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Di, 12:37 Uhr
09.10.2012

nnz-Forum: Unverständlich

Jeder Mensch, der eine Steuererklärung als "Otto-Normal-Bürger" abgibt, freut sich, wenn er eine Rückzahlung erwarten kann. Nur scheint das in einem konkreten Fall sehr lange zu dauern - mit der Rückzahlung. Dazu eine Zuschrift eines nnz-Lesers...


Aus gegebenem Anlass möchte ich gern mal ein Thema zur Sprache bringen, welches sicherlich einen großen Teil der Leser sehr interessieren dürfte. Es geht um die aktuellen Bearbeitungszeiten von Einkommenssteuererklärungen beim Finanzamt. Das ich seit geraumer Zeit auf eine Antwort bzw. den Bescheid vom Finanzamt (FA) warte, habe ich mich gestern telefonisch dort gemeldet. Was ich da erfahren musste verschlägt mir fast die Sprache.

Es ist unzumutbar und obendrein eine Unverschämtheit, die Bürger so zappeln zu lassen. Der aktuelle Bearbeitungsrückstand liegt angeblich bei 6 Wochen, was eine Gesamtbearbeitungszeit von 12 Wochen bedeuten würde, wenn man von den standardisierten 6 Wochen Mindestbearbeitungszeit ausgeht. Wobei sich mir ehrlich gesagt selbst die 6 Wochen Standardbearbeitungszeit nicht plausibel erschließen. Noch dazu wurde die bisher bevorzugte Behandlung von elektronischen Abgaben außer Kraft gesetzt, da der Anteil dieser sich, verständlicherweise, um ein vielfaches erhöht hat und derzeit wohl bei ca. 50 % liegt.

Dann musste ich gestern aber noch im Gespräch mit Bekannten erfahren, dass es sogar noch Steuerzahler gibt, die bereits seit Mai auf Ihren Bescheid warten. Und das ist keineswegs mehr normal und nicht nachvollziehbar.

Sind wir mal ehrlich! Im Grunde genommen ist es der kleine Bürger, der das Geld benötigt und der nun unnötig und endlos warten muss. Mir erschließt sich der Eindruck, dass vorrangig Fälle bearbeitet werden, bei denen das Finanzamt eher noch Geld bekommt als rückzahlen muss.

Und genau der kleine Bürger ist es, der Tag für Tag arbeiten geht und wenn es erforderlich ist, auch Überstunden leistet, um nichts auflaufen zu lassen und Produktions- bzw. Lieferzeiten usw. stabil zu halten. Dies scheint beim Finanzamt nicht der Fall zu sein. Sicherlich sind andere Behörden da keine Ausnahme. Aber wie kommen solche enormen Rückstände sonst zustande. Wo liegt eine nachvollziehbare Erklärung dafür? Es ist absolut untragbar und ich finde hier sollte schnellstens eingegriffen werden!

Ich habe ehrlich gesagt keine konkrete Vorstellung von den Gehältern beim Finanzamt, deren Höhe, Urlaubs- und Weihnachtsgeld oder 13. Monatsgehalt, jedoch zweifle ich massiv an deren Rechtfertigung.
Erwin Spangenberg

Anmerkung der Red.: Wir haben den Leserbrief an das zuständige Finanzamt weitergeleitet
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
Wolfi65
09.10.2012, 12:59 Uhr
Nicht traurig sein
Anderen ging und geht es genauso.
Es hat Jahre gegeben, in denen ich noch meine Steuerrückzahlung einklagen mußte.
Es ging immer so im Durchschnitt um 4000,- Euro, welche übers Jahr irgend wie gefehlt haben.

Vom zuständigen Amt wurde ich mit den Worten getröstet, dass man viel zutun hätte und ich meine Steuererklärung relativ spät abgegeben hätte.

Was immer das bedeutet, da man ja vom Arbeitgeber seine Steuerkarte erst zu einem bestimmten Zeitpunkt bekommen hat, nachdem das zuständige Steuerbüro XY, alle Abrechnungen der Angestellten der Firma fertiggestellt hatte.

Das Geld bekam ich eineinhalb Jahre später, abzüglich der Gerichtskosten.
Da bekommt der Begriff Rechtsstaat eine neue Bedeutung. Also nicht traurig sein und hoffen, daß das Finanzamt es nicht auf eine Klage ankommen lässt, um Zeit und Zinsen zu gewinnen.
PS: The Winner is....
toysoldier
09.10.2012, 13:34 Uhr
kannst noch froh sein
ich habe Anfang diesen Jahres eine Rückzahlung für das Jahr 2001 und 2002 bekommen.

Eine Anerkennung der von mir eingereichten Verpflegungsmehraufwendungen wurde vom zuständigen FA abgelehnt. Ein Einspruch der letztendlich bis zur oberen Finanzbehörde ging brachte im März 2011 die Wende.

Hier wurde entschieden, dass den betreffenden Steuerzahlern (ich war alsoi kein Einzelfall) die Aufwendungen anzuerkennen sind. UNd nach dieser Entscheidung hat es noch einmla 12 Monate bis 03/2012 gedauert, bis ich vom FA Sondershausen das Geld auf mein Konto überwiesen bekam.

Also lieber Erwin, Kopf hoch... es gibt immer noch Leute denen es schlechter geht :-)
HK09
09.10.2012, 14:07 Uhr
Ganz andere Begründung
Da wir in der glücklichen Lage waren u. unsere Lohnsteuerkarten recht schnell bekommen haben, konnte ich in diesem Jahr meiner Steuererklärung schon Anfang März abgeben (per Internet).

Da mir die obligatorischen 6 Wochen (!) Bearbeitungszeit auch bekannt sind, habe ich mich dann so Ende April mal beim Finanzamt gemeldet und nachgefragt. Hier bekam ich zur Antwort, auch wenn ich die Erklärung schon im Januar abgeben würde, dass das nichts nutzt, da angeblich das Ministerium das für die benötigte Bearbeitung der Sachen notwendige Programm immer erst so spät freigibt.

Also hier wieder das Prinzip: Einer schiebt dem Anderen den schwarzen Peter zu!!! Letztendlich habe ich dann mein Geld Ende Juni bekommen. Also hier sieht man, Ausreden gibt es eine ganze Menge!!!
DoctorS
09.10.2012, 17:17 Uhr
Ergänzung
Und schon ist man im Forum. Erst mal ein Danke an die NNZ für die Bearbeitung, die mehr als prompt stattfand <- Zaunpfahl!!!
Ich möchte nicht versäumen anzumerken, dass zumindest die für mich zuständige Sachbearbeiterin, deren Namen ich hier gern nennen würde, aber sicherlich nicht darf, einen Orden für die Freundlichkeit verdient hat.

Die Sachbearbeiterin hatte ich schon einmal am Telefon vor einiger Zeit, als es um Korrekturen auf meiner Lohnsteuerkarte ging. Sie war damals und auch gestern sehr freundlich. Ehrlich gesagt hätte ich das nicht unbedingt erwartet. Man hat eben seine Erfahrungen mit den Behörden.

Ich will meinen Fall hier nun nicht aufrollen, macht auch nicht viel Sinn und ist auch nicht unbedingt im Detail relevant. Jedoch sei anzumerken, dass meine EST-Erklärung keinen großen Bearbeitungsaufwand bedarf, da ich für das vergangene Jahr nicht viel abzusetzen habe und trotzdem eine, für mich nicht unerhebliche, Rückerstattung erwarte.

Nimmt man es genau, hat das Finanzamt doch mittlerweile weniger zu tun, da je wie bereits erwähnt, ein Großteil der Bürger die EST-Erklärung inzwischen elektronisch abgibt, was den Erfassungsaufwand natürlich minimiert. Dies berücksichtig, sollten sich die Bearbeitungszeiten sogar minimieren und nicht erhöhen.

Als „Leistungszentrum“ würde ich das Finanzamt nun nicht gerade bezeichnet. Aber die Rechtfertigung der Gehälter dort (öffentlicher Dienst etc.) erscheint mir nun nicht sonderlich angemessen. Der Bürger übernimmt die Arbeit ja mittlerweile fast selbst, muss nachfragen, hinterherlaufen und so weiter… Da erscheint es mir fast sinnvoller, den Bürger hierfür zu entschädigen bzw. zu entlohnen.

Man beachte doch einfach mal, wie schnell sich das Finanzamt meldet, bei nicht rechtzeitig abgeführter Steuer, welcher Art auch immer. Und die dazugehörigen Folgen und Kosten für den Steuerschuldigen sind auch nicht ohne. Das steht alles in keinem Verhältnis mehr und sollte mal grundlegend durch obere Instanzen geprüft werden.

Man müsste sein Finanzamt bewerten können, in verschiedenen Kategorien und dazu noch die jeweiligen Sachbearbeiter. Das würde dem Bürger eine Transparenz bieten und die Behörden motivieren.
Anni1703
10.10.2012, 09:07 Uhr
Mal die andere Seite
Hallo zusammen,

ich find es Klasse, dass sich jemand mal meldet und sagt wie es ist. Ich bin die andere Seite der Medaille. Ich bin seit 9 Jahren selbständig und mache jeden Monat – jedes Jahr wieder aufs Neue durch. Angstgebadet gebe ich meine Erklärung ab und jedes Mal bekomm ich eine horrende Steuerzahlung die ICH leisten muss – an sich nicht wirklich das Problem, wenn das FA nicht immer denken würde, dass ich über 5000 € verdiene im Monat. Wenn ich 2 Wochen zu spät dran bin mit abgeben senden sie mir sofort einen Brief raus und schätzen mein Gehalt auf´s immense und wollen dann 4000 € Steuern nachgezahlt haben und das SOFORT sonst gibt’s eine Pfändung! Bei mir ist es also genau anders rum. Anscheinend ist das Motto: Siemens, Griechenland und co hier habt ihr UNSER GELD und die kleinen Unternehmen – HER DAMIT sonst nehmen wir Dir ALLES… Vielen Dank FA und Deutschland!
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