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Fr, 06:22 Uhr
14.02.2014

Wohnen an der Zorge?

Ein Meilenstein in die Moderne war einst das Gaswerk, erbaut von Juni bis Dezember 1857. Das Gaswerk ist schon lange Geschichte. Die üblen Hinterlassenschaften zählen hingegen zu den derzeit hässlichsten im Stadtgebiet. Eine Bestandsaufnahme von Kurt Frank...


Nordhausen. Die ehemalige schmucke Villa ist nur noch eine unansehnliche leere Hülle. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis das Dach des Gebäudes links daneben völlig einstürzt. Das Gebäude parallel zur Zorge erinnert an den Bombenangriff von April 1945.

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Unrat jeder Art umrahmt den Garagenkomplex hinter dem alten Herrenhaus. Nur gut, dass man vorsorglich den Haupteingang zum Gelände sperrte und das Areal unzugänglich ist, damit man die Schande nicht auf Augenhöhe sieht. Zuständig für das Objekt ist der Landkreis.

Der Landkreis prüfe derzeit, welche sanierungsbedingten Gebäude wieder hergerichtet werden können, wie sich die Sanierung gestalten lässt und welche Möglichkeiten sich für eine weitere Nutzung ergeben können. Verschiedene Möglichkeiten der Nutzung seien bereits mit den beteiligten Behörden des Landkreises diskutiert. Anliegen sei es, die Sanierung des Geländes voranzutreiben. Neue Ideen würden gegenwärtig ausgewertet.

Außerdem informierte die Kreisbehörde, dass ein Gutachten in Abstimmung mit der Bodenschutzbehörde das Vorhaben aktuell bewerten und Perspektiven für die weitere Nutzung aufzeigen soll. Daran anschließend, so war zu hören, wolle man Finanzierungs- und Investitionsmöglichkeiten prüfen und den Kreistag in den Prozess einbinden. Bauplanungsrechtlich sei das Gebiet für eine Wohnbebauung und Gewerbeansiedlung vorgesehen.
Trostlos (Foto: privat)
Trostlos (Foto: Kurt Frank)
Trostlos (Foto: Kurt Frank)
Diese Informationen aus dem Landratsamt sind exakt ein Jahr alt. Mittlerweile floss erneut viel Wasser die Zorge hinunter. Lässt 2014 hoffen? Über den aktuellen Stand der Dinge teilt Jessica Piper, die Pressesprecherin, unter anderem mit: Der Landkreis Nordhausen hält das Gelände des ehemaligen Gaswerkes nach wie vor für eine attraktive Fläche in der Rolandstadt, die bauplanungsrechtlich auch für Wohnbebauung – Wohnen an der Zorge - vorgesehen ist. Ebenso möglich sei eine Gewerbeansiedlung. Da es sich um einen Altlastenstandort handelt, müsse dies bei der Suche nach möglichen Investoren und dem Kaufpreis berücksichtigt werden.

Der Boden, das hätten Stichproben ergeben, sei noch immer belastet. Die Sanierungskosten ließen sich gegenwärtig nicht konkret beziffern. Ebenso habe die Landkreisverwaltung mögliche Förderprogramme zur Sanierung von Altlastenstandorten geprüft. Leider griffen hier keine der aktuell vorhandenen Förderinstrumente. Trotz der Altlastenproblematik hätten die denkmalgeschützten Gebäude auf dem Gaswerkgelände sowie der ehemalige Siechenhof – im Vorjahr von Studierenden der TU Berlin vermessen – Potenzial zur Weiterverwertung. Auch für Investoren aus der Region.

Priorität für die Landkreisverwaltung habe momentan die Fortschreibung der Schulnetzplanung und damit die konzeptionelle Nutzung und Weiterentwicklung der Schulgebäude. Ohne Zweifel: ein löbliches Vorhaben. Zur Hinterlassenschaft Gaswerk kann man, abgewandelt aus Goethes Faust, derzeit aber nur sagen: Da steht sie da, die Leserschar und ist so klug als wie zuvor.

Ursprünglich beabsichtigte das Internationale Bildungs- und Sozialwerk, auf dem Areal des ehemaligen Gaswerkes das Wohn-und Pflegeheim zu errichten. Die Absicht wurde verworfen. Zu kostenintensiv ergab ein Gutachten. Jetzt entsteht es gegenüber auf dem alten Gelände des ehemaligen Kraftverkehrs (nnz berichtete).

Überlegungen und Konzepte habe es auch für das Gaswerk-Areal schon in der Vergangenheit seitens der Kreisverwaltung gegeben. Sie scheiterten allesamt an den Kosten, heißt es. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Die des Einkaufstempels ging doch auch in Erfüllung, wenngleich erst mit jahrelanger Verspätung.
Kurt Frank
Autor: red

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