Alles für die Bibliothek
Der Bau der KulturBibliothek wird teurer als 2009 in einer Kostenrechnung veranschlagt. Trotz bereits erfolgter Einsparungen bei der Planung und auch beim Ausbau erhöht sich der Eigenmittelanteil der Stadt Nordhausen um rund 800.000 Euro...
In der gestrigen Sitzung des Stadtrates wurde deshalb eine Einzahlung in Höhe von 973.000 Euro und eine Auszahlung in Höhe von rund 1.8 Millionen Euro Euro für die Kulturbibliothek beschlossen. Das entspricht dem erhöhten Eigenmittelanteil von rund 800.000 Euro.
Mit den Bewilligungsbescheiden aus dem Förderprogramm vom März 2009 wurden 11,1 Millionen Euro Gesamtkosten und 9,9 Millionen Euro zuwendungsfähige Kosten bewilligt. Im Laufe der Ausführungsplanung, die bis zum Sommer des Jahres 2010 erarbeitet wurde, zeichnete sich ab, dass vor dem Hintergrund der Baupreisentwicklung das avisierte Kostenziel nicht zu erreichen war, heißt es in der Begründung der Beschlusstextes.
Aus diesem Grund sei bereits zum damaligen Zeitpunkt nach Einsparpotentialen gesucht worden und Teile der Bibliothek wurden neu geplant. Eine überproportionale Erhöhung der Baupreise sei vor allem in stahlintensiven Gewerken, wie Spezialtiefbau, Rohbau und für Fassadenbauarbeiten vorhersehbar gewesen. Deshalb sei im August 2010 durch den Auftraggeber und den Auftragnehmer die Entscheidung getroffen worden, einen Teil der Tiefgarage entfallen zu lassen, statisch anspruchsvolle Gebäudeauskragungen zu minimieren und aufwändige Stahlverbundträger-konstruktionen durch kostengünstigere Baukonstruktionen zu ersetzen.
Trotz dieser Bemühungen konnte das Kostenziel der Kostenberechnung auf Grund der konjunkturellen Entwicklung der Baupreise im Zeitraum von 2009 bis zur Fertigstellung der Bibliothek und aufgrund notwendiger Zusatzleistungen jedoch nicht erreicht werden. Deshalb wurde bereits ein weiterer Bewilligungsantrag beim Thüringer Landesverwaltungsamt gestellt. Es wird eine Förderung der aus den Zusatzkosten entstandenen zuwendungsfähigen Kosten angestrebt. Eine Förderung aus dem neuen Programmrahmen 2012 wurde bereits signalisiert.
Die Kostenberechnung auf der Basis der aktuellen Informationen sieht Ausgaben für die Herstellung des Gebäudes und der Freianlagen sowie die Ausstattung in Höhe von nunmehr rund 13 Millionen Euro. Die Kosten für die Freianlagen werden für 2013 geplant. Die Mehrkosten für den Bau sollen finanziert werden aus Mitteln der Städtebauförderung in Höhe von 8.390.000,00 Euro. Bisher waren das 6.928.775,00 Euro.
Die Finanzierung des Eigenanteils von rund 800.000 Euro Euro solle zum einen durch die Aufhebung der erlassenen Haushaltssperre, und zum anderen "durch Minderausgaben in anderen investiven Maßnahmen erfolgen", heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung.
Anmerkungen eines Beobachters
Minderausgaben, das ist das Verwaltungsdeutsch Synonym für Einsparungen oder Reduzierungen. Zum Beispiel bei:
- Grundschule Albert Kuntz - 150.000 Euro
- Grundschule Petersdorf 160.000 Euro
- Grimmelbrücke 29.000 Euro
- Straßenbau - 100.000 Euro oder
- Neue Beleuchtung im Stadtgebiet
Die Nordhäuser Stadträte winkten das gestern alles diskussionslos durch. Vermutlich hatte man sich in den nichtöffentlichen Ausschusssitzungen "intensiv" damit beschäftigt. Wer da welche oder überhaupt eine Meinung vertrat, das wird sich dem Wähler nicht erschließen.
Letztlich aber ist das alles auch verständlich, denn mit der Kulturbibliothek bekommen die Stadträte auch einen hochmodernen Sitzungssaal. Ach ja, und einen Lesesaal für die vielen künftigen neue Nutzer, die dann regelmäßig aus Sangerhausen herkommen, wie es einst Barbara Rinke ausführte, die unter anderem mit einer Delegation der Stadtverwaltung bis nach Berlin reiste, um sich dort die Wirkung der Fassadegestaltung an einem anderen Bauwerk anzusehen.
Vergessen hätten wir ja beinahe noch die Tatsache, dass gestern auch noch eine außerplanmäßige Zahlung für die Ausstattung der Kulturbibliothek beschlossen wurde. Die 500.000 Euro wurde vermutlich bei den Erstplanungen auch übersehen, denn hier können sich die Baupreise nicht so auswirken wie beim Rohbau.
Unterm Strich also alles wie immer: Koste es, was es wolle. Und alle machen mit.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz
Kommentare
Retupmoc
09.11.2012, 10:13 Uhr
Wir haben es doch
Schön das Sie den Finger in die Wunde legen. Das BarbaraRinksche Prestigobjekt kann ja nun nicht mehr zurückgebaut werden. Der Prinkbau mußte sein. Der Pharao hat seine Pyramide und Frau Rinke ihre Kulturbibliothek. Was hätte man in dieser Stadt für das Geld alles Nützliche machen können. Man sollte lieber nicht darüber nachdenken. Der abolute Witz sind jedoch die avisierten Kunden aus dem Landkreis Sangerhausen. Das sind je nachdem, wo die Leute wohnen ca. 100 km zu fahren. Macht bei den derzeitigen Benzinpreisen ca. 9 Euro. Die Bahn ist auch nicht preiswerter. Wer bitte, frage ich mich, gibt alle 14 Tage ( Leihfristen !!! ) 9 Euro zusätzlich aus, um nach Nordhausen zu fahren? Da kann man sich das gewünschte Buch gleich im Internet bestellen. Das ist dann preiswerter. Die Gedankengänge von einigen Politikern sind nicht nachzuvollziehen!
NDHler
09.11.2012, 11:28 Uhr
Retupmoc
Da gebe ich Ihnen doch mal zu 100% Recht. Von Sangerhausen nach Nordhausen um in die Bibliothek zu gehen, ich lach mich schlapp! So ein Schwachsinn und das von einer Frau die tatsächlich als Politikerin angesehen war. Da kann man nur mit dem Kopf schütteln.
Wie weit war (und ist sicher immer noch) Frau Rinke nur von der Realität des Normalbürgers entfernt. Das müssen Lichtjahre sein, Unglaublich, und die Stadträte verschiedenster Fraktionen haben das ganze immer brav abgenickt, wie gestern auch!
H.Buntfuß
09.11.2012, 11:56 Uhr
So etwas
Wenn ich die Kommentare verfolge, lese ich immer wieder, dass nur die Personen mit einem gutem bzw mit einem sehr gutem Zeugnis etwas erreichen und zu sagen haben.
Nun im Stadtrat sitzen sie doch alle. Doktoren, Anwälte, Ingenieure, Geschäftsführer und und und. Wenn ich mir dann die vielen Fehlentscheidungen, die den Bürger richtig Geld kosten ansehe, dann habe ich schon ZWEIFEL, ob dort wirklich die BESTEN Leute sitzen. Ausnahmen gibt es immer.
Wer ist den nun für diese Geldfressende Angelegenheit VERANTWORTLICH, natürlich niemand. In so einem Fall versteckt man sich hinter den gemeinsam gefassten Beschluss. War das nicht eine soziale Errungenschaft, wir beschließen alles gemeinsam?
I.H.
09.11.2012, 12:10 Uhr
Kandidieren Sie, H. Buntfuß
Um das furchtbare Trauerspiel endlich zu einem frohen Ende zu führen hilft nur das Eine: Kandidat H. Buntfuß!
Noch Fragen?
Gertrude
09.11.2012, 12:23 Uhr
Ein Fall für das Schwarzbuch der Steuerzahler
@Retupmoc: Sie treffen den Nagel auf den Kopf.
Ein sinnloses Invest in einen leider sterbenden Mark und ein reines Imageprojekt auf Steuerzahlerkosten. Das Buch unserer Kindheit aus Papier in hochwertigem Einband wird es sicher in wenigen Jahren nur noch als schmückenden Staubfänger geben. Der Marktanteil der E-Books steigt von Jahr zu Jahr, und Nordhausen investiert einen zweistelligen Millionenbetrag in einen sterbenden Markt. Was hätte man mit diesem Geld alles machen können? Für mich ein Paradebeispiele für öffentliche Steuergeldverschwendung und damit eigentlich ein Fall für das Schwarzbuch der Steuerzahler 2013. Mal schauen, ob man den Bund der Steuerzahler für dieses Projekt begeistern kann.
wissender
09.11.2012, 12:24 Uhr
Bildung dann nach Feierabend
Wie ich dem obigen Artikel entnehme sind die Stadträte ja sehr stolz darauf auf Kosten der Schulen und der sonstigen Infrastruktur Frau Rinkes Trutzburg hin zu bekommen.
Abgesehen davon dass es meines Empfindens nach ein grauenhaft hässlicher Bau wird eingezwängt in eine Wohnlandschaft die Sicht auf das schöne Rathaus verstellend frage ich mich wer denn dort alles hin gehen soll um zu lesen??
Wenn ich gelegntlich in die Bibliothek gehe so ist es ja nicht gerade so als dass man dort vor Menschenmassen nicht hinein kommt.
Aber ich glaube langsam die Denkweise der Ratsherren zu verstehen:
Schlechtere Bildungseinrichtungen und daraus enstehende Defizite werden so hoffen sie mit Bildung nach Feierabend kompensiert und dafür muss man sich ja Bücher ausleihen.
Alex Gösel
09.11.2012, 12:41 Uhr
War...
etwas anderes zu erwarten?
Zitat Albert Einstein: "Die Herrschaft der Dummen ist unüberwindlich, weil es so viele sind, und ihre Stimmen zählen genau wie unsere."
Franz Tabak
09.11.2012, 12:54 Uhr
kandidat
Herrn Buntfuß kann ich mir als kandidaten sehr gut vorstellen, einen Dieter Schroepke, der in dem sketch von Hape Kerkeling als WITZFIGUR auftaucht, würde zwar sehr gut in den stadtrat passen, aber unf... personen haben wir genug.
Apropos Albert Einstein: da habe ich auch ein zitat: "Phantasie/Vorstellungskraft ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt."
Unsummen für staubige Bücher
immer mehr Bibliotheken werden in Deutschland geschlossen, in Nordhausen ist es eben umgekehrt. Haben wir was verpasst?
Jörch
09.11.2012, 13:23 Uhr
na dann, buntfuß vor, kann ich da nur sagen....
und dann schauen wir mal, wie es mit realpolitik aussieht. es sei denn, man versteht darunter, wie hier bestens sichtbar ist gegen alles zu sein, zu jedem scheiss seine vermeintlich absolutistische meinung abgeben zu müssen aber leider ohne konkrete lösungsvorschläge dazustehen.
politik und gerade lokalpolitik in einem demokratischen system besteht nunmal aus kompromissen die eingegangen werden müssen, persönlichen beziehungen zu anderen entscheidungsträngern, auch wenn sie einer anderen partei angehören als ich selber und vorallem pragmatischen handeln und denken. ich denke in einem solchen system würde unser freund dann sicher untergehen. präferiert er doch scheinbar die buntfuß´sche diktatur aus bedingungslosen protest.
wie bitte würden sie denn die von ihnen angesprochenen probleme im stadtrat etc. lösen wollen?
Alex Gösel
09.11.2012, 14:03 Uhr
Buntfuß als Kandidat
So wie ich Herrn Buntfuß aufgrund seiner Artikel einschätze, wäre er allerdings ein guter Kandidat für das Volk und daher sehr unbequem für die ansässigen Politiker. Ich glaube nicht, dass Herr Buntfuß für Vetternwirtschaft eintreten würde.
Von Herrn Buntfuß würden wir sicher über die Missstände in den nordhäuser Amtsstuben aufgeklärt werden, sofern man ihm das nicht per landesweiter Verordnung verbieten würde.
@Jörch und noch anderen folgenden Kommentatoren: Dass Sie als augenscheinlicher Nutzniesser dieses präkeren kapitalistischen Systems sind, sind Ihnen die Artikel und Kommentare des Herrn Buntfuß ein "Dorn im Auge", oder?
Zitat nach André Gide: "Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben."
Jörch
09.11.2012, 14:54 Uhr
ach herr brothuhn...
sind sie jetzt der vizekandidat for whatsoever hinter herr buntfuß...
da bin ich ja mal gespannt welche tragfähigen, mehrheitlich respektierten entscheidungen von ihnen beiden demnächst in diesem theater getroffen werden....
schon ihr hinweis zum thema kapitalismus lässt ja schon mal weit auf ihre ideologie und herkunft schließen...
Jürgen Wiethoff
09.11.2012, 15:06 Uhr
ISDN = Ist sowas denn nötig??
Minderausgaben für 2 Schulen zugunsten einer Kulturbibliothek lassen mich das Bauwerk noch kritischer als ohnehin betrachten. Mal sehen, wie es aussieht, wenn es fertig ist. Die Baustelle lässt mich jedenfalls zweifeln, ob diese Investition an sich nötig ist und baulich an diese Stelle passt.
Auch glaube ich fest daran, dass es Frau Rinke nicht überanstrengen wird, die Besucher aus Sangerhausen mit Handschlag zu begrüßen. Für die Motivation zur Reise sollte man vielleicht inzwischen preiswerten Sekt für ein Begrüßungsschlückchen anschaffen. Im Angebot ist das für knapp 6 Euro (ich dachte so an 2 Flaschen, denn wer mit der Bahn anreist, nimmt vielleicht gern auch ein 2. Gläschen) leicht zu stemmen.
Auch teile ich die Einschätzung der Kommentatoren hinsichtlich der Zukunft des schön gedruckten und gebundenen Buches. Ich finde diese Bücher zwar auch sehr schön, aber bezüglich Zweckmäßigkeit und Geschwindigkeit und Kosten wird jedes Gedruckte vom ebook nicht nur deutlich geschlagen, sondern förmlich distanziert. Seit ich von meiner Familie zu meinem Geburtstag ein ebook bekam, weiß ich, wovon ich rede.
Sicher werde ich mir auch weiterhin noch genussreich das eine oder andere Buch kaufen, aber für den täglichen Gebrauch will ich das ebook nicht mehr missen. Man kann damit übrigens (IT-Zugang vorausgesetzt) auch prima nnz lesen. Bei deren Format scheinen die Programmierer Hellseher gewesen zu sein. Glückwunsch auch zu diesem Detail.
-Insider-
09.11.2012, 15:13 Uhr
naja
was sollen sie denn jetzt tun? der fehler lag in der zustimmung zu diesem vorhaben. jetzt wegen 800.000 euro die sache zu stoppen ist halt nicht mehr möglich.
zu der sache kandidat für "haste-nicht-gesehen":
nicht reden -> machen.
Bodo Schwarzberg
09.11.2012, 15:25 Uhr
Desaster Kulturbibo: Passt auf bei der Biogasanlage!
Sich jetzt hinzustellen und über das faule Ei Kulturbibliothek zu jammern, ist einfach und spielt den hohen und gewiss gut aus Steuergeldern bezahlten Damen und Herren in die Hände. Die haben ein dickes Fell und schütteln sich ein bisschen angesichts der Kommentare hier. Denn das Wichtigste ist doch erreicht: Der Rinkesche Betonklotz ist gebaut und wird natürlicch auch fertiggestellt.
Ich habe niemand beim Bäcker und Fleischer gegenüber gehört, der dieses missratende Gebäude im ungehobelten Speerschen Stil positiv beurteilt: weder von den Kosten und schon gar nicht vom Aussehen. Die Bürger aber wussten ganz genau, was da auf sie zukommt. Im Internet war das Projekt abrufbar. Sie hätten vor dem Rathaus protestieren sollen, statt erst jetzt, wo das Kind in den Brunnen gefallen ist, Krokodilstränen zu weinen. Jederfrau und Jedermann weiß zudem, dass derartige Projekte stets teurer werden, als geplant. Das ist beim City-Tunnel Leipzig so und bei Stuttgart 21. Immer und immer wieder lässt sich die träge Masse mit süßen Worten abspeisen. Aber auch Süßes kann giftig sein. Die Entscheider bauen auf die Trägheit der Bürger und pauken ihre Wünsche durch.
Ich persönlich habe schon lange vor Baubeginn dafür plädiert, die einst hinter dem Rathaus stehende Kirche wieder entstehen zu lassen. Ähnlich wie die Frauenkirche in Dresden. Man hätte Spendengalas, Konzerte und Ähnliches organiisieren können, um den Bau so nach und nach zu finanzieren. Das hätte zum einen ü berregional für Aufsehen und regelmäßig für Medienberichte gesorgt. Nordhausen wäre bekannter geworden, mehr Touristen als jetzt wären in den Südharz gekommen. Und eine Kirche als Denkmal für Frau Rinke: na also - das passt doch auch fiel besser, als der gegenwärtige Betomklotz, der nun zudem noch in einer überteuerten Billigversion gebaut wird.
Vielleicht bröckelt in ein paar Jahren der Putz und weitere Hunderttausende muss der kleine Mann für die Verfehlungen zahlen zahlen.
Ich kann nur alle auffordern, bei der noch nicht spruchreifen Biomethananlage VORHER, also JETZT schon zu schauen, wie sie erfolgreich und im Sinne vieler Argumente verhindert werden kann. JETZT, also bevor es auch hier das zu erwarttende finanzielle und ökologische Desaster gibt (Lärm, Ökobilanz, noch mehr LKW u.s.w.). Heute ist der 9.11.: Wir brauchen eine neue Protestkulktur gegen Entscheidungen, die am Volk und dessen Interessen vorbeigehen. Die ungeliebte und an den Menschen vorbei beschlossene Kulturbibliothek sollte uns allen zu denken geben. Und bei den drei Industriegebieten im Großraum Kyffhäuser ahne ich auch schon Schreckliches. Ich brauche mir bloss die leeren Gewerbeflächen weithin anzuschauen.
Eine Wirtschaftsweise kann nicht gut sein, die der klammen öffentlichen Hand Mehrkosten in astronomischer Höhe beschert und die ohne Augenmaß erfolgt.
Herr Taft
09.11.2012, 21:16 Uhr
bravo, Herr Schwarzberg
ohne, das Thema Biogasanlage im Detail zu kennen oder die Geldvernichtung hinter'm Rathaus mit Interesse zu verfolgen muss ich sagen: Sie treffen den Nagel auf den Kopf !
Es ist bequemer hinterher zu jammern, als vorher etwas zu tun. Dieser Wesenszug ist in Nordhausen unglaublich verbreitet.
Der Roland
12.11.2012, 14:12 Uhr
Baupreise
Einige Anmerkungen zur "unvorhergesehenen" Entwicklung der Stahlpreise hätte ich noch. Der Grundpreis für Betonstahl BST 500 lag am 11.01.2011 bei 318 Euro, eine Jahr später bei 310 Euro und Ende Oktober 2012 bei 310 Euro.
Und noch eins: Zur Vergabe gibt es ein streng geregeltes Vergabeverfahren der öffentlichen Hand, mit Bindefristen für alle Leistungen u. Materialien bis Bauende! Hier können meiner Meinung nach keine Mehrkosten entstehen. Es sei denn die Ausführungsplanung ist nicht abgeschlossen und Leistungen werden "nachgeschoben". Mehrkosten werden in der Regel durch Änderungswünsche des Bauherren während der Ausführung hervorgerufen.
PappaBär
12.11.2012, 16:08 Uhr
Alles für die Bücher
Jawohl, gebt alles für Bücher die eh niemand liest. Ein hässlicher Betonklotz in eine Ecke gestellt wo er absolut nicht passt. Für so ein blödsinnigen Bau hatte die letzte Stadtregierung Geld über- nur nicht für die Kinder die eventuell mal in diese Bibliothek gehen könnten.
Da spart man und holt sich das Geld auf ungerechte Art und Weise von den Eltern. Für jene Eltern bezahlbare Kitaplätze wären wohl wichtiger gewesen. Aber nun bei den Kitapreisen lässt man es lieber mit dem Nachwuchs. Also gibt es auch keinen Nachwuchs der die Bücher in diesem Klotz hässlichen Bau mal lesen möchte und sich das leisten kann.
Peppone
12.11.2012, 19:49 Uhr
War das die "Waschmaschine"?
So nennen die Berliner wohl liebevoll unser schickes neues Bundeskanzleramt. Zitat-nnz: "...wie es einst Barbara Rinke ausführte, die unter anderem mit einer Delegation der Stadtverwaltung bis nach Berlin reiste, um sich dort die Wirkung der Fassadengestaltung an einem anderen Bauwerk anzusehen..."
Interessant Herr Greiner. Könnte doch die Waschmaschine gewesen sein. Die Delegation wird es natürlich genauer wissen.
Ich nenne so etwas immer Schuhkarton- oder Stalinallee Architektur. Aber über Geschmack läßt sich bekanntlich trefflich streiten.;)
In dem Zusammenhang würde ich gerne zur Namensgebung des neuen Kulturhortes einen kleinen Wettbewerb anregen, Kulturbibliothek hört sich doch nur spießig und langweilig an. Was die Berliner können, können wir schließlich auch. Wie nennen wir also das Ding?
Mein Favorit ist wie o. a. "Schuhkarton". "Mottenlesekiste" würde auch gut passen.;)
h3631
13.11.2012, 09:31 Uhr
Kommentare
Was nützen alle Kommentare, dass Kind liegt im Brunnen.
funny
15.11.2012, 14:39 Uhr
Fachhochschule
Zum Thema der enormen zusätzlichen Kosten die entstanden sind wurde denke ich genug gesagt. Ich möchte aber noch eine kurze Anmerung zum (Un-)Sinn der Kulturbibliothek geben.
Meiner Meinung nach wäre es eine große Chance (gewesen?), eine Kooperation mit der Fachhochschule einzugehen.
Die FH-Bibliothek ist zwar schon sehr gut ausgestattet, nichts desto trotz gibt es dort noch Lücken in verschiedenen Fachbereichen.
Man könnte doch eine Kooperation beschließen, in der es ermöglicht wird, dass Studenten mit ihrem Bibliotheksausweis auch in der Kulturbibliothek Bücher kostenlos ausleihen können.
Auch gibt es seitens der Stadtverwaltung mit Sicherheit viele Fachzeitschriften, welche vor Allem für den Fachbereich Public Management (and Governance) von großer Bedeutung wären. Ein Student wäre sicher sehr dankbar, wenn er diverse Zeitschriften für Bachelor- und/oder Masterarbeiten hier in Nordhausen lesen köönnte und dafür nicht extra nach Erfurt, Hannovber, Leipzig, Berlin,.. fahren müsste..
Warum werden diese Lücken nicht genutzt?
Eine Kooperation mit der FH hätte vielleicht nicht unbedingt wirtschaftliche Vorteile für die Kulturbibliothek, aber wohl möglich doch imagefördernde..
Sicher sind E-books immer mehr im Kommen, aber es wird nach wie vor immer Menschen geben, die das gedruckte Wort bevorzugen.
Ich denke vor allem im Studium (oder auch der Lehre) bleibt das Buch von Bedeutung.
Es könnte also eine sinnvolle Maßnahme sein..
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