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Mo, 18:26 Uhr
25.01.2016
NABU Thüringen bündelt seine Aktivitäten zum Thema Luchs

Mehr Schutz für den Luchs

Einst ausgerottet und verfolgt, kehrt der Luchs auf leisen Pfoten in den Freistaat zurück. Doch auf den Rückkehrer lauern auch in Thüringen Gefahren. So wurde Anfang Dezember letzten Jahres im Eichsfeld eine junge Luchsmutter tot aufgefunden...

Luchs Leo (Foto: Leo/fokus-natur.de)
„Die junge Luchsin namens "F5" kam ursprünglich aus dem Harz und schaffte es erstmalig für Luchs-Nachwuchs in Thüringen zu sorgen. Sie brachte im vergangenen Jahr die erstaunliche Anzahl von fünf Kätzchen zur Welt, die vermutlich durch den Tot der Mutter auch verendet sind“, erzählt Silvester Tamás vom NABU Thüringen. „Es ist zwar unklar durch was die Luchsin ums Leben gekommen ist, doch in Thüringen gibt es bereits schon Hinweise auf illegale Nachstellung bei denen die Staatsanwaltschaft ermittelt.“

Trotz des strengen Schutzes gelingt es dem Luchs noch nicht, sich dauerhaft in Thüringen niederzulassen. Insgesamt sind Nachweise zum Luchs äußerst spärlich. Thüringen liegt zwischen den zwei bedeutenden mitteleuropäischen Luchsvorkommen im Harz und im Bayrischen Wald mit dem östlich angrenzenden Nationalpark Šumava. Laut NABU Thüringen ist es wichtig, dass diese beiden, noch von einander isolierten Populationen über Thüringen zusammenfinden und sich genetisch austauschen können, denn nur so ist der mitteleuropäische Luchsbestand auch langfristig überlebensfähig. Der Freistaat hat deshalb eine besondere Verantwortung für den Schutz des Luchses.

Noch immer sind Luchse in Europa nicht sicher. Wenn Luchse wandern, verenden sie nicht selten im Straßenverkehr aber auch die illegale Jagd spielt eine erhebliche Rolle. So stagnieren zum Beispiel in Norwegen, Frankreich, Österreich, Tschechien und im Bayrischen Wald, die Bestände, da es dort scheinbar eine systematische Verfolgung der majestätischen Großkatze durch kriminelle Jäger gibt. „Der Luchs ist in Deutschland, wie die Wildkatze auch, noch im Jagdrecht als jagdbare Art mit ganzjähriger Schonzeit enthalten. Beide Arten sind, um sie vor Nachstellungen zu schützen, national wie international streng geschützt. Ein Verbleib der Arten im Thüringer Jagdgesetz ist unverständlich und irrational“, so Mike Jessat, der Landesvorsitzende des NABU Thüringen.

Um die Aufmerksamkeit und die Notwendigkeit von aktiven Schutzmaßnahmen für den Luchs weiter zu verstärken wird der NABU Thüringen mit seinem bereits bestehenden "Luchsaktionsplan" und einer eigenen Arbeitsgruppe aktiv. Die Arbeitsschwerpunkte der Arbeitsgruppe liegen im Bereich des Sammeln von Hinweisen und Daten, der Öffentlichkeitsarbeit und Akzeptanzförderung sowie dem aktiven Schutz potentieller Lebensräume. „Wir möchten die Bürgerinnen und Bürger im Land zum Thema Luchs sensibilisieren. Wir müssen uns der zentralen Verantwortung Thüringens bewusst werden“, sagt Silvester Tamás.

Noch in diesem Jahr plant der NABU eine erste Veranstaltung zum Luchs, die alle betreffenden Interessengruppen, Behörden, Fachgremien und Verbände an einen Tisch bringen sollen. Zur Diskussion stehen Maßnahmen zur Verbesserung der Nachweissituation, zur Förderung des Lebensraumschutzes und der Ausbreitungsmöglichkeiten sowie der Austausch über mögliche Konfliktpotentiale. Aus Sicht der Naturschützer ist es notwendig einen Managementplan für den Luchs in Thüringen auf den Weg zu bringen. Denn ob dem Luchs zukünftig eine dauerhafte Rückkehr gelingen wird, hängt im Wesentlichen von uns Menschen ab.
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