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Fr, 12:29 Uhr
30.05.2014

Reemtsma-Stiftung gibt größere Summe

Die professionell begleitete Rückkehr der Himmelgarten-Bibliothek von Wittenberg nach Nordhausen ist gesichert! Eine großzügige Spende machte den Umzug möglich...

Inkunabel (Foto: Stadtverwaltung Nordhausen) Beispiel einer Inkunabel

„Wie vom Stadtrat und dem Eigentümer der Bibliothek, der evangelischen Kirchengemeinde St. Blasii-Altendorf, zuletzt im Herbst 2013 beschlossen, kann der Bestand im Oktober in der Flohburg aufgestellt- und vom Stadtarchiv verwaltet werden“, sagte jetzt Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh.

Die Himmelgartenbibliothek – eine Sammlung von rund 300 historisch wertvollen Büchern - ist seit 1989 im Predigerseminar in Wittenberg untergebracht. Eigentümerin ist die Nordhäuser Blasii-Kirchgemeinde. Im Februar 2011 hatten die damalige Oberbürgermeisterin Barbara Rinke und die Kirchgemeinde St. Blasii einen Verwahrvertrag geschlossen. Dort war ursprünglich die Unterbringung der Bibliothek im Bürgerhaus vereinbart. Aus Kostengründen wurde die „Flohburg“ neuer Verwahrort.

„Möglich ist der Umzug im Herbst vor allem dank einer großzügigen Förderung durch zahlreiche Mäzenen: Zunächst hatte die Stiftung Kreissparkasse Nordhausen 2012 die Finanzierung des professionellen Buchtransportes mit 3.000 Euro zugesagt und jetzt noch einmal 1.700 Euro für die verbesserte IT-Infrastruktur bewilligt. Ein sichtbares Merkzeichen für ihr Engagement zugunsten der Nordhäuser Stadtgeschichte und –kultur. Eigenmittel der Kirchengemeinde St. Blasii-Altendorf sind angesichts deren verständlichen drückenden Sorgen wie zum Beispiel der seit Jahren ausstehenden Innensanierung der St. Blasii-Kirche nicht verfügbar“, so der Oberbürgermeister weiter.

„Aktuell hat sich jetzt auch die Hermann-Reemtsma-Stiftung in Hamburg auf Antrag des Stadtarchivs hin entschlossen, die anvisierte Magazinschrankkombination für die wertvollen Inkunabeln und Drucke des Reformationszeitalters mit 27.000 Euro zu unterstützen“, so Zeh weiter. „Darüber freuen wir uns sehr. Mein herzlicher Dank geht an unseren Stadtarchivar Dr. Wolfram Theilemann und seine Kolleginnen und Kollegen. Sie haben wesentlichen Anteil daran, dass der aufwändige Umzug der Bibliothek nach Nordhausen geschultert und vor allem finanziert werden kann.“

„Zeitgemäße Bestandserhaltung von Kulturgut bedeutet mehr als blanke Vitrinen und Designermöbel. Den Fokus auf zeitgemäße Bestandserhaltung zu legen, kostet überall Geld, aber dafür braucht man eben Geduld, engagierte Partner und überzeugende Drittmittelanträge, gerade in schwierigen Haushaltszeiten. Dank der außerordentlich großzügigen Unterstützung der Hamburger Stiftung steht das anspruchsvolle Rückkehrprojekt `St. Blasii-Himmelgarten´ jetzt endlich auf finanziell stabilen Füßen“, sagte Dr. Theilemann.

Derzeit liefen noch Anträge für Entschimmelungs-Maßnahmen, deren Umsetzung in wenigen Monaten bis voraussichtlich zum Reformationstag 2014 gestemmt werden müsse. „Aber die Aussichten sind günstiger denn je“, so der Stadtarchivar weiter.

Nachdem 2012 ein Schadensgutachten aus Bundes- und Länderstiftungsmitteln finanziert worden war, und 2013 passgenaue Schuber für die wertvollsten ca. 280 Bände eingekauft werden konnten, habe die Stadt dank der Fördermittelzusagen die aus der städtischen Kasse bereitgestellten 13.000 Euro für die vertragsgemäß nötige Optimierung der Klimaanlage der „Flohburg“ flankiert werden.

Die Erfurter Staatskanzlei und Fachministerien könnten die Stadt in dieser Sache zwar aktuell nicht unterstützen, „doch bestehen seriöse Optionen für eine ansehnliche Flankierung des Projektes im Herbst 2014. Eine direkte Förderung des Gesamtvorhabens durch die Berliner Bundesbeauftragte für Kultur und Medien im Rahmen des Reformationsjubiläums 2017 war im Frühjahr abgelehnt worden“, sagte Dr. Theilemann weiter.

Den Grundstock der Kirchenbibliothek St. Blasii bildet die Bibliothek des ehemaligen Servitenklosters Himmelgarten, das sich vor den Toren der Stadt Nordhausen befand. Obwohl das Kloster im Bauernkrieg zerstört wurde, konnte die Bibliothek gerettet werden und gelangte 1552 in die St. Blasii-Kirche zu Nordhausen.
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Kommentare

30.05.2014, 18.48 Uhr
Wolfi65 | Unendlich Dankbar
Dass die Firma Remstma noch an Nordhausen denkt. Dort, wo es nichts mehr zu holen gibt, wird an die gedenkt, welche in der Marktwirtschaft keine Chance mehr haben. Ich bin wirklich den Brüdern und Schwestern jenseits von Fulda und Leine unendlich dankbar.
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