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Di, 18:04 Uhr
03.02.2004

Notizen eines Landrates

Nordhausen (nnz). In Nordhausen tagte heute der Kreistag. Wie immer zu Beginn gab es den Bericht des Landrates. Und der war doch ein bisschen anders als sonst. nnz mit einigen Anmerkungen von Joachim Claus (CDU). Da geht es zum Beispiel um DDR-Begrifflichkeiten, um Holländer und einen Dachsberg.


Der Bericht an sich war für „Landratsverhältnisse“ außergewöhnlich umfangreich. Zuerst beantwortete Joachim Claus zwei Anfragen von Manfred Breitrück (SPD) aus der vorangegangenen Sitzung:

Kein Lebenszeichen aus Holland
Anfang vergangenen Jahres hatte die nnz berichtete, dass ein Investor aus Holland in Sülzhayn investieren wollte. Der Ellricher Stadtrat hatte dann auch schnell planerische Vorarbeiten geleistet, doch bereits im Februar 2003 verstummten die investiven Lebenszeichen aus dem Land des Gauda. Wohl aber gebe es eine neue Investition eines neuen Investors. Der komme aus der Region und da werde vielleicht alles gut.

Kein neuer Sachstand in Bleicherode
Zum gegenwärtigen Stand um die Deponie Dachsberg bei Bleicherode führte der Landrat noch einmal einige Eckdaten an. So würde der Landkreis in Ersatzvornahme für die Entsorgung und den Transport des belasteten Sickerwassers gehen. Im Jahr 2003 seien dafür 18.700 Euro angefallen, im neuen Jahr seien es 3.500 Euro. Die Stadt Bleicherode, die eigentlich zahlen müsste, habe gegen jeden Bescheid Widerspruch eingelegt. Zur EGN, die sich in einer Arbeitsgemeinschaft (ARGE) ebenfalls an der Dachsbergsanierung verdingte, sagte der Landrat, man könne aus einem Gutachten entnehmen, dass es zur Zeit keine Pflichtverletzungen der ARGE bei der Sanierung gegeben habe, bis jetzt. Schließlich habe das Staatliche Umweltamt in Sondershausen immer die Aufsicht wahrgenommen.

Klare Worte zum Gipsabbau
Der Landkreis Nordhausen bleibe dabei, am Winkelberg in der Rüdigsdorfer Schweiz dürfe kein Rohstoff abgebaut werden. Leider habe das Landesverwaltungsamt in Weimar entschieden, dass es für die Genehmigung des Abbaus lediglich eines Planfeststellungsverfahrens bedürfe. Gefordert wurde von den Kommunen und vom Landkreis ein Raumordnungsverfahren. Der Landkreis habe Ende Januar nun die Unterlagen zur FFH-Verträglichkeitsprüfung erhalten. Vom Ergebnis sei letztlich auch der Fortgang des gesamten Verfahrens abhängig.

UTP im neuen Gewand
Kennen Sie noch den „Unterrichtstag in der sozialistischen Produktion“? So was ähnliches soll es künftig im Landkreis Nordhausen (wieder) geben. Nur einen anderen Namen muß das alles haben. „Berufsvorbereitung“ zum Beispiel klingt nicht schlecht. Und so hat das IKL in Nordhausen ein Pilotprojekt mit der Frauenberg-Regelschule gestartet. Mit weiteren fünf Regelschulen sollen die Erfahrungen nun vertieft werden. Hierzu holt sich das IKL weitere Partner ins Boot: Das Kyffhäuser Bildungswerk und das Bildungswerk Bau. Die Schüler der 7. und 8. Klassen sollen in Unterrichtsstunden auf den Alltag im Betrieb vorbereitet werden, krönender Abschluß soll dann ein fünftägiges Praktikum in einem Unternehmen sein. Zu Zeiten, an die sich von den offiziellen Bildungspolitikern niemand mehr so recht erinnern will, hieß das: Produktive Arbeit (PA) und Einführung in die sozialistische Produktion (ESP). Aber mit den Begriffen darf heute nicht mehr operiert werden, denn schließlich müssen ja Fördermittel beantragt und Stundenpläne mit dem Staatlichen Schulamt in Worbis abgestimmt werden.
Autor: nnz

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