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Fr, 17:18 Uhr
05.02.2016
Neues aus dem NUV

Wirtschaftlich geführter Verein

Das JugendSozialwerk Nordhausen ist ein eingetragener Verein, der im kommenden Jahr seinen 25. Geburtstag feiern wird. Doch das JugendSozialwerk ist längst zu einer wirtschaftlichen Größe im Landkreis Nordhausen erwachsen...

Neu im Gespräch mit Weigel (Foto: NUV)
“Wir generieren mit unseren Leistungen einen Jahresumsatz von rund 50 Millionen Euro, lediglich eine halbe Million Euro davon sind direkte Zuschüsse, die wir von der öffentlichen Hand erhalten”, sagt Vorstandsvorsitzender Andreas Weigel. Der hatte in dieser Woche den Vorstandsvorsitzenden des Nordhäuser Unternehmerverbandes (NUV), Niels Neu, zu einem Gespräch empfangen.

Weigel sieht sich als Akteur in der Sozialwirtschaft nicht weit entfernt von klassischen Unternehmungen, denn auch das JugendSozialwerk muss sich mit seinen Angeboten am Markt behaupten. Sei es bei der Betreuung von Kindern und Jugendlichen in den unterschiedlichsten Einrichtungen oder sei es im Bereich der Pflege und Betreuung älterer Menschen.

Sowohl Niels Neu als auch Andreas Weigel freuen sich, dass der Verein mit seinen etwa 1.000 Beschäftigten, rund 700 davon im Landkreis Nordhausen, nun als weiteres Mitglied im NUV aufgenommen wurde. Der eingetragene Verein wird wie ein Unternehmen geführt, “wir müssen in diesen Kategorien denken und handeln, auch wir agieren sehr oft in dem Spannungsfeld zwischen Angebot und Nachfrage”, beschreibt es Vorstandsvorsitzender Weigel im Gespräch. Hinzu kommt die politische Komponente, da der größte Teil der sozialen Dienstleistungen aus Steuergeldern finanziert werden.

Neben Standorten im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, Erfurt und Dresden, liegt der Schwerpunkt der Arbeit des JugendSozialwerkes im Landkreis Nordhausen. Hier werden u.a. 14 Kindertagesstätten, drei Seniorenheime, ein ambulanter Pflegedienst sowie das heilpädagogische Zentrum in Wülfingerode betrieben. Hinzu kommt mit “K12” eine Küche, die neben dem Kantinenbetrieb in Nordhausen Ost täglich 1.500 Portionen kocht und an die eigenen Einrichtungen ausliefert. Auch in der Flüchtlingsbetreuung ist das JugendSozialwerk aktiv und arbeitet in der Clearingstelle in Rothesütte, wo aktuell 35 unbegleitete Minderjährige betreut werden.

Künftig werden sich soziale Angebote und Interessen der klassischen Wirtschaft auch im Landkreis Nordhausen noch mehr überschneiden und verzahnen. Das betrifft die gemeinsame Lösung des Fachkräfteproblems ebenso wie das Bereitstellen von Praktikumsplätzen für Jugendliche, die von Pädagogen und Erziehern des JugendSozialwerkes betreut werden. Und es geht auch um die Zusammenarbeit dahingehend, ob Betriebskindergärten nicht doch Sinn machen. Vor allem müsse das im Hinblick auf künftige Ansiedlungen im Industriegebiet in der Goldenen Aue im Blick behalten werden. Auch in der Wirtschaft, so Niels Neu, habe man erkannt, dass Kinderbetreuung zu den weichen Standortfaktoren gehört, die bei unternehmerischen und familiären Entscheidungen eine immer wichtigere Rolle spielen.
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Kommentare

05.02.2016, 18.19 Uhr
HausH | "Na das ist ein Verein!"
Jetzt weiß ich ungefähr, was meine Oma früher mit diesen Worten meinte. Besonders befremdlich ist für mich, dass der Verein "gemeinnützig" ist.

Der interessierte Leser kann sich übrigens aussuchen, welchen der beiden Vereine ich meine ;-().
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