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Mi, 06:28 Uhr
23.01.2013

Rauf mit der Steuer?

"Einen Haushalt zu haben, ist immer gut", sagt der für die Finanzen der Nordhäuser Stadtverwaltung zuständige Bürgermeister Matthias Jendricke (SPD). Nur, wird es in diesem Jahr überhaupt einen Entwurf geben? Wir haben nachgefragt...


Momentan befindet sich alles im Fluss, es wird verhandelt, diskutiert, Zahlen werden hin- und hergeschoben. Derzeit geht Jendricke von einem Defizit im Haushalt von 2,6 Millionen Euro aus. Das ist Stand 22. Januar, also gestern. Bis zum Monatsende soll es eine Rosskur in den Ämtern der Verwaltung geben, deren Ergebnis eine Einsparung von 1,5 Millionen Euro sein wird. Also Zukunftsmusik, doch Jendricke ist optimistisch und sieht diesen Spielraum, den eine vergleichende Analyse zum "Ist" der vergangenen Jahre ergeben habe.

Bleibt immer noch eine Million Euro als Minus. Die will sich die Stadt Nordhausen vom Landkreis Nordhausen holen, als Ausgleich für die erbrachten Leistungen im öffentlichen Nahverkehr, der eigentlich eine Aufgabe der Kreise sei. Deshalb auch der Druck mittels Stadtrat auf die Landkreisverwaltung.

Also alles "in Butter"? Kaum, denn da sind noch die aus Jendrickes Sicht notwendigen Erhöhungen der Hebesätze für Grund- und Gewerbesteuer. Das Thüringer Finanzministerium, insbesondere dessen Vorsteher, gehe davon aus, dass die freistaatlichen Kommunen in diesem Jahr auf eine Erhöhung der Gewerbesteuereinnahmen von 20 bis 25 Prozent hoffen können. Diese Hoffnung sei bekannterweise in die Reduzierung der Zuweisungen vom Land eingearbeitet.

Jendricke fragt nun, wo für Nordhausen diese Erhöhung herkommen soll? Haben die Unternehmen solch exorbitant höhere Gewinne erwirtschaftet? Neu gegründete Unternehmungen zahlen nicht unbedingt in den ersten Jahren ihrer Existenz Gewerbesteuer. Also kann nur der Hebesatz erhöht werden.

400 Prozent beträgt er aktuell in Nordhausen. Die Rolandstadt befindet sich damit im oberen Drittel der Thüringer Kommunen (siehe Download). Jetzt also erhöhen: Auf 420 Prozent, auf 440 Prozent? Vielleicht fiskalisch notwendig, doch politisch auch durchsetzbar. Jendricke nennt keine Zahl. Ein solcher Hebesatz wäre ein fatales Signal hinsichtlich der Erschließung und Vermarktung des künftigen Industriegebietes und anderer Ansiedlungen.

Letztlich müssen die Stadträte nun diskutieren und eine Entscheidung treffen. Zur nächsten Sitzung des Stadtrates im Februar wird das nicht sein, man braucht Zeit und schiebt. Also wird im März beschlossen, denn: "Einen Haushalt zu haben, ist immer gut".
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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Kommentare
altmeister
23.01.2013, 08:05 Uhr
Na, wer hat das nun gemacht?
Leider immer wieder wird das falsche Planen und Handeln unserer Kommunalpolitiker dazu führen, dass dem Bürger noch mehr in die Taschen gegriffen wird.

Eine Erhöhung der Gewerbesteuer ist einer Anwerbung neuer Betriebe nicht gerade förderlich. Das steht wiederum einer Erhöhung der Gewerbesteuereinnahmen durch mehr Betriebe entgegen. Neue Arbeitsplätze sind somit auch nicht gewünscht.
Die Erhöhung der Grundsteuer hat als direkte Folge für jeden Mitbürger die Wirkung, dass sich die Mietnebenkosten erhöhen.

Das geht an keinem vorbei und tut zu den erst kürzlich erhöhten Energiepreisen auch wieder zusätzlich weh.

Wann kommt mal ein Vorschlag des für Finanzen verantwortlichen, der durch Nachdenken, Nachhaltigkeit und Sinn untermauert ist? Bekommt unser gut bezahlter und laut Kommunalordnung regelmäßig mit Gehaltserhöhungen gesegneter Finanzchef unserer Stadt nur immer wieder Steuererhöhungen als Lösung hin? Dafür brauch keiner irgend einen Abschluss, das bekommt wohl jeder hin!
Pe_rle
23.01.2013, 09:50 Uhr
Steuer
Herr Jendricke scheint in Göttingen beim Studium nur das Wort "nehmen" gelernt zu haben. Das Wort "geben" hat sich aus seinem Wortschatz verabschiedet.
Wolfi65
23.01.2013, 10:35 Uhr
Immer höher damit!
Hoch mit der Grundsteuer bis es nicht mehr geht. Denn bei mir bezahlt die Grundsteuer das Amt für Hilflosigkeit. Also hoch mit der Steuer!
Schnell
29.01.2013, 22:25 Uhr
Herr Jendricke hab ich was verpasst? Schon wieder auf Höhenflug?
Seit wann bestimmen Sie Herr Jendricke über irgendwelche Steuern? Habe ich eine Wahl verpasst? Bei der letzten, die mir erinnerlich ist, haben Sie jedenfalls verloren. Welches Mandat haben Sie, hier zu solchen Sachen Stellungnahmen abzugeben? Schon wieder auf dem Höhenflug? Denken Sie an den Schneider von Ulm! (Und die Kita-Gebühren:-)) Ist noch nicht zu lange her! Ein wenig Demut vor dem Wähler (un) willen.
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