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Do, 12:33 Uhr
21.01.2016
nnz-Forum

Betriebsräte-Vernichter

"Betriebsräte-Vernichter" oder "Betriebsratsfresser",
Ja so etwas soll es in Deutschland geben, meint nnz-Leser Harald Buntfuß und setzt sich im Forum mit unmoralischen Praktiken der Arbeitgeberseite auseinander...

Es handelt sich hierbei um einen sehr gerissenen Anwalt für Arbeitsrecht, nennen wir ihn zur Vereinfachung H. N. Diese Person hat es sich zur Aufgabe gemacht, Konzernen, Betriebe und jedem Krauter dabei zu helfen, den lästigen Betriebsrat und andere unangenehme Personen loszuwerden.

Dabei geht dieser Herr juristisch erlaubt vor. Er kennt die Gesetzeslage wie kein anderer. Das Wort Moral scheint diese Person überhaupt nicht zu kennen. Sein Spezialgebiet: das rechtssichere Kündigen von eigentlich unkündbaren Mitarbeitern. Zum Beispiel Betriebsräte, Schwangere und Behinderte. Er zeigt Chefs und Personalern in Seminaren juristische Tricks und Kniffe mit denen man unbeliebte Mitarbeiter los wird. Er hat angeblich Respekt vor seinen Anwaltskollegen, die sich ganz den Arbeitnehmern verschrieben haben. Er selber steht voll und ganz auf Seiten der Arbeitgeber. Die verdienen SEINEN vollen Respekt. Man muss sich eben für eine Seite entscheiden, sonst ist man unglaubwürdig, so H. N.

Übrigens ist das Arbeitsrecht für Herrn H. N. nur ein Instrument, dass Faule und Querulanten schützt. Christina F., von der Gewerkschaft Verdi, kann ein körperliches Unbehagen kaum verbergen, wenn der Name dieses Anwalts fällt. Christina F. nennt viele Beispiele von engagierten Betriebsräten, die nach der juristischen Auseinandersetzung mit H. N. zu kranken Nervenbündeln geworden sind. Christina F. vertritt die Meinung, dass die Firmen, die ihren Betriebsrat loswerden wollen, mehr von dem Anwalt bekommen als nur eine juristische Beratung.

Herr H. N. wisse genau, wie man einem unliebsamen Arbeitnehmer das Leben zur Hölle macht. Man hat das Gefühl, er hat dafür ein Drehbuch. Der Unternehmer fordert den Betriebsrat auf, sich von der Gewerkschaft zu distanzieren. Man organisiert Mitarbeiterversammlungen, um den Betriebsrat zu demontieren. Man bringt Unterschriftenlisten in Umlauf, mit der Forderung nach Absetzung und Neuwahl des Betriebsrates. Man beschäftigt den Betriebsrat mit fingierten Arbeiten um ihn Unbeliebt zu machen. Man sucht nach Fehlern z.B. bei der Reisekostenabrechnung, oder angeblicher Beleidigung von Vorgesetzten. Man tyrannisiert sie mit rasch aufeinanderfolgenden Kündigungen. Ziel: „Steig aus solange du noch kannst.“

Wenn das alles nicht fruchtet, baut man eine Drohkulisse auf. Man setzt Detektive auf die Betriebsräte an. Und zwar so, dass die merken, dass sie beschattet werden. das Umfeld der Betroffenen soll sie für ungläubige Spinner halten. Detektive sind auch gern behilflich, beim Finden von Kündigungsgründen.

Wer noch mehr über die skandalösen Machenschaften des Anwalts wissen möchte der muss nur das Buch von Christina Esser und Alena Schröder lesen. Der Titel lautet „Die Vollstrecker- Rausschmeißen, Überwachen, Manipulieren - Wer für die Unternehmen die Probleme löst.“ So eine Vorgehensweise nenne ich moralisch.
Harald Buntfuß
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare

21.01.2016, 17.09 Uhr
BigBen | Herr Buntfuß,
was verlangen Sie denn deutschen Michel, der ist doch viel zu na ja ich will hier nicht beleidigend werden. Der DDR-Michel hat 40 Jahre gebrauch um zu merken, dass da etwas unrund läuft. Langsam frage ich mich sowieso, ob die ganze Wendeschei…… nicht von den westdeutschen Kapitalisten inszeniert wurde, denn die waren auch fast am Ende , sie brauchten Absatzgebiete und da kam die Unzufriedenheit im Osten gerade Recht.
Haben nicht große Teile der Ostindustrie nicht sowieso schon für den Kapitalisten gearbeitet. Wir wollten den Kapitalismus haben und nun haben wir ihn mit all seinen Machenschaften. Ich wünsche euch viel Glück damit. Ihr braucht nur noch 15 Jahre zu warten, dann kommt vielleicht eine neue Wende.
21.01.2016, 21.26 Uhr
Junggeselle | Herr Buntfuß,
glauben Sie wirklich, dass irgendjemand das von Ihnen empfohlene Buch liest. Und wenn dann nur aus Neugierde, was dieser Anwalt so leistet. Man könnte ihn ja mal brauchen, um einen lästigen Mitarbeiter loszuwerden.
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