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Di, 07:04 Uhr
09.02.2016
Ambulantes Palliativnetzwerk arbeitet erfolgreich

APANOR feiert fünfjähriges Bestehen

Das Ambulante Palliativnetzwerk Nordthüringen „APANOR“ feierte sein fünfjähriges Bestehen. Zeit um Bilanz zu ziehen. APANOR macht es sich seit dem Jahr 2011 zur Aufgabe, unheilbar schwerstkranke Menschen ungeachtet ihrer Krankheit, Biografie und Weltanschauung in ihrer besonderen Lebensphase zu unterstützen, zu pflegen (spezielle palliative care) und zu begleiten...

Fünf Jahre erfolgreiche Arbeit (Foto: St. Masch)
Im Mittelpunkt des Handelns stehen die Wünsche und Bedürfnisse unserer Patienten und ihrer Angehörigen im Landkreis Nordhausen und Kyffhäuserkreis. Derzeit arbeiten 15 Ärzte und sieben Pflegefachkräfte Hand in Hand mit regionalen Versorgern, um eine optimale Betreuung in der Häuslichkeit von Schwerstkranken zu gewährleisten.

Durch eine pflegerische und ärztliche 24 h Rufbereitschaft ist in Krisensituationen eine Erreichbarkeit „rund um die Uhr“ sichergestellt. „Wir möchten dem überwiegenden Wunsch von schwersterkrankten Menschen fördern, bis einschließlich der letzten Lebensphase, im gewohnten häuslichen Umfeld zu verbringen. Aktuelle Zahlen belegen: 80 Prozent der Kranken versterben im Krankenhaus, nur 20 Prozent zu Hause, das muss nicht so sein“, so Christian Döring, kaufmännischer Geschäftsführer der Nordhäuser Medizin & Pflege GmbH die das Netzwerk koordiniert.

Vor nunmehr fünf Jahren wurde das Netzwerk mit vielen unterschiedlichen Kompetenzträgern und Kooperationspartnern ins Leben gerufen. Hintergrund war der Wunsch des Gesetzgebers eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) flächendeckend im Bundesgebiet zu etablieren. Die Aufgabe wurde den gesetzlichen Krankenkassen zugewiesen, welche dann Versorgungsverträge mit entsprechenden Leistungserbringern abschlossen.

Für die Landkreise Nordhausen und Kyffhäuser gelang das der Nordhäuser Medizin & Pflege GmbH. Sie fungiert seither als Träger und Arbeitsplattform für APANOR. „Wir wollen dabei helfen, die unvermeidliche Angst, die Schmerzen auslösen beim Betroffenen beherrschbar zu machen. Nur dann kann er sich anderen Dingen zuwenden“, so Christian Döring weiter. Aber nicht nur die Schmerzpatienten stehen im Fokus der Hilfe von APANOR auch die Angehörigen werden psychosozial von den Netzwerkpartnern betreut.

„Der Gesetzgeber will den Konkurrenzgedanken im Bereich der palliativen Versorgung, der unterschiedlichen Träger und Anbieter, ausgeschaltet wissen. Es soll der ethische Grundgedanke der Hilfe zählen. Leider hat sich aber bisher nur ein Träger der Altenpflege unserem Netzwerk aktiv angeschlossen. Die Seniorenwerk gGmbH übernimmt den pflegerischen Teil der Versorgung in der SAPV. Das ist schade“, so Döring weiter.

So ist es das unermüdliche Ziel von APANOR allen Menschen im Kyffhäuserkreis und Landkreis Nordhausen bedarfsorientiert und allumfassend eine palliative Versorgung anzubieten. Neben dem fehlenden Willen zum Austausch hat Döring aber auch von weiteren Problemen zu berichten. „Der Freistaat Thüringen ist buchstäblich bundesweit das Schlusslicht in der Vergütungshöhe der Leistungen der ambulanten Palliativversorgung durch die Krankenkassen.

Die Standardaussage der Kassenvertreter ist: In Thüringen sehen wir das so! Die Haltung der Krankenkassen ist einfach nicht nachvollziehbar. Hier wird mit dem Leid der Betroffenen gespielt und das ist ethisch und moralisch grenzwertig“, so Christian Döring. Auf die Zukunft angesprochen, wünscht sich der kaufmännische Geschäftsführer von APANOR für die kommenden Jahre drei Dinge. „Erstens, eine bessere, auch durch die Krankenkassen gelebte Vergütungshöhe für die Palliativteams. Zweitens bei manchem Träger der Sozialwirtschaft, ein Ende des sturen Konkurrenzdenkens im Sinne der Sache und Drittens: Gesundheit.“
Interessierte und auch Hilfesuchende können sich unter www.apanor.de informieren.
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