt wohl einen 7er BMW, da gab es einen bärtigen Herren dieser Partei, der fährt Porsche und der fand das auch noch gut so. Aus meiner Sicht hat er sogar Recht. Nur warum sollen wir Steuerzahler das nicht auch tun dürfen?

Mich würde ja mal interessieren, was die Grünen zu dem CO 2 Ausstoß, welcher bei der Herstellung von Blumenerde frei wird, sagen? (45 Millionen Tonnen p.a.!!) Was sagt diese Partei zum Raubbau an unseren Wäldern? Welche Aufgabe haben denn gleich unsere Bäume?
Aber leider wurde der „Deutsche Wald“ so ausgedünnt, dass man von einer zur anderen Seite bequem hindurch sehen kann. Ich kann mich des Eindruckes nicht erwehren, dass die Grünen seit ihrer Gründung, unserem Staat einen enormen finanziellen Schaden mit ihren grandiosen Ideen zugefügt haben.
Wer spricht denn davon, wie viel CO 2 wird eigentlich freigesetzt für die Herstellung der Batterien für die E-Autos? Wie hoch ist der Mehrverbrauch an Kraftstoff für ein Hybridfahrzeug, wenn der Verbrennungsmotor die Batterie von 0 Volt auf das Maximum füllen muss? Denn Fakt ist am Auto wohl eines und daran wird sich NICHTS ändern, alles was läuft, das säuft. (nämlich Kraftstoff) Wie sieht es denn eigentlich mit der Haltbarkeit der Batterien eines E-Autos aus? Was kostet eine Ersatzbatterie und was wird mit der alten? Die Batterien von Laptops und Handys sind ja auch nicht gerade der Reißer oder? Wo lade ich denn mein E-Auto auf, wenn ich keine Garage und kein Eigenheim habe? Gegenwärtig kann wohl kaum einer sein Auto jeden Abend an der gleichen Stelle oder gar in der gleichen Straße abstellen. In welchem Mietshaus ist immer Krafftstrom vorhanden? Sehen Sie liebe Grünen, Sie sind schon wieder vor den Praktikern/Technikern. Haben Sie schon Endlagerstätten für den Elektroschrott /Altbatterien, oder haben wir dann das gleiche Problem wie bei der Kernenergie/Atommüll? Welche Testergebnisse von E-Autos gibt es denn aus dem Alltag im Winterbetrieb? Dazu gehören auch Standzeiten im Stau bei Dunkelheit!!!! Braucht man jede menge Teelichter, damit niemand auf meinen abgedunkelten E-Flitzer auffährt?

Bevor man hier die gegenwärtige Automobilindustrie fertig machen will, sollte man sich mal Gedanken darüber machen, was WIR von unserem Auto in allen Situationen erwarten und was es zurzeit, zu leisten im Stande ist.
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