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Di, 11:52 Uhr
25.08.2015
Ilfelder Heimatmuseum

Mögliche Schließung ist nicht traurig

Nach dem ersten Erstaunen über den Inhalt des Artikels „Museum in Ilfeld vor dem Aus“ und der Anmerkung „Ilfeld vor dem Ende“. Ist es angebracht einmal die Haushaltssatzung der Gemeinde zu studieren, meint nnz - Leser Marcel Hardrath...

Dort findet man im Unterabschnitt 3200, die Heimatstube Ilfeld und eine einfache Übersicht zu den Einnahmen und Ausgaben des Heimatmuseums.

Die geplanten Einnahmen liegen seit 2012 konstant bei ca. 50 Euro pro Jahr. Das werden die Eintrittspreise von 1,50 Euro für Erwachsene und 75 Cent für Kinder und Jugendliche sein. Dem gegenüber stehen jährliche Ausgaben von ca. 2.400 Euro, der Großteil der Ausgaben besteht aus Personalkosten, in diesem Fall für geringfügbeschäftigte Personen inkl. aller Nebenkosten 2.000 Euro pro Jahr. Diese Situation ist nicht neu, sondern bereits drei Jahre anhand der Haushaltssatzung 2014 nachzuvollziehen. Das der Gemeinderat erst 2015 realisiert, dass die Kosten vielleicht etwas „unangemessen“ im Verhältnis zu den Einnahmen stehen, der Deckungsgrad liegt weit unterhalb von 1 Prozent, ist entweder ein Zeichen von Unkenntnis, Unwillen oder Ignoranz der gewählten Gemeinderatsmitglieder.

Wenn man nun dazu noch die Öffnungszeiten, dieses „Weltkulturerbes“ (Dienstags & Mittwochs von 14 Uhr bis 16 Uhr und an Donnerstagen sogar von 14 Uhr bis 18 Uhr) betrachtet, muss einem die Sache schon etwas spanisch vorkommen. Der Mitarbeiter dort öffnet die Heimatstube im Schnitt für weniger als einen Besucher pro Tag. Das bedeutet faktisch, dass es dort weder einen Bedarf für eine solche Einrichtung noch eine Verzahnung mit Kindergärten oder Schulen aus dem näheren Umfeld gab oder aktuell gibt.

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Eine mögliche Schließung ist danach nicht traurig, sondern es ist schockierend wie man über Jahre hinweg eine Einrichtung am Leben erhält, die scheinbar weder von den Einwohnern noch von Touristen genutzt wird.

Dabei ist Ilfeld nicht der einzige Bereich im Gemeindegebiet, die Bibliothek Niedersachswerfen hat in den Jahren 2012 und 2013 keine Bücher über den Gemeindehaushalt gekauft, aber Personalkosten von ca. 800 Euro pro Jahr verursacht. Laut Satzung sollte sie eigentlich auch Geld einnehmen, also durch Anmeldungen (Ausgabe Benutzerausweise) und bei Überschreitungen der Leihfrist. Im Haushalt selbst betragen die geplanten Einnahmen seit dem Jahr 2012 konstant 0 Euro. Das muss man sich mal überlegen, der Bücherbestand wird nicht mehr erhöht (Spenden sind auch keine aufgeführt), man plant keine Einnahmen durch neue Benutzerausweise und ist sich damit der Lage bewusst und gibt trotzdem 800 Euro für Personal aus.

Und so geht die Reihe weiter, in kaum einer „kulturellen Einrichtung“ der Gemeinde wird durch Gebühren und Eintrittspreise auch nur 1 Prozent der Kosten gedeckt.

Sofern den engagierten Bürgern der Gemeinde Harztor etwas an ihren Einrichtungen liegt, sollten sie dazu übergeben sie im unbezahlten Ehrenamt weiter zu betreiben, da sind die Kosten sehr viel geringer…
Marcel Hardrath
Rodishain
Autor: red

Anmerkung der Redaktion:
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Kommentare
altmeister
25.08.2015, 17:43 Uhr
Falsch
Sehr geehrter Herr Hardrath,
ich weiß nicht, wie Sie rechnen, ich komme auf knapp über 2% bei 2400 € Kosten und 50 € Einnahmen.
Klar, das ist auch nicht der Brüller, wie fast alle öffentlich geführten Kulturobjekte.
Aber, wenn argumentiert wird, sollte bitte auch richtig gerechnet werden!
Vielleicht finden sich in Ilfeld sogar einige Bürger, die diese Arbeit ehrenamtlich, ohne Kosten übernehmen würden? Schon mal angefragt dazu?
M_Hardrath
25.08.2015, 21:37 Uhr
Deckungsbeitrag definiert (der Betriebswirt spricht)
Der Deckungsbeitrag ergibt sich aus den Erlösen minus den variablen Kosten. Diese Differenz verbleibt zur Deckung der fixen Kosten. Wenn ich hier schreibe "weniger als 1 Prozent" dann ist das eine freundliche Beschreibung für einen negativen Deckungsbeitrag!
Rieke
25.08.2015, 22:29 Uhr
Prozente hin oder her
Schon mal nachgefragt und vor allem nachgedacht warum sich keiner findet??
Hans Dittmar
25.08.2015, 22:47 Uhr
Ilfelder Kulturlandschaft
Werther Herr Hardrath,

nichts ist in einer Kulturlandschaft schlimmer, wie schlechte Öffnungszeiten, schlechte Organisation und Personen die so rechnen wie Sie. Es gibt kaum kulturelle Einrichtungen die Gewinn abwerfen, diese sind immer Zuschussbetriebe und dienen einer Qualitätssteigerung und einfach dem Angebot für Kultur.

Wenn eine Bücherstube offen hat, keine Neuanmeldungen in NSW verzeichnet und die Nutzer ihre Bücher immer pünktlich abgeben, werden keine Einnahmen erziehlt. Das ist nun mal so.

Das Museum in Ilfeld wurde früher von einem alten ehrwürdigen Herrn geleitet. Irgendwann übernahm es die Gemeinde und verband es mit dem Tourismus. Jedoch, das haben Sie richtig bemerkt, kann ich mit diesen Öffnungszeiten das wirklich gut eingerichtete Museum geschlossen lassen.

Für beide Einrichtungen würden sich vermutlich Fördervereine oder gar ein Lesezirkel für die Bücherstube positiv einwirken lassen.
M_Hardrath
26.08.2015, 07:16 Uhr
Nochmal nachgerechnet
Eine wichtige Sache ist immer die Transparenz. Zur Bibliothek in Niedersachswerfen gibt es weder öffentliche Nutzerzahlen noch gibt es eine Jahresrechnung online, die die IST Zahlen für 2013 und 2014 beinhalte. Man sieht nur einen über Jahre konstanten Planungsansatz, der davon ausgeht, dass es keine neuen Nutzer geben wird.

Natürlich können viele Einrichtungen nicht kostendeckend geführt werden, man sollte allerdings das Ziel verfolgen wirtschaftlich zu arbeiten.

Bei dem Museum in Ilfeld, kann man klar sagen, dass die Gemeinde hier für jeden Besucher 25 Euro bezuschusst hat. Das allein ist einevergleichsweiser hoher Betrag und mehr als unangemessen.
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