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Fr, 08:19 Uhr
18.03.2016
Kinder- und Jugendparlament

Nachwuchs-Kreistag im Landratsamt

Entwürfe schreiben, Zahlen recherchieren, Anfragen stellen, diskutieren, Vertreter wählen - seit September erprobt eine Gruppe Kinder- und Jugendlicher wie das alles so funktioniert im demokratischen System. Gestern traf sich das Gremium erneut zur Sitzung und auch die nnz war mit dabei...

Eigentlich hatte man sich gestern Nachmittag, ganz stilecht, im großen Plenarsaal zusammensetzen wollen, musste aber leider auf einen kleineren Konferenzraum ausweichen - im großen Saal war die Heizung abgestellt. Auch gut, bei der Finanzlage.

Der Arbeitsatmosphäre in der aktuellen Sitzung des Kinder- und Jugendparlaments tat es keinen Abbruch, man kam recht schnell zum Kern der Tagesordnung - die Zuschüsse des Landkreises bei der Schülerbeförderung. Für Gymnasiasten ab Klasse 11 beträgt der nur noch 25 %, Ausnahmen werden bei Geringverdienern und Empfängern von Sozialleistungen gemacht, da gibt es entsprechende Zuschüsse vom Jobcenter. Insgesamt gibt der Landkreis rund 1,2 Mio. Euro für die Schülerbeförderung aus.

All das und noch einige Details mehr erfuhr der parlamentarische Nachwuchs aus einer Antwort des Kreistages, der damit auf eine erste Anfrage des Gremiums reagiert hatte. Nur kannten die Schülerinnen und Schüler die meisten dieser Fakten schon, man kann es in den entsprechenden Satzungen nachlesen.

Sitzung des Nordhäuser Kinder- und Jugendparlaments (Foto: Angelo Glashagel)
Wie also reagieren auf die Antwort? Aufgeben oder andere Wege suchen? Tipps und Tricks wie es im parlamentarischen Prozess auch nach Rückschlägen weitergehen kann, kamen von den Gästen. Das waren, wie schon bei anderen Sitzungen, Mitglieder des Kreistages und des Begleitausschusses, der das Projekt im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!" unterstützt.

Gestern waren Anika Gruner von der SPD, Tim Rosenstock von der Linken und Manuel Thume von der FDP zu Gast und versprachen das Anliegen der Jugendlichen mit in ihre Fraktionen zu nehmen. Zudem sei die Anfrage noch zu vage formuliert gewesen, gab Gruner zu bedenken und erklärte dem Nachwuchs, welche Zahlen interessant wären, wie man an sie rankommt, wie ein Bürgerbegehren funktioniert und an wen man sich noch wenden könnte. Und ein bisschen Pressearbeit kann auch nicht schaden.

Anfragen stellen, Zahlen recherchieren, diskutieren - gestern traf sich das Kinder- und Jugendparlament im Nordhäuser Landratsamt (Foto: Angelo Glashagel)Gegründet wurde das Kinder- und Jugendparlament im September des vergangenen Jahres, seitdem trifft man sich einmal im Monat. Das ist mehr als eigentlich nötig, freute sich Daniela Drisker, eigentlich würde es reichen wenn man sich vier mal im Jahr zusammen käme. Drisker, die als Vermittlerin zwischen Jungparlament, Verwaltung und der "großen" Politik fungiert, leitet die Sitzungen, gibt Informationen weiter und hilft den Jugendlichen bei ihren ersten Schritten im Parlamentarismus.

Die Unterstützung ist auch nötig, immerhin agiert man nicht im luftleeren Raum, sondern verfügt auch über einen (kleinen) Etat, 6000 Euro sind es in diesem Jahr. Was man damit anfangen will und wer als Vertreter des Jugendparlaments in den Begleitausschuss entsandt werden soll, darüber wurde gestern auch gesprochen. Parteigebunden sind die Kinder übrigens noch nicht, vielleicht verliefen die Diskussionen auch deswegen so reibungslos.

Neben der Schülerbeförderung hat man sich noch andere Themen auf die Fahnen geschrieben wie Freizeitangebote, die Erhaltung von Jugendclubs und die Schulfinanzierung. Noch sind einige Plätze im Jugendparlament frei. Demokratisch verteilt könnten noch je zwei Jungparlamentarier aus Ellrich, Hainleite und Harztor hinzustoßen. Für Sollstedt ist noch ein Sitz frei, für Heringen drei und für die Stadt Nordhausen sogar neun. Wann das nächste Treffen stattfindet, war aber noch nicht zu erfahren.
Angelo Glashagel
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