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Mo, 06:56 Uhr
18.04.2016
Protest gegen Zirkus Charles Knie

„Zirkus Ja! Aber bitte ohne Tiere“

Die Gastspiele des „Zirkus Charles Knie“ in Nordhausen nahmen rund 50 Tierschützer und Tierrechtler am Samstagabend zum Anlass, um die Öffentlichkeit unweit vom Ort des Geschehens über die Lebensbedingungen von Tieren im Zirkus zu informieren...

Protest gegen Tiere im Zirkus (Foto: Stephan Reichle) Protest gegen Tiere im Zirkus (Foto: Stephan Reichle)
Bei den Aktivistinnen und Aktivisten handelte es sich zum Großteil um Bürgerinnen und Bürger der Stadt Nordhausen, die jedoch auch Unterstützung aus anderen Städten und Orten erhielten, unter anderem aus Sangerhausen, Großfurra und Erfurt. Jung und Alt vertreten die Auffassung, dass der Einsatz von Tieren im Zirkus mit unserer heutigen Ethik und dem Wissen über die Bedürfnisse der Tiere nicht mehr vereinbar sind.

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Einige der Aktivistinnen und Aktivisten engagieren sich in Vereinen - sowohl in der aktiven Tierschutzarbeit als auch in der Aufklärungsarbeit. Dabei waren zum Beispiel auch Vertreter vom „Tierschutz Nordhausen e. V.“, der „Tierhilfe Nordhausen“ und von „Animal Rights Watch“ (Thüringen).

Vor Ort waren am Samstagabend aber auch Mitglieder der Partei „DIE PARTEI“ (Ortsverband Nordhausen) und die Partei-Jugendorganisationen „Linksjugend'Solid SDS Nordhausen“ und die „Jusos Nordhausen“, die einige Tage zuvor zum Boykott aufgerufen hatten bzw. diesen teilten. Teil nahmen darüber hinaus Unterstützer der „Allianz für Menschenrechte, Tier- und Naturschutz“, die in Thüringen aktuell engagierte Menschen für die Gründung eines Landesverbandes sucht.

Die Kundgebung unter dem Motto „Zirkus Ja! Aber bitte ohne Tiere“ richtete sich nicht explizit gegen den gastierenden Zirkus Charles Knie, sondern gegen die Entscheidung des Unternehmens, Tiere in die Vorstellung zu integrieren. Damit verbunden sind neben der mit physischer Gewalt verbundenen Dressur auch die prekären Bedingungen der Haltung und des Transports der Tiere reisender Zirkusbetriebe; Problematiken, über welche Angela Fricke (nnz-Beitrag vom 14. April 2016) vor einigen Tagen bereits berichtete.

Das häufig vorgebrachte Argument, ein Zirkus ohne Tiere sei nicht möglich, widerlegen „praktisch“ andere Zirkusbetriebe wie beispielsweise „Cirque du Soleil“ und „Zirkus Krawalli“, die schon seit Jahren erfolgreich ohne den Einsatz von Tieren gastieren. Aus Sicht der Tierschützer und Tierrechtler gibt es für Eltern darüber hinaus viele Möglichkeiten, ihren Kindern einen schönen Tag zu bereiten. So empfiehlt die Gruppe bspw. den Gang in die Natur. Dort können Kinder mehr über das natürliche Verhalten der Tiere als in einem Zirkuszelt lernen.

Sorgen bereiten den aktiven Tierschützern und Tierrechtlern insbesondere die nicht nachvollziehbaren Beurteilungen und Entscheidungen vieler Veterinärämter, die viel zu häufig im Falle von Verstößen gegen die Mindestanforderungen der "Leitlinien für die Haltung, Ausbildung und Nutzung von Tieren in Zirkusbetrieben oder ähnlichen Einrichtungen“ oder auffälligen stereotypischen Verhaltensstörungen bei den Tieren „ein Auge zudrücken“.

Alarmierend erscheint in diesem Zusammenhang auch die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (Drucksache 18/2690) der Grünen aus dem Jahr 2014, wonach im Jahr 2011 bei 895 Kontrollen 409 Verstöße gegen Haltungsanforderungen für Tiere festgestellt worden sind.

Im März forderte der Bundesrat auf Initiative der Länder Hessen, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz, Saarland und des Freistaates Thüringen die Bundesregierung auf, zumindest den Einsatz von Wildtieren im Zirkus zu verbieten. Ähnliche Vorstöße gab es bereits in den Jahren 2003 und 2011, welche jedoch erfolglos blieben. Auch die Bundestierärztekammer spricht sich seit Jahren für ein Verbot von Wildtieren im Zirkus aus.

Der Protest vom Samstagabend könnte laut Einschätzung der Organisatoren sowie auch ihrer Unterstützerinnen und Unterstützer nachhaltige Auswirkungen auf die Tierschutzbewegung in Nordhausen haben. Die Tierschutzkundgebung, welche es in der Form in Nordhausen noch nicht oder lange nicht mehr gegeben haben soll, schuf neben dem eigentlichen Zweck - der Aufklärung - mit der Vernetzung auch die Grundlage für eine zukünftige gemeinsame Zusammenarbeit; unter Umständen auch zu anderen Problematiken wie Massentierhaltung, Jagd und Pelz.
Stephan Reichle
Autor: red

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Kommentare
Leser1
18.04.2016, 07:28 Uhr
Lieber den Tieren helfen und sie unterstützen statt sie zu verjagen!
Ein Zirkus ohne Tiere ist doch kein richtiger Zirkus. Ein Zirkus hat finanziell gans schön zu knabbern. Vielleicht sollten Tierschützer für die bessere Lebensqualität der Tiere eher dem Zirkus was spenden oder der Staat was zugeben. Auch wenn der Staat klamm ist haut er das Geld sonst vielerorts sinnlos raus. Da könnte man für Tiere wenigstens auch was geben. Wie sollen die Kinder in der freien Natur diese Tiere sehen? Setzt der Tierschutz dann Löwen und Elefanten in den Nordhäuser Wäldern aus.
Werden jetzt Zoos und die private Tierhaltung zu hause dann auch bald verboten denn es gibt ja in manchem Haushalt schlechte Tierhaltung sowie in der Landwirtschaft. Essen wir dann nur noch Biohühner und Eier die von wildlebenden Hühnern aus dem Nordhäuser Förstemannpark stammen? Darf man aus tierschutzrechtlichen Gründen dem Huhn überhaupt das Ei wegnehmen????
Wird ein Kinderzircus auch verboten? Achso das Kind macht es freiwillig ( wenn es nicht von den Eltern gedrängt wird) und beim Tier weiß man es nicht.
Das Interresse der Menschen an Tieren im Zircus, im Zoo und im Sport erhält meiner Meinung nach den Schutz einiger aussterbender Tiere. Wer gibt denn sonst noch groß Geld aus wenn er Tiere nur noch aus dem Fernseher kennt. Werden die Tiere beim filmen gestresst? Alle Tiere verbieten????
I.H.
18.04.2016, 08:42 Uhr
Ein Gang in die Natur
"So empfiehlt die Gruppe bspw. den Gang in die Natur."

Diesen Gang in die Natur empfehle ich auch den paar Nordhäuser Demonstranten, die Erfurter Peta Aktivisten mit angenähten Hundeohren, wie Herrn Stephan Reichle, hinterherlaufen. Tierschutz ist eine ganz wichtige Sache, man verkleidet sich als Tierschützer nicht als Wuffwuff oder Benjamin Blümchen. Solche dümmliche Vermenschelung machen Kleinkinder. Also husch ab in die Natur liebe Demonstranten, da gibt es viel frische Luft, die könnt ihr gut gebrauchen. Die macht den Kopf frei!
H.Freidenker
18.04.2016, 11:18 Uhr
wer bringt diesen jungen Demonstranten das Heucheln bei
Genau dieses Klientel von Demonstranten schreit auf der anderen Seite nach einer multikulturellen Gesellschaft, in der das Schächten von Tieren zur Normalität gehört. Die Erwachsenen, die diese "Kinderdemonstranten" für ihre Zwecke missbrauchen, müssen zur Verantwortung gezogen werden.
wissender
18.04.2016, 11:44 Uhr
Wir gehen in den Zirkus,
um wirklich su sehen ob die Tier dort so gequält werden.
Damit unterstützen wir den Zirkus, die Linkskrakehler die immer was zu motzen haben müssen selber erstmal was auf die Beine stellen. Ich möchte nicht wissen wie viel HarzIV Empfänger bei den Demonstranten waren... die haben ja Zeit für so was.
colours_
18.04.2016, 18:04 Uhr
Lass es Bitte Hirn regnen!
Wenn ich mir hier die Kommentare inklusive der wahnsinnig "korrekten" Rechtschreibung der Verfasser so durchlese, wird mir schlecht . :D
Wenn man sich schon zu so wenig Niveau herablässt und die Demonstranten alle als Hartz4-Empfänger herabwürdigt, zeugt das meines Erachtens von mangelnder Selbstkompetenz.
Euch würde ich dringenst raten , sich erstmal richtig zu informieren und das Hirn einzuschalten, bevor ihr so urteilt .

Ich habe auch das Gefühl , dass es für solche Menschen einfach zu schwer ist , Dinge zu hinterfragen, eben zum Beispiel auch die Zustände im Zirkus und das Wohlergehen der Tiere .
Eure Tiere streichelt ihr , wenn sie krank sind , geht ihr mit ihnen selbstverständlicherweise zum Tierarzt .
Aber die Zirkustiere, die sind unter den Umständen gesund und zufrieden ? Ihr glaubt das und gebt dafür wie selbstverständlich euer Geld aus ? Um vor allem euren Kindern die Illusion zu lassen , Zirkus sei "Spaß" und dass das alles auch für die Tiere so toll ist ?
Ich staune immer wieder , wenn ich sehe , wie sehr es den Menschen an dem mangelt, was uns Menschen eigentlich ausmacht : Empathie und Menschlichkeit.
petra6758
18.04.2016, 18:35 Uhr
War wohl nichts mit Boykott!
Also,ich war mit meinen Enkelkindern am Samstag auch im Zirkus und es war für alle ein toller Nachmittag.
Der Zirkus Charles Knie bietet immer wieder ein Programm der Superklasse und ist jeden Euro des Eintrittspreises wert.
Ich habe sehr gepflegte Tiere gesehen und konnte auch bei der Unterbringung der Tiere nichts Negatives feststellen.
Der donnernde und langanhaltende Applaus am Ende der Vorstellung sorach für sich,die lange Schlange von Besuchern für die Abendvorstellung auch.
Der Boykott wurde wohl eindeutig boykottiert! Aus gutem Grund.
Ich besuche auf jeden Fall wieder den Zirkus Charles Knie beim nächsten Stop
in Ndh.
Er ist einfach toll!
Peppone
18.04.2016, 18:55 Uhr
Massiver Denkfehler
Sie bemängeln fehlendes Hirn und fehlende Menschlichkeit bei Ihren Vorkommentatoren @colours. Dass ist mit Verlaub hanebüchener Unfug. Menschlichkeit oder Humanität sind die Eigenschaften, die uns ethnologisch vom Tier unterscheiden. Mit dem philosophischen Begriff Menschlichkeit erheben wir uns über unsere Mitgeschöpfen. Und das zurecht.

Sie möchten gern Tiere auf die menschliche Ebene stellen. Und dass ist grober Unfug und zeugt von zu wenig Nachdenken. Menschlichkeit heisst Achtung vor den Tieren, keine Gleichstellung. Es sein denn, Sie @colours haben sich zurück auf Tierebene entwickelt. Zirkustieren geht es verhältnismäßig gut und sie werden viel älter als ihre sich ständige auf Nahrungssuche, ständige extremer Witterung ausgesetzten Artgenossen. Die Natur ist kein Ponyhof. Dass haben Sie noch nicht erkannt.
meissel666
18.04.2016, 18:55 Uhr
@colours_
Danke,dein Kommentar war schneller,aber meine Gedanken gehen absolut in deine Richtung.
Vernarb der teilweise desolaten Rechtschreibung einiger Kommentatoren,dann alle Demonstranten als Har(t)z IV Empfänger zu titulieren.Na ja,ich spar es mir...Dann noch einen Zirkus mit Haustierhaltern und Zoo zu vergleichen,ich weiß nicht. Zirkus hin oder her, wir haben (noch) Demonstrationsrecht und (noch) Meinungsfreiheit!Ich bin auch kein Zirkusfreund,aber auch kein Aktivist...Ich hoffe es war kein Löwe im Zoo,nicht dass die Aktivisten jetzt auf Paragraph 103 der Majestätsbeleidigung verklagt werden. Hier ist derzeit alles möglich.
360grad
18.04.2016, 19:30 Uhr
Bei diesem Thema kann man...
... mal wieder sehen, dass es "Hirnbesitzer" und "Hirnbenutzer" gibt und natürlich "Freidenker"- frei von jedem Denken.
Wir haben eben Meinungsfreiheit - ohne den Zwang des vorhergehenden Nachdenkens. Das wird hier mal wieder schamlos ausgenutzt.
Es ist etwa wie beim "Dschungelcamp". Das eigentliche Problem sind nicht die, die es veranstalten, sondern die, die es sich ansehen.
colours_
18.04.2016, 19:41 Uhr
Da macht es sich aber jemand sehr einfach ...
Naja, wenn einem sonst keine anständige Beschäftigung für den Enkel einfällt ... ;)
Dann lieber auf Kosten der Tiere , da muss man sich ja selbst keinen Kopf machen . ;)
Ich glaube , wenn eure Kinder / Enkel die wahren Um- und Zustände zum Zirkus kennen würden , würden sie sogar euch verurteilen , dass ihr sie dahingezerrt habt und einfach so die Augen verschließt .
Mit eurem Geld unterstützt ihr aktiv Tierquälerei, aber hey, das Kind ist ja beschäftigt . ;)
Ganz klasse.
360grad
18.04.2016, 19:56 Uhr
Toller Spruch!
"...als Hartz IV-Empfänger herabwürdigen."
Diese Leute sind nicht freiwillig im Hartz-IV Bezug, genau so, wie die Tiere nicht freiwillig im Zirkus sind

Auch Sie sind dem Zugriff dieses Systems näher, als Sie denken. Das geht ganz schnell!
Peppone
18.04.2016, 20:58 Uhr
Das stimmt auch nur zum teil
„...so , wie die Tiere im Zirkus nicht freiwillig sind.“

Ein Wolf in Sibirien oder ein Gnu in Botswana, ein Reh in Deutschland...sind auch nicht freiwillig dort. Sie wurden dort hingeboren. Zirkustiere werden zu nahe 100 Prozent im Zirkus oder Tierparks geboren. Für die ist Zirkus die Futterquelle und das Rudel, die Herde, ihr Territorium..... Hört auf damit, Tiere zu vermenschlichen.
free Gigi
19.04.2016, 09:16 Uhr
stimmt auch nur zum Teil...
"Ein Wolf in Sibirien oder ein Gnu in Botswana, ein Reh in Deutschland...sind auch nicht freiwillig dort. Sie wurden dort hingeboren. "

Dies ist aber ihr natürlicher Lebensraum, ein 3m² großes Gehege bestimmt nicht!
Peppone
19.04.2016, 10:52 Uhr
Habe ich noch nicht gesehen
Ein 3 qm Gehege für Wölfe, Gnus, Rehe habe ich noch nicht gesehen. Verraten Sie doch mal bitte wo es das im D gibt @N.Baxter. Und wenn Sie schon mal dabei sind, wo ist denn der natürliche Lebensraum eines Zirkus- oder Zootieres? Wo ist der Lebensraum eines Mastschweines, oder der eines Mastochsen?
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