Do, 11:10 Uhr
12.02.2004
Poliklinik in Nordhausen?
Nordhausen (nnz). Früher hießen sie Polikliniken, heute tragen sie Namen wie Medizinische Versorgungszentren. Sie sollen für Mediziner immer interessanter werden. Bei der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen liegen bereits Anträge vor. Auch für Nordhausen.
Einen Antrag für Nordhausen hat die KV in Thüringen der nnz bestätigt, doch handle es sich wie in den Fällen für Heiligenstadt oder Gera um unbegründete Anträge. Bislang sei noch kein fundierter Antrag eingegangen, so ein Sprecher. Und sollte das in der nächsten Zeit geschehen, dann erfolge letztlich die Zulassung dieses Versorgungszentrums über die KV.
Die Diskussion um die Poliklinik-Nachfolger kennt auch der Kreisstellenvertreter der KV, Dr. Herber Spiller. So einfach werde das seinen Worten nach nicht sein, vor allem nicht bei Allgemeinmedizinern. Spiller weiß das aus eigener Erfahrung, die durchaus auch für ein Zentrum der Versorgung spricht. In Niedersachswerfen betreibt er mit seiner Frau eine Gemeinschaftspraxis für Allgemeinmedizin. Da brauchen zum Beispiel teure Geräte nur einmal angeschafft werden. Deren Nutzung erfolge gemeinsam. Ähnlich funktioniere dann auch ein medizinisches Versorgungszentrum. Doch wo sollen dessen Ärzte herkommen? Alle niedergelassenen Allgemeinmediziner hätten in den zurückliegenden Jahren investiert. Bei einer Kooperation müssten dann natürlich auch die Verbindlichkeiten mit eingebracht werden. Medizinische Diagnosegeräte seien mehrfach vorhanden. Wessen Gerät soll auf dem sowieso sehr engen Markt verkauft werden, welches wird behalten?
Spiller verweist aber auch noch auf ein anderes Problem. Da müssen sich erst einmal Ärzte finden, die auch kollegial miteinander können. Letztlich müsse auch dieser zwischenmenschliche Faktor berücksichtig werden.
Es ist also nach Ansicht des erfahrenen Mediziners noch ein weiter Weg zu den Nachfolgern der Polikliniken, obwohl der Gedanke nicht dumm war und auch nicht dumm sein wird. Vielleicht, so Spillers Hoffnung, finden sich ja 16 junge Allgemeinmediziner, die im Landkreis Nordhausen ein solches Zentrum gründen könnten. Die hätten dann alle die gleiche Ausgangssituation. Und vor allem: Dann wären auch die fehlenden Stellen in der ärztlichen Grundversorgung abgedeckt.
Autor: nnzEinen Antrag für Nordhausen hat die KV in Thüringen der nnz bestätigt, doch handle es sich wie in den Fällen für Heiligenstadt oder Gera um unbegründete Anträge. Bislang sei noch kein fundierter Antrag eingegangen, so ein Sprecher. Und sollte das in der nächsten Zeit geschehen, dann erfolge letztlich die Zulassung dieses Versorgungszentrums über die KV.
Die Diskussion um die Poliklinik-Nachfolger kennt auch der Kreisstellenvertreter der KV, Dr. Herber Spiller. So einfach werde das seinen Worten nach nicht sein, vor allem nicht bei Allgemeinmedizinern. Spiller weiß das aus eigener Erfahrung, die durchaus auch für ein Zentrum der Versorgung spricht. In Niedersachswerfen betreibt er mit seiner Frau eine Gemeinschaftspraxis für Allgemeinmedizin. Da brauchen zum Beispiel teure Geräte nur einmal angeschafft werden. Deren Nutzung erfolge gemeinsam. Ähnlich funktioniere dann auch ein medizinisches Versorgungszentrum. Doch wo sollen dessen Ärzte herkommen? Alle niedergelassenen Allgemeinmediziner hätten in den zurückliegenden Jahren investiert. Bei einer Kooperation müssten dann natürlich auch die Verbindlichkeiten mit eingebracht werden. Medizinische Diagnosegeräte seien mehrfach vorhanden. Wessen Gerät soll auf dem sowieso sehr engen Markt verkauft werden, welches wird behalten?
Spiller verweist aber auch noch auf ein anderes Problem. Da müssen sich erst einmal Ärzte finden, die auch kollegial miteinander können. Letztlich müsse auch dieser zwischenmenschliche Faktor berücksichtig werden.
Es ist also nach Ansicht des erfahrenen Mediziners noch ein weiter Weg zu den Nachfolgern der Polikliniken, obwohl der Gedanke nicht dumm war und auch nicht dumm sein wird. Vielleicht, so Spillers Hoffnung, finden sich ja 16 junge Allgemeinmediziner, die im Landkreis Nordhausen ein solches Zentrum gründen könnten. Die hätten dann alle die gleiche Ausgangssituation. Und vor allem: Dann wären auch die fehlenden Stellen in der ärztlichen Grundversorgung abgedeckt.

