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So, 08:00 Uhr
30.08.2015
25 Jahre NOBAS

Alter Standort, neue Technik

Vor allem den älteren Nordhäusern dürfte die NOBAS immer noch ein Begriff sein. Unter dem Dach der Günter Papenburg AG werden an dem traditionsreichen Standort auch heute noch Baumaschinen hergestellt. Zum 25. Jubiläum öffnete man das Werksgelände gestern für die Besucher. An dem alten Standort hat sich viel geändert...

Tag der offenen Tür an der Nordhäuser NOBAS (Foto: Angelo Glashagel) Tag der offenen Tür an der Nordhäuser NOBAS (Foto: Angelo Glashagel)

Es war kein Tag der offenen Tür sondern vielmehr des geöffneten Tores: wer zum Fest der NOBAS wollte, musste erst einmal die wuchtige Werkshalle durchqueren und bekam gleich einen Eindruck davon, wie und in welchen Schritten heute die Baumaschinen der Firma zusammengebaut werden.

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In der bewegten Firmengeschichte ging in der Rothenburgstraße schon einiges vom Band. Als die industrielle Revolution noch jung war wurde mit der Kupfer- und Messingschmiede Oskar Kropf der erste Vorgänger der NOBAS gegründet. Ab 1841 wurden hier vor allem Mineralwasserapparate und Eismaschinen hergestellt.

In den Höhen und Tiefen des kommenden Jahrhunderts verlegte man sich bis 1945 auf die Herstellung von Traktoren und Schleppern. Nach dem Krieg wurde die alte Firma, wie viele andere auch, zerschlagen und wieder neu gegründet. Ab 1949 firmierte das Nordhäuser Werk unter dem Namen "ABUS Maschinenbau Nordhausen". Die Traktorenproduktion findet ihr Ende, bleibt aber in Nordhausen und wird an die IFA verlegt.

In der Werkshalle der NOBAS bekam einen Einblick in den Fertigungsprozess (Foto: Angelo Glashagel) In der Werkshalle der NOBAS bekam einen Einblick in den Fertigungsprozess (Foto: Angelo Glashagel)

In der Rothenburgstraße entwickelt man stattdessen Universalbagger, darunter auch den ersten Hydraulikbagger der Welt, der UB20 aus dem Jahr 1955. Einige der alten Modelle konnten auch heute auf dem Betriebsgelände wieder besichtigt werden. Den Namen "NOBAS" bekommt die Firma 1956. Auf ihrem Höhepunkt gehört sie zu den großen Arbeitgebern der Region: 1828 Mitarbeiter hat die NOBAS im Jahr 1980.

Heute sind es noch 122 Mitarbeiter. Mit der Wende kommen auch auf die NOBAS turbulente Zeiten zu. Doch im Gegensatz zu anderen ehemaligen Vorzeigebetrieben überlebt der Nordhäuser Standort. Das ist auch Günter Papenburgs Verdienst. Im Zuge der Privatisierung führt Papenburg als Gesellschafter die Hallesche Baumaschinen AG und die NOBAS 1994 zusammen.

Landrat Matthias Jendricke, Günther Papenburg und NOBAS Geschäftsführer Aribert Kupsch (Foto: Angelo Glashagel) Landrat Matthias Jendricke, Günther Papenburg und NOBAS Geschäftsführer Aribert Kupsch (Foto: Angelo Glashagel) "Wir hatten damals eine schwere Zeit zu überstehen", sagt Papenburg. Die Produktion war veraltet und musste auf den neuesten Stand gebracht werden. Alle hätten damals an einem Strang gezogen und heute sei man froh, dass die Investition gelungen sei. Denn den Standort Halle gab man damals auf. Die Infrastruktur schien in Nordhausen besser zu sein.

Die Baggerprodutkion wurde 2007 eingestellt. Dafür verlassen das Werk heute pro Jahr zwischen 120 und 150 Spezial-Baufahrzeuge, sogenannte "Grader". Kostenpunkt: zwischen 70.000 und 240.000 Euro, je nach Ausstattung. Wer wollte konnte gestern eines der Ungetüme selber über das Gelände steuern, unter den wachsamen Augen der Profis versteht sich. Für Speis und Trank war ebenso gesorgt wie für jede Menge Kinderspaß. Als Partner hatte man neben der Kreisverkehrswacht auch die Dekra, das christliche Hospiz Neustadt und den Kreissportbund gewinnen können. Die organisierten einen Parcour mit acht Stationen an dessen Ende für die kleinen Besucher eine Urkunde mitsamt Medaille wartete.

Auch politischer Besuch in Person von Landrat Matthias Jendricke war zu Gast in der Rothenburgstraße. Das man sich entschlossen habe einen Tag der offenen Tür durchzuführen habe ihn sehr gefreut, sagte der Landrat, zum einen seien die großen Maschinen natürlich faszinierend. Zum anderen würden viele ehemalige NOBAS Angestellte die Chance nutzen, um einmal an ihre alte Wirkungsstätte zurückzukehren. "Es gibt in der Region noch eine große Verbundenheit mit der alten NOBAS", sagte Jendricke, "viele Familien haben auf die eine oder andere Art ihre Verbindungen mit dem Betrieb gehabt".

Die Situation im Jahr 2015 könnte besser sein. Man leide unter dem Konflikt mit Russland, erklärt Papenburg, welches zusammen mit anderen ehemaligen Sowjetstaaten bisher das Hauptabsatzgebiet der Firma war, jetzt müsse man sich auf andere Märkte konzentrieren. Und bisher funktioniert das scheinbar ganz gut: die Auftragsbücher seien gut gefüllt, die "Grader" gehen in alle Welt und kommen auch unter Tage zum Einsatz. Gute Vorzeichen also für die Zukunft des Traditionsstandortes.

Mehr Bilder vom Tag der offenen Tür finden Sie in unserer Galerie.
Angelo Glashagel
Autor: red

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Kommentare
Pe_rle
30.08.2015, 11:33 Uhr
Nobas
das der Markt Russland blockiert ist,da darf sich Papenburg bei Frau Merkel bedanken.
Man sieht eben immer wieder was die Politik anrichtet.
Da wird eben auch nicht danach gefragt ob da Arbeitsplätze den Bach runter gehen
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