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Fr, 12:50 Uhr
19.12.2014

Suche nach dem geliebten Vierbeiner

Jessika Winkler in ihrer Zuschrift eine kleine Zusammenfassung darstellen, was man alles erleben und auch durchleben kann, wenn man seinen geliebten Vierbeiner vermisst und auch eine intensive Suche betreibt...

Meine Katze Nala ist am 21.09.2014 weggelaufen. Seit diesem Datum hat sich mein Leben ein stückweit verändert. Die Ungewissheit legt sich wie ein dunkler Schleier auf den Alltag.

Jeden Tag stelle ich mir vor wie meine Katze eines Tages einfach aus dem Gebüsch gelaufen kommt, freudig und hungrig auf mich zu gelaufen kommt. Und ich sie endlich wieder kuscheln kann. Ohne die aktive Mithilfe von Mitmenschen ist und bleibt das leider eine Traumvorstellung.

Ich bin netten, liebenswerten Menschen begegnet, habe aber auch mit Spott zu tun gehabt und mit fiesen Menschen, die Katzen hassen bis hin zu Menschen, die meine Notlage ausnutzen wollten.

Meine Notlage wollte eine nichtbekannte Person ausnutzen. Diese wollte mich eines Nachts zum einem verlassenen Kiesschacht locken. Er sagte, dass er sich sicher ist, dass er meine Katze im Dunkeln im Gebüsch gefunden hatte. Tot. Er rief mich mit unterdrückter Nummer an und die Telefonnummer, die er mir durchgegeben hatte, stimmte auch nicht. An den mir bekannten Kiesgewässern gibt es kaum Straßenbeleuchtung. Wie soll eine Person, die meine Katze nicht kennt, sich so sicher sein, dass derjenige meine Katze im Dunkeln gefunden hat??

Ich rief bei der Berufsfeuerwehr in Nordhausen an, da mir nicht ganz wohl bei dieser Sache war. Diese suchten alles ab und fanden nichts (auf diesem Wege : Vielen Dank an die Feuerwehr Nordhauen!!). Auch einen Mann, der in der Nähe dieses Gewässers wohnt, bat ich um Hilfe. Er hielt mit seinem Hund auch die Augen offen, aber er sagte, dass sein Hund längst angeschlagen hätte, auch bei einem toten Tier.

Und Spott in Form von Scherzanrufen und auch bösen Nachrichten in meinem Briefkasten: "Deine Katze war lecker. Wo gibt es Nachschub“, stand auf einem Zettel geschrieben.

Ich bin aber auch Menschen begegnet, denen Tiere so viel bedeuten, dass sie ihr ganzes Leben diesem Inhalt gewidmet haben. Sich aufopfern, ihr ganzes Geld ausgeben, um den Tieren zu helfen. Wenn ich das so schreibe, bekomme ich Gänsehaut. Dass sich jemand so sehr aufopfert, ist selten. Ich verlange gar nicht, dass mehr Menschen so sind. Ich möchte jedoch gern, dass Menschen heutzutage mehr Empathie haben und selbst, wenn sie Tiere nicht mögen, dennoch ein bis zwei Blicke auf Suchplakate werfen und nur ab und zu die Augen offen halten. Menschen tun manchmal so, als wären Katzen auf der Straße kleine Monster, vergessen hierbei aber, dass es sich vielleicht um eine Katze handelt, die schmerzlich vermisst wird oder von lieblosen Menschen ausgesetzt worden ist (auch schon erlebt in den letzten Wochen!!!).

Bei meiner Intensiven Suche konnte ich 3 Katzen und 2 Familien wieder glücklich machen. Das waren die schönen Momente der sonst traurigen Geschichte des Verlustes meiner Katze.

Katze 1 ist glücklich und satt bei mir zu Hause.
Eine kleine verhungerte getigerte Katze tauchte in der Altstadt Nordhausen auf. Besorgte und aufmerksame Anwohner verständigten mich, weil man glaubte, dass es meine Katze ist. Leider war dem nicht so. Nun stand ich da, mit dem kleinen Mäuschen auf dem Arm und brachte es nicht übers Herz, sie wieder auf die Straße zu lassen. Ich nahm Sie mit nach Hause und dachte, dass die diversen zuständigen Stellen mir helfen.

Leider geht bei manchen Stellen der Schutz der Tiere nicht über die eigenen Mauern hinaus. Ich ließ sie beim Tierarzt untersuchen (nur 1,7 Kilo wog sie! Ich nannte sie Sissy der Tierarzt verlangte einen Namen, keinen Chip und kein Tattoo trug sie). Und ich nahm die Suche nach dem Besitzer auf. 6 Familien meldeten sich bei mir. Leider war der Besitzer nicht dabei. Bis heute halte ich Augen und Ohren noch immer jeden Tag offen, ob jemand dieses Mäuschen vermisst.

Katze 2/ Familie 1
Da ich noch immer noch meine Mietzi suchte, ging ich nun einem Hinweis nach, den ich aus einer Gartenanlage erhielt. Dort fand ich eine Katze und erkannte dieses ängstliche, total verhungerte Tier! Es wurde von einer Familie vermisst, die sich eine Woche zuvor Sissy (die Katze aus der Altstadt, die ich aufgenommen hatte) angeschaut hatten. Sofort rief ich bei der Familie an, sie kamen und holten freudestrahlend ihre vermisste Katze ab. Familie 1 glücklich und Katze 2 glücklich.

Jetzt komme ich zur Katze 3 und der Familie 2.
Familie 2 aus Krimderode vermisste seit 4 Monaten Ihren Kater. Diese Familie hatte sich auch telefonisch bei mit gemeldet wegen Sissy. Leider suchten sie ein männliches Tier, von dem sie mir Bilder gesendet hatten. Der Zufall bei dieser Familie war es, dass sich ein Mitarbeiter einer Wachfirma bei mir gemeldet hatte und mir mitteilte, dass er eine streunende Katze gesehen hatte. Da ich von ihm Fotos erhielt und diese Fotos dem Kater der Familie ähnelten, übermittelte ich diese Bilder der Familie. Es dauerte noch einige Tage bis sie diese Katze fanden. Aber es handelt sich tatsächlich um Ihren Kater. Was für eine Freude war es für mich. Ein lachendes und ein weinendes Herz spalteten mich.

Die Freude einer Katze und einer Familie geholfen zu haben auf der einen und den Kummer um meine Katze auf der anderen Seite.

Ich möchte diesen Leserbrief auch noch einmal nutzen, um die Menschen zu animieren, weiterhin nach meiner Katze Ausschau zu halten. Sie ist ein Jahr alt, komplett getigert und klein und zierlich, zu klein für Ihr Alter. Falls Sie jemand aufgenommen hat, bitte ich Sie mir das mitzuteilen, um meine Ungewissheit zu beenden. Bitte liebe Nordhäuser, seit aufmerksam und schaut nach meiner Katze bevor der Winter ins Land einbricht. Infos unter der 0173 44 02 148.

Aber bitte helft auch anderen Menschen, die ihr Tier vermissen. Jedes Tier hat ein liebevolles Zuhause verdient. Und streuende Katzen sind auch nur wehrlose Tiere, die entweder ihr bzw. ein zu Hause vermissen oder ausgesetzt worden sind oder durch diese beiden Ereignisse auf der Straße geboren worden sind. In beiden Fällen hat der Mensch einen Beitrag zur Anzahl der Streunerkatzen geleistet, ob freiwillig oder mutwillig.

In diesem Sinne wünsche ich allen ein Frohes Fest und ein gesundes neues Jahr.
Jessika Winkler
Anmerkung der Redaktion:
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