Do, 18:00 Uhr
28.04.2016
Wacker-Präsident Kleofas im Exklusiv-Gespräch mit der nnz
"Wir müssen anfangen, den Mist auszukehren!"
Es sollte das Spiel des Jahres werden, das wichtigste seit 20 Jahren. Mit dieser Vorgabe rüstete Wacker-Präsident Nico Kleofas die Mannschaft und das Betreuerteam aus. Umgesetzt haben es die Beauftragten” nicht. Im nnz-Gespräch redet Kleofas exklusiv nun Klartext…
Kleofas mutterseelen allein im Berliner Poststadion. (Foto: nnz)
Es gab in dieser Saison schönere Momente für Nico Kleofas als den 14. Februar. Wacker ging beim Berliner AK mit 4:0 unter
Um aus dem emotionalen Tief herauszukommen brauchte es bei Nico Kleofas einige Stunden Schlaf. Jetzt, wieder mit der notwendigen Rationalität verbunden, sagt Kleofas, dass der Jenaer Coach sehr clever an die Aufstellung seiner Mannschaft herangegangen ist. Dort haben wir hungrige Spieler gesehen, die um die Bedeutung dieses Spiel für den FCC wussten, auf unserer Seiten standen die gesetzten und satten Akteure, die bereits nach 15 Minuten mit ihrem Einsatz auf dem Spielfeld zu verstehen gaben, dass es in Jena nichts zu holen gibt”, sagt der Präsident noch sehr vorsichtig.
Noch muss die Saison so gut wie möglich runtergespielt werden, doch hinter den Kulissen wird in den kommenden Tagen bereits damit begonnen, den Mist auszukehren”, wie es Kleofas formulierte. Gegenüber der nnz kündigte er an, dass sich die gesamte sportliche Abteilung verändern werde, das Gefüge angepasst werde und dass von einer kompletten Veränderung” auch die Mannschaft nicht ausgenommen wird.
Wir spielen jetzt drei Jahre in der Regionalliga, haben immer oben mitgespielt, doch in der entscheidenden Phase der Meisterschaft knicken wir ein. Das kann und will ich nicht hinnehmen”, ist der Präsident immer noch sauer und so langsam, mit fortschreitender Gesprächdauer, wird wieder in den emotionalen Modus umgeschaltet. Kenner der Wacker-Innereien sprechen hinter vorgehaltener Hand davon, dass einige Spieler überhaupt kein Interesse hätten, dass Wacker den Platz an der Sonne behält.
Wie anders kann es sein, dass zum zweiten Mal, diesmal mit sieben Punkten Vorsprung auf den zweiten die Mannschaft in die Winterpause geht und danach mehr oder weniger Anfängerfußball” spielt? Die Antwort liegt für so manchen Fan auf der Hand: Einige Spieler haben Angst vor einem Aufstieg, denn sie befürchten, dann nicht mehr im Kader zu sein. Für die vierte Liga reiche die Leistung, für eine Klasse höher eben nicht mehr. Also werde gebremst, zumindest nicht Vollgas gegeben.
Kleofas will zwar die Saison ruhig runterspielen, er macht aber auch Druck, auch durch diese öffentlichen Aussagen. Druck muss der Präsident aber selbst auch aushalten, denn mittlerweile kehren sich außerhalb des Vereins die Vorzeichen um. Legte sonst Wacker gegenüber der Politik immer vor und forderte zum Nachziehen auf, so hat sich in den vergangenen Wochen dieses Verhältnis geändert. Es gibt konstruktive Gespräche im Rathaus, die Stadt wird fast eine halbe Million Euro an Eigenmitteln in den AKS investieren, die Wirtschaft in Form des NUV steht hinter dem Verein.
Und was passiert auf dem Platz? Niederlagen gegen die vermeintlich Großen” im Osten dieser Republik wie Zwickau, BAK oder Jena. Und dann noch die Niederlage gegen Schönberg im eigenen Stadion und aktuell im wichtigsten Spiel der zurückliegenden 20 Jahre.
Die Mannschaft muss in den nächsten Spielen zeigen, dass sie mitziehen will und kann, dass sie gewillt ist, die in sie gesteckten Erwartungen zu erfüllen. In Jena ist der Anker, der die Serie der Enttäuschungen aufhalten sollte, nicht gesetzt worden und für morgen, im Heimspiel, hofft der Präsident inständig, dass wir uns gegen Bautzen nicht wieder so blamieren”. Optimismus sieht anders aus.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red
Kleofas mutterseelen allein im Berliner Poststadion. (Foto: nnz)
Es gab in dieser Saison schönere Momente für Nico Kleofas als den 14. Februar. Wacker ging beim Berliner AK mit 4:0 unter
Um aus dem emotionalen Tief herauszukommen brauchte es bei Nico Kleofas einige Stunden Schlaf. Jetzt, wieder mit der notwendigen Rationalität verbunden, sagt Kleofas, dass der Jenaer Coach sehr clever an die Aufstellung seiner Mannschaft herangegangen ist. Dort haben wir hungrige Spieler gesehen, die um die Bedeutung dieses Spiel für den FCC wussten, auf unserer Seiten standen die gesetzten und satten Akteure, die bereits nach 15 Minuten mit ihrem Einsatz auf dem Spielfeld zu verstehen gaben, dass es in Jena nichts zu holen gibt”, sagt der Präsident noch sehr vorsichtig.
Noch muss die Saison so gut wie möglich runtergespielt werden, doch hinter den Kulissen wird in den kommenden Tagen bereits damit begonnen, den Mist auszukehren”, wie es Kleofas formulierte. Gegenüber der nnz kündigte er an, dass sich die gesamte sportliche Abteilung verändern werde, das Gefüge angepasst werde und dass von einer kompletten Veränderung” auch die Mannschaft nicht ausgenommen wird.
Wir spielen jetzt drei Jahre in der Regionalliga, haben immer oben mitgespielt, doch in der entscheidenden Phase der Meisterschaft knicken wir ein. Das kann und will ich nicht hinnehmen”, ist der Präsident immer noch sauer und so langsam, mit fortschreitender Gesprächdauer, wird wieder in den emotionalen Modus umgeschaltet. Kenner der Wacker-Innereien sprechen hinter vorgehaltener Hand davon, dass einige Spieler überhaupt kein Interesse hätten, dass Wacker den Platz an der Sonne behält.
Wie anders kann es sein, dass zum zweiten Mal, diesmal mit sieben Punkten Vorsprung auf den zweiten die Mannschaft in die Winterpause geht und danach mehr oder weniger Anfängerfußball” spielt? Die Antwort liegt für so manchen Fan auf der Hand: Einige Spieler haben Angst vor einem Aufstieg, denn sie befürchten, dann nicht mehr im Kader zu sein. Für die vierte Liga reiche die Leistung, für eine Klasse höher eben nicht mehr. Also werde gebremst, zumindest nicht Vollgas gegeben.
Kleofas will zwar die Saison ruhig runterspielen, er macht aber auch Druck, auch durch diese öffentlichen Aussagen. Druck muss der Präsident aber selbst auch aushalten, denn mittlerweile kehren sich außerhalb des Vereins die Vorzeichen um. Legte sonst Wacker gegenüber der Politik immer vor und forderte zum Nachziehen auf, so hat sich in den vergangenen Wochen dieses Verhältnis geändert. Es gibt konstruktive Gespräche im Rathaus, die Stadt wird fast eine halbe Million Euro an Eigenmitteln in den AKS investieren, die Wirtschaft in Form des NUV steht hinter dem Verein.
Und was passiert auf dem Platz? Niederlagen gegen die vermeintlich Großen” im Osten dieser Republik wie Zwickau, BAK oder Jena. Und dann noch die Niederlage gegen Schönberg im eigenen Stadion und aktuell im wichtigsten Spiel der zurückliegenden 20 Jahre.
Die Mannschaft muss in den nächsten Spielen zeigen, dass sie mitziehen will und kann, dass sie gewillt ist, die in sie gesteckten Erwartungen zu erfüllen. In Jena ist der Anker, der die Serie der Enttäuschungen aufhalten sollte, nicht gesetzt worden und für morgen, im Heimspiel, hofft der Präsident inständig, dass wir uns gegen Bautzen nicht wieder so blamieren”. Optimismus sieht anders aus.
Peter-Stefan Greiner

